Die Chancen waren da, doch am Ende stand hinten wie vorne die Null. „Natürlich wollten wir gewinnen. Wenn wir das Tor machen, wäre das ein super Spiel gewesen: Nichts zugelassen, 1:0 gewonnen“, blickt Alois Schwartz noch einmal auf das torlose Unentschieden gegen Greuther Fürth zurück. Dass seine Mannschaft in den Schlussminuten nicht mehr das allerletzte Risiko gesucht hat, erklärt der Coach wie folgt: „Wir sind hintenraus noch nicht All-in gegangen. Wenn du deine Tore nicht machst, bekommst du meist hinten eins – das wollten wir vermeiden, denn sonst wäre der Konkurrent auf fünf Punkte weggewesen.“ Stattdessen sind die Nichtabstiegsplätze weiter in greifbarer Nähe, zwei Zähler trennen die Adlerträger vom rettenden Ufer.
Doch die Aufgaben werden nicht einfacher: In den letzten fünf Saisonspielen trifft der SC Preußen auf vier Spitzenteams der Liga. Zum Auftakt der heißen Schlussphase geht es am Sonntag (13:30 Uhr) direkt zum Tabellenführer der 2. Bundesliga – dem FC Schalke 04. Die Knappen haben sich nach zwei enttäuschenden Spielzeiten im Fußballunterhaus stabilisiert und dürfen sich mit aktuell 58 Punkten berechtigte Hoffnungen auf die Rückkehr in die Bundesliga machen. Das Prunkstück der Gelsenkirchener ist die Defensive, die in 29 Spielen erst 25 Gegentore (Ligabestwert) zugelassen hat. Offensiv tritt der S04 mit bislang 41 Treffern eher pragmatisch auf, doch die Ergebnisse stimmen. „Schalke spielt sehr minimalistisch, hat in den letzten Dritteln – hinten wie vorne – aber die notwendige Qualität“, ordnet Schwartz den kommenden Gegner ein, der in den vergangenen fünf Spielen gegen Bielefeld (1:0), Hannover (2:2), Darmstadt (1:1), Karlsruhe (1:0) und Elversberg (2:1) starke elf Punkte eingefahren hat – bei einem Torverhältnis von 6:3.
Gelsenkirchener Aufstiegsambitionen gegen Münsteraner Hoffnungen auf den Klassenerhalt. Oder wie Schwartz Blick auf die Tabellenkonstellation sagt: „Eine größere Diskrepanz gibt es nicht.“ Chancenlos ist der SCP deshalb aber keinesfalls. Defensiv wollen die Adlerträger an die Leistungen der vergangenen beiden Spiele anknüpfen und vor dem gegnerischen Tor wieder befreiter auftreten. „Wir dürfen nicht verkrampfen, nicht zu viel nachdenken, sondern brauchen eine Lockerheit in den Abschlüssen“, so Schwartz, der zusammenfassend betont: „Wir müssen aktiv sein, mutig sein, die Disziplin halten. Wenn wir all das hinkriegen und unsere Umschaltaktionen nutzen, dann können wir etwas mitnehmen.“
Verzichten muss der Preußencoach neben den drei Kreuzbandpatienten und Luca Bolay auch auf Oscar Vilhelmsson und Marvin Benjamins, der in dieser Woche krankheitsbedingt nicht mittrainieren konnte. Fraglich ist zudem der Einsatz von Joshua Mees, der wegen leichter Oberschenkelprobleme zwischenzeitlich pausieren musste.
Rund 6.500 Preußenanhänger werden die Mannschaft von Alois Schwartz nach Gelsenkirchen begleiten. Die VELTINS-Arena ist restlos ausverkauft, sowohl im Heim- als auch im Gästebereich ist eine großartige Atmosphäre zu erwarten, die sich auch auf den Platz übertragen könnte. „Die Jungs sollen die Stimmung aufsaugen“, lautet zumindest die Devise unseres Coaches bei nullsechs.TV.
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