Zum Jahresabschluss ein weiterer Rückschlag. Das Heimspiel gegen den TSV 1860 München hat der SC Preußen Münster knapp mit 0:1 verloren und es damit verpasst, den Abstand auf das rettende Ufer zu verkürzen. Während die Adlerträger in Durchgang eins noch die bessere Mannschaft auf dem Platz waren, kamen die Löwen in den zweiten 45 Minuten zunehmend besser ins Spiel und bestraften die Münsteraner in Person von Sascha Mölders. Der Routenier traf nach etwas mehr als einer Stunde, die Hausherren erholten sich – nach der gelb-roten Karte von Kittner – in Unterzahl nicht mehr davon.

Für das Heimspiel musste Interimstrainer Arne Barez seine Startelf gezwungenermaßen auf zwei Positionen umstellen. Fridolin Wagner fehlte nach seiner Gelb-Roten Karte in der Vorwoche gesperrt, außerdem musste Heinz Mörschel, der unter der Woche krankheitsbedingt im Training ausgesetzt hatte, zunächst auf die Bank. Beide Positionen tauschte der Fußballlehrer eins zu eins. Im defensiven Mittelfeld sollte Okan Erdogan abräumen, im Sturm durfte Luca Schnellbacher ran.

Gute Ansätze nicht zielstrebig genutzt

Fußball ist Kopfsache, das hat sich auch am Samstag wieder gezeigt. Mit dem Selbstvertrauen des Erfolgs aus der Vorwoche, der scheinbar mehrere Knoten gelöst hatte, begannen die Münsteraner stark im eigenen Stadion. Der Platz war seifig und holprig, dennoch gelang es den Hausherren immer wieder, sich von hinten heraus ins letzte Drittel zu kombinieren. Häufig ging es über die rechte Seite, gefährlich wurde es aber eher, wenn Philipp Hoffmann auf der linken Bahn Tempo aufnehmen konnte. Eine Hereingabe, die seinen Abnehmer im Sechzehner knapp verpasste, und ein Schuss, der am Außennetz landete, waren in der ersten 20 Minuten die gefährlichsten Szenen – auf beiden Seiten. Die Offensive der Löwen um Zielspieler Sascha Mölders war bei der Preußendefensive in guten Händen, viel brannte da zunächst nicht an.

Bis zur Pause waren die Preußen die bessere Mannschaft, die insgesamt mehr vom Spiel hatte. Mehrere Mal dribbelten die Adlerträger auf die letzte Kette des TSV zu, dann fehlten aber die passenden Laufwege, um richtig gefährlich zu werden. So verpuffte vieles im letzten Drittel, die Ansätze waren aber vorhanden – die mussten jetzt nur noch veredelt werden. In der Pause reagierten die Gäste aus München, brachten Gebhart für Klassen und stellten zudem auf eine Viererkette um. Diese Umstellung trug ihre Früchte, zumindest taten sich die Münsteraner nach der Pause sichtlich schwerer, selbst in Erscheinung zu treten. 1860 übernahm zunehmend das Kommando, die Preußen ließen sich einschnüren. Und wurden irgendwann zu passiv.

Mölders trifft, Kittner fliegt

Auf der rechten Seite setzte sich Noel Niemann im Eins-gegen-eins durch, im Zentrum nickte Sascha Mölders ins lange Eck ein – 0:1 (65.). Es hatte sich nach einer knappen Stunde angedeuetet. Auf den Rückstand reagierte Arne Barez zeitig, brachte mit Maurice Litka und Niklas Heidemman zwei frische Kräfte und stellte ebenfalls auf eine Viererkette um. Und so schwierig die Situation in diesem Augenblick schon schien, sie wurde noch schwieriger. In einem Zweikampf hakte sich Gebhart mit den Armen bei Kittner ein, beide gingen zu Boden. Schiedsrichter Florian Lechner wartete eine Sekunde, griff dann abrupt zu seiner Batzentasche und zeigte Kittner Gelb-Rot (75.). In der Schlussphase probierten die Preußen dann nochmal alles, gelingen sollte aber nichts mehr. Mit dem Schlusspfiff stand der nächste Rückschlag für die Preußen fest, die damit auf einem Abstiegsplatz überwintern werden.

Die Daten zum Spiel

SCP: Schulze Niehues – Schauerte, Kittner, Scherder, Rossipal (Litka, 69.), Hoffmann (Heidemann, 69.) – Özcan, Erdogan, Brandenburger (Mörschel, 51.) – Dadashov, Schnellbacher

1860: Hiller – Willsch, Erdmann, Berzel, Steinhart, Klassen (Gebhart, 46.) – Dressel, Bekiroglu (Böhnlein, 90.+2) – Niemann (Greilinger, 90.+1), Mölders, Owusu

Tore: 0:1 Mölders (65.)

Gelbe Karten: Özcan, Litka / Berzel, Niemann, Willsch, Erdmann

Gelb-Rote Karte: Kittner

Zuschauer: 8.154

Schiedsrichter: Florian Lechner

nullsechs.tv mit den Stimmen zum Spiel

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