Am Ende des 31. Spieltages musste der SC Preußen 06 e.V. Münster vor 6.330 Zuschauern eine verdiente 0:2-Niederlage einstecken, denn der VfR Aalen münzte eine seiner wenigen Torchancen in einen Treffer um und das Glück war den Schwarz-Weißen wenig später hold, als ein Klärungsversuch von Lion Schweers im Kasten von Niklas Lomb landete. Die Adlerträger wiederum präsentierten sich vor allem in der Vorwärtsbewegung zu harmlos und uninspiriert, um den Rückstand noch einmal zu drehen.

Horst Steffen stellte seine Startelf, nach der ernüchternden 0:1-Niederlage bei den Stuttgarter Kickers, auf zwei Positionen um: Erstmals unter der Regie des 47-jährigen Fußballlehrers durfte Danilo Wiebe von Beginn an auflaufen, der an die Seite von Chris Philipps und Amaury Bischoff – der seine Verletzung rechtzeitig überwunden hatte – rückte. Dafür musste Elie Laprevotte weichen, der Franzose nahm auf der Bank platz. Stephane Tritz musste sich die Begegnung ebenfalls von der Seitenlinie aus anschauen, auf der Linksverteidigerposition erhielt Felix Müller den Vorzug.

Aalen setzt schmerzhafte Nadelstiche

Bereits bei der Auswärtspartie in Degerloch fehlte den Adlerträgern die nötige Kreativität, um die Lücke in den Abwehrreihen des Gegenübers zu finden. Und die Ideenlosigkeit prägte über weite Strecken auch das Heimspiel der Adlerträger am Samstagnachmittag. Wenngleich Steffens Schützlinge den Ball zunächst in ihren Reihen halten konnten, die Vorwärtsbewegung der Preußen stockte sichtlich und die zaghaften Versuche, Torgefahr zu erzeugen, bereiteten dem Defensivverbund der Aalener keine Schwierigkeiten. Vielmehr spielte das den Gästen in die Karten, sie konzentrierten sich nämlich ausschließlich auf ihre Kontermöglichkeiten und setzten auf diese Weise ihre Nadelstiche – und die saßen.

Auf  der rechten Außenbahn wurde Dominick Drexler auf die Reise geschickt, nachdem die Preußen den Ball in der Mittelfeldzentrale hergegeben hatten. Drexler marschierte bis in den Strafraum von Niklas Lomb, der seine Finger an den wuchtigen Abschluss der Nummer 24 nicht mehr bekam, sodass das Spielgerät schließlich im Netz zappelte (22.). Es war die erste nennenswerte Möglichkeit der Partie, denn beide Seiten lieferten bis dato vor allem in der Offensive eine mäßige Leistung ab. Doch der Nachmittag sollte noch bitterer werden. Eine Flanke von Drexler versuchte Lion Schweers im letzten Moment mit einer Grätsche zu klären, versenkte den Ball aber zum 0:2-Rückstand im eigenen Gehäuse (38.). Es passte ins Bild.

Preußen ohne jede Durchschlagskraft

Der Himmel hatte sich schon vor der Begegnung zugezogen, nach der Halbzeit gab es dann auch bei den Münsteranern wenig Lichtblicke. Mit dem Zwei-Tore-Vorsprung in der Hinterhand verteidigten die Aalener tief in ihrer Hälfte und überließen den Jungs von der Hammer Straße das Leder. Doch auch nach dem Seitenwechsel strahlten die Domstädter keine Torgefahr aus, stattdessen nutzten die Gäste die wenigen Momente mit Ball. Wenn Niklas Lomb nicht in zwei Situationen noch klasse pariert hätte, wäre das Ergebnis schlussendlich deutlicher ausgefallen.

Daten zum Spiel:

SCP: Lomb – Kopplin (Schöneberg, 59.), Schweers, Pischorn, Tritz – Wiebe, Philipps, Schwarz – Hoffmann , Reichwein (Özkara, 46.), Kara (Krohne, 46.)

Aalen: Bernhardt – Schwabl, Menig, Neumann, Chessa – Müller – Welzmüller, Kotzke, Kartalis (Klauß, 87.) – Drexler (Morys, 84.), Wegkamp (Reisig, 90.)

Tore: 0:1 Drexler (22.), 0:2 Schweers (Eigentor, 38.)

Gelbe Karten: Müller, Kara, Bischoff, Özkara, Philipps / Drexler

Zuschauer: 6.330

Schiedsrichter: Justus Zorn (Freiburg)

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