Wenig Zeit zum Durchatmen: Nur fünf Tage nach dem Gastspiel in Paderborn ist der SC Preußen wieder in der Fremde gefordert. Die Adlerträger zieht es am Freitagabend (18:30 Uhr) zum 1.FC Nürnberg. „Kurze Trainingswoche, das mag ich eigentlich. Dadurch, dass wir zwei Neuzugänge haben, hätte uns ein Tag mehr aber auch gutgetan“, räumt Cheftrainer Alexander Ende mit Blick auf die beiden Leihspieler Shin Yamada und Imad Rondic ein. Deren Integration in die Mannschaft schreitet allerdings nach zwei Trainingseinheiten schon gut voran: „Die Aufnahme in unsere Gruppe fällt immer leicht, die Jungs haben die beiden sofort an die Hand genommen. Jetzt nehmen wir sie mit auf eine Reise, auf der sie ein Gefühl dafür entwickeln können, was es heißt, für Preußen Münster in der zweiten Liga zu spielen.“
Im altehrwürdigen und in seiner Gestaltung sicherlich einzigartigen Max-Morlock-Stadion trifft der SCP auf einen Gegner, der den Münsteranern gar nicht so unähnlich ist. Schon die Statistiken deuten auf zwei Teams, die gerne das Spiel bestimmen (beide Mannschaften rangieren im oberen Drittel der Ballbesitztabelle), eine hohe Passsicherheit aufweisen (86,3 % bzw. 84 % angekommene Pässe, Preußen zuerst genannt) und zugleich aggressiv gegen den Ball agieren (2204 bzw. 2159 gewonnene Zweikämpfe). Zugleich sind die statistischen Werte auf eine vergleichbare Spielanlage des kommenden Gegners zurückzuführen. „Auf uns wartet wieder ein guter Gegner mit einem ähnlich angelegten System. Ich denke, dass Raute auf Raute treffen wird. Da ist es immer spannend zu sehen, wer seinen Ansatz auf dem Platz durchbringt“, sagt Ende vor der Begegnung mit dem Traditionsclub. Wie ein solcher Vergleich aussehen kann, hat das Hinspiel mit seinen sehr unterschiedlichen Halbzeiten gezeigt. Am dritten Spieltag überzeugten zunächst nur die Preußen mit ihrer Spielidee und veredelten eine starke, dominante erste Hälfte mit den Debüttreffern von Oliver Batista Meier und Marvin Schulz zur 2:0-Pausenführung. Nach dem Seitenwechsel übernahm der FCN das Spielgeschehen, kam zum Anschlusstreffer und drückte schließlich auf den Ausgleich. Die Adlerträger hielten – trotz müder Knochen nach dem 120-Minuten Pokalfight gegen Hertha wenige Tage zuvor – dagegen und brachten den ersten Saisonsieg über die Ziellinie.
Für die Franken war es dagegen nach den Misserfolgen in Elversberg und Darmstadt (jeweils 0:1) die bereits dritte Niederlage. Mit lediglich einem Punkt (0:0 gegen Paderborn) aus den ersten fünf Partien war der Fehlstart perfekt. In der Folge stabilisierte sich die Elf von Trainer und WM-Rekordtorschütze Miroslav Klose jedoch:Sechs Spiele ohne Niederlage, darunter vier Siege gegen Düsseldorf (3:2), Dresden (2:1), Braunschweig (2:1) und Bielefeld (2:0), festigten den Club, der um die Winterpause herum auch gegen die Spitzenmannschaften aus Hannover (2:1) und Elversberg (3:2) dreifach punkten konnte. Vergangene Woche unterlag Nürnberg allerdings in Darmstadt (0:2), womit die Franken bei mittlerweile 25 Punkten auf dem neunten Platz rangieren. Bei einem Sieg kann der SCP demnach auf zwei Zähler an die Rot-Weißen heranrücken. Das ist nach den beiden Niederlagen zum Rückrundenauftakt ganz klar die Devise der Ende-Elf: „Fußball ist ein Ergebnissport und es ist unsere Aufgabe, die Punkte zu holen. Das war zuletzt zu wenig. Trotzdem müssen an unseren Überzeugungen festhalten und dürfen jetzt nicht wild werden. Das wird der Schlüssel sein.“
Neben den Neuzugängen Yamada und Rondic ist auch Joshua Mees, der wieder in vollem Umfang mit der Mannschaft trainieren kann, eine Option für den Kader. Dazu kehrt Innenverteidiger Paul Jaeckel nach abgesessener Rotsperre zurück ins Team. Verzichten muss Trainer Ende dagegen auf Yassine Bouchama, der nach seinem Platzverweis in Paderborn ebenso fehlen wird wie Rico Preißinger (fünfte gelbe Karte). Hinzu kommen die Verletzten: Antonio Tikvic, Simon Scherder, Malik Batmaz (Kreuzband), Lars Lokotsch, Oscar Vilhelmsson, Luca Bolay sowie Leon Tasov.
Für den treuen Anhang des Sportclubs steht die zweitlängste Auswärtstour der Spielzeit bevor. Trotz allem werden sich gut 900 Preußenfans auf den Weg in die Frankenmetropole machen, weitere Tickets sind an der Tageskasse erhältlich. Bevor im Achteck von Nürnberg das Flutlicht angeht, schauen wir bei nullsechs.TV, was unser Coach noch zu berichten hat.



