Am Mittwochabend wollte der SC Preußen Münster im Heimspiel gegen den VfR Aalen endlich den Bock umstoßen und an der Hammer Straße wieder zur alten Heimstärke zurückfinden. Beim 1:1-Unentschieden brachte der eingewechselte Martin Kobylanski die Adlerträger kurz vor Schluss mit seinem Treffer auch auf den richtigen Weg, VfR-Akteur Luca Schnellbacher fing die Hausherren aber kurz vor Schluss ab und die Münsteraner mussten am Ende mit einem Punkt leben.

Eine wichtige Nachricht stand bereits vor Spielbeginn fest: Tobias Rühle war, trotz einer Prellung, einsatzbereit und rückte gegen die Aalener für den verletzten Adriano Grimaldi ins Sturmzentrum. Darüber hinaus kehrte Michele Rizzi zurück in die Startelf, für den neuen Mannschaftskapitän musste Sandrino Braun auf der Bank Platz nehmen. Mit der Hereinnahme von Rizzi änderte Fußballlehrer Benno Möhlmann auch das System zu einem 4-1-4-1, bei dem Simon Scherder den alleinigen Sechser gab.

Viel Sparflamme, kurz Turbulent

Wer am Mittwochabend ein Fußballfest und viel Spektakel im Preußenstadion erwartet hatte, wurde gleich in der Anfangsphase auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Torchancen gab es in der ersten halben Stunde so gut wie keine, beide Mannschaften waren in der Offensive noch mit angelegter Handbremse unterwegs. Nach 30 Zeigerumdrehungen überschlugen sich die Ereignisse dann plötzlich für eine kurze Zeit: Auslöser war ein Freistoß von Maximilian Welzmüller aus 25 Metern. Nils Körber konnte den Abschluss gerade noch zur Ecke klären. Die brachte der Aalener Patrick Schorr scharf in den Sechzehner, wo Simon Scherder mit der Hand am Ball war. Diesmal behielt Schlussmann Körber aber die Oberhand, parierte den Strafstoß von Gerrit Wegkamp und hielt das 0:0 fest.

Die Szene war aber trotzdem noch nicht vorbei: Die Aalener führten einen Einwurf unmittelbar nach der Situation schnell aus, eine Welzmüller-Flanke köpfte Wegkamp nur Sekunden nach dem Elfmeter an den Pfosten. Durchatmen. Zwei Minuten, in denen es drunter und drüber ging, die die Preußen am Ende aber schadlos überstanden. Das sollte aber zunächst der einzige Aufreger in der ersten Halbzeit bleiben, bis Moritz Heinrich kurz vor der Pause VfR-Keeper Daniel Bernhardt zu einer Glanzparade zwang. Philipp Hoffmann hatte eine Flanke hereingebracht, Heinrich gewann am zweiten Pfosten das Kopfballduell, Bernhardt zeigte sich aber reaktionsschnell und klärte auf der Linie.

Zwei Joker stechen

Auch nach dem Seitenwechsel lief zunächst viel auf Sparflamme ab, wirklich Durchschlagskraft konnte keiner der beiden Teams an den Tag legen. Nach und nach erarbeiteten sich die Adlerträger aber immer mehr Spielanteile, gewannen so weitestgehend die Kontrolle über die Partie. Die Aalener zogen sich immer weiter zurück in ihre Hälfte und die Hausherren schafften es, sich immer wieder in der gegnerischen Hälfte festzusetzen. Die bekannte Abschlusschwäche hielt aber an, im letzten Drittel fehlten die Ideen und im entscheidenden Moment lange auch die nötige Präzision. Der Kampfgeist, die Leidenschaft und der Wille der Hausherren sollte am Mittwochabend aber belohnt werden: Eine Flanke von Stehphane Tritz brachte der eingewechselte Jeron Al-Hazaimeh per Kopf in den Fünfmeterraum, wo Martin Kobylanski am zweiten Pfosten lauerte und den Ball unter die Latte hämmerte (85.).

Aber mit dem Treffer stellten die Adlerträger das Fußballspielen ein. Die Bälle wurden nur noch lang geklärt und zu leicht hergeschenkt. Die Quittung dafür gab es in der Nachspielzeit: Luca Schnellbacher nutzte eine unübersichtliche Situation im SCP-Strafraum aus und schob zum 1:1-Ausgleich ein. Aalen jubelte, die Preußen lagen am Boden und mussten mit einem Punkt leben.

Die Stimmen zum Spiel:

Peter Vollmann: “Das war auf jeden Fall ein gutes Spiel für die Zuschauer, es ging hin und her. Wir haben den Elfmeter dann nicht verwandelt, das wäre in dem Moment schön gewesen. In der zweiten Hälfte haben wir Münster dann in ihr Spiel kommen lassen und sie konnten das Spiel besser kontrollieren. Dann so spät das Gegentor zu bekommen war grausam, das sah dumm für uns aus. Wir haben es mit Biegen und Brechen aber noch geschafft, ein Tor reinzuschummeln. Dass das in der Situation glücklich war, ist klar. Insgesamt war das aber verdient.”

Benno Möhlmann: “Ich hatte den Eindruck, dass es ein sehr intensives Spiel war und Aalen die spielsicherere Mannschaft war. In der zweiten Halbzeit haben wir unser Aufbauspiel über die Innenverteidiger besser aufziehen können und machen endlich das Tor, haben danach aber einfach aufgehört Fußball zu spielen. Wir haben Aalen die Bälle zu leicht hergeschenkt und dann kann es eben passieren, dass dieser Ausgleich noch fällt. Das ist schade, denn wir haben heute vom kämpferischen her an das Paderborn anschließen können. Die Mannschaft hätte es sich verdient gehabt.”

Die Daten zum Spiel:

SCP: Körber – Tritz, Mai, Schweers, Menig – Scherder (Wiebe, 83.) – Hoffmann, Rizzi (Kobylanski, 71.), Rinderknecht, Heinrich – Rühle (Al-Hazaimeh, 76.)

Aalen: Bernhardt – Traut, Rehfeldt, Geyer (Schnellbacher, 88.), Schorr – Stanese – Vasiliadis (Trianni, 83.), Welzmüller, Preißinger – Wegkamp, Morys

Tore: 1:0 Kobylanski (85.), 1:1 Schnellbacher (90.+3)

Gelbe Karten: Menig / Welzmüller

Zuschauer: 5.360

Schiedsrichter: Henry Müller

Alle Beiträge