Freitagabend, Flutlicht, Hammer Straße. Drei Zutaten, die sich in den letzten Wochen zum schwarz-weiß-grünen Erfolgs- & Lieblingsrezept entwickelt haben. Ein ungefährdeter 3:0-Erfolg gegen Schalke 04 II, ein verdienter 3:1-Heimsieg gegen den SV Lippstadt, dazu gewannen die Adlerträger auch beim Bonner SC freitagsabends. Jetzt folgt der nächste Gang, wenn morgen Abend (19 Uhr) der SC Wiedenbrück im Preußenstadion aufläuft. „Die Atmosphäre ist unter Flutlicht nochmal etwas spezieller. Darauf freuen wir uns sehr. Und wir sind gut drauf, wollen Sieg Nummer sechs einfahren“, so Trainer Sascha Hildmann einen Tag vor der Partie.

WIEDENBRÜCK BAUT  DIE NULL

Die Aufgabe wird jedoch alles andere als einfach, das weiß auch der Fußballlehrer. Wiedenbrück liegt auf Rang sechs in der Tabelle und stellt mit erst neun Gegentoren gemeinsam mit dem Wuppertaler SV die beste Defensive der Runde. Zähe Kost, die es für die Adlerträger ordentlich zu garnieren gilt, wenn sie weiterhin erfolgreich sein wollen. Ein Beleg? In den letzten sechs Ligaspielen haben sie nur bei der Niederlage gegen Fortuna Köln überhaupt einen Gegentreffer kassiert, ansonsten bissen sich die Gegner die Zähne aus und hinten stand immer die Null. „Sie spielen wirklich eine tolle Runde und haben sehr gute Ergebnisse erzielt. Gegen Essen und Wuppertal haben sie Unentschieden gespielt, gegen Oberhausen gewonnen – wir müssen hellwach sein und unser bestes Spiel auf den Platz bekommen.“ Einhergehend mit der starken Defensive leidet jedoch scheinbar etwas die offensive Qualität, zumindest gehören 20 geschossene Tore in der oberen Tabellenhälfte zu den „schwächeren“ Werten. Bester Torschütze ist dabei mit Benedikt Zahn ein bekanntes Gesicht, er trug letzte Spielzeit noch den Adler auf der Brust. Mit seinen sieben Saisontoren erzielte der 25-Jährige bisher stolze 35 Prozent aller SCW-Tore. Auch Ousman Touray, der sowohl in der Jugend als auch bei den Senioren beim SCP spielte und diesen Sommer in Wiedenbrück gelandet ist, traf einmal.

An der Hammer Straße wird morgen Abend dann spannend zu sehen sein, wie es ausgeht, wenn die beste Defensive auf die zweitbeste Offensive der Liga trifft. Immerhin elf Tore erzielten die Adlerträger in den letzten vier Heimspielen, das bedeutet fast drei im Schnitt. Bei den Adlerträgern ist dabei Gerrit Wegkamp letzte Woche mit seinem ebenfalls siebten Saisontor mit Thorben Deters gleichgezogen, beide sind im Torschützen-Ranking jetzt gleichauf. Hinter den beiden verteilt sich das Trefferbild auf viele Schultern: Dahlke, Remberg und Teklab haben jeweils drei Treffer, Bindemann, Langlitz, Hemmerich und Schauerte erzielten je zwei. Borgmann, Farrona Pulido, Holtby und Ziegele je eins. Die gute Nachricht? Bis auf Deniz Bindemann (muskuläre Verletzung im Oberschenkel) und Jannik Borgmann (Bänderiss), die sich beide im Training verletzt haben, stehen dem Preußencoach morgen alle Torschützen zur Verfügung. Auch sonst gibt es keine weiteren Ausfälle.

EINER FÜR ALLE, ALLE FÜR EINEN

Die breite Auswahl sorgte dabei schon in den letzten Spielen auch für eine breite Bank, die mit gestandenen Spielern wie Simon Scherder oder Alexander Langlitz besetzt war. „Ich muss die Jungs auch nochmal ganz ehrlich loben. Sie nehmen die Situation an, wie sie ist. Das ist nicht einfach so daher gesagt. Simon, Alex, Josh, Luke oder auch Jan – alles Jungs, die bei anderen wohl Stammspieler wären. Sie geben aber einfach weiter Gas, pushen die Jungs, halten die Stimmung hoch“, so Hildmann, der das zu schätzen weiß: „Die Mannschaft steht für alle an erster Stelle. Ich stehe zu 100 Prozent hinter jedem Spieler und sie haben meine vollste Wertschätzung und mein Vertrauen. Und hätten wir weiter so viele englische Wochen, hätten wir auch schon wieder rotiert. Bei diesem normalen Rhythmus bekommen die Jungs aber ihre Pausen. Am Ende wird aber jeder auf seine Zeiten kommen.“ Es ist dieser Teamgeist, der die Mannschaft auszeichnet – und der auch eine wichtige Zutat für das schwarz-weiß-grüne Erfolgsrezept ist.

 

NULLSECHS.TV VOR DEM SPIEL

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