Sechs klasse Tore sahen die 7.648 Zuschauer am Samstagnachmittag bei bestem Fußballwetter im Preußenstadion. Ein Doppelschlag von Marcel Reichwein und Rogier Krohne binnen zwei Minuten brachte die Adlerträger in Führung. Auf den zwischenzeitlichen 2:3-Anschlusstreffer der Gäste antworte Amaury Bischoff in der Nachspielzeit und markierte mit dem 4:2 den auch in der Höhe verdienten Endstand gegen die Stuttgarter Kickers.

Für das Spitzelspiel der 3. Liga gegen die Schwaben schickte Ralf Loose erneut die Startelf auf den Platz, die zuletzt so überzeugt hatte und verzichtete zum Ende der Englischen Woche auf eine Rotation im Team. Nach den kräftezehrenden Begegnungen gegen Fortuna Köln und den VfL Osnabrück betonte Trainer Loose bereits unter der Woche, seine Spieler seien fit für die Begegnung. Daher gab es wenig Anlass für den Coach etwas zu ändern.

Hoffmann erzielt erneut den Ausgleich

Eine zu Beginn ausgeglichene Partie hatte durch einen Lupf-Versuch von Marcel Reichwein seine erste gute Möglichkeit: „Cello“ bekam das Leder an der Sechzehnerkante, sah, dass Keeper Rouven Sattelmaier ein Stück zu weit vor seinem Kasten stand und versuchte ihn zu überspielen. Der Schlussmann bekam noch so eben seine Fingerspitzen an das Leder und lenkte es am Tor vorbei (10.). Nach einer Stuttgarter Flanke von außen, schafften die Adlerträger es mehrfach nicht, den Ball zu klären, bis dieser schlussendlich vor den Füßen von Gerrit Müller landete. Der schlug an der Strafraumgrenze einen Haken, visierte das untere linke Eck an und vollendete zur Führung für die Kickers, die in der Anfangsphase etwas mehr vom Spiel hatten (19.).

Bereits in Osnabrück gelang Philipp Hoffmann der wichtige Ausgleichstreffer. Mit freundlicher Beihilfe der Stuttgarter konnte er das heute wiederholen: Einen langen Ball von Amaury Bischoff wollte der Stuttgarter Marc Stein zunächst nur ablaufen, ehe er sich entschied, den Ball zum Torwart zurückzulegen. Der Rückpass lief am herausgeeilten Sattelmaier vorbei und der nachgelaufene Hoffmann musste das Spielgerät nur noch einschieben (28.). In der Folge bekamen die Schwarz-Weiß-Grünen mehr Spielanteile, konnten sich bis zur Pause aber keine Chancen mehr erspielen.

Bischoff macht in der Nachspielzeit den Deckel drauf

Die zweite Halbzeit gestaltete sich in den ersten Minuten offen und beide Teams verstärkten ihre Offensivbemühungen. In der 64. Minute schafften die Preußen es endlich, einen Konter präzise zu Ende zu spielen. Hoffmann flankte von rechts exakt auf den Kopf von Reichwein, dessen Kopfball der Kickers-Keeper aber reaktionsschnell parierte. Nur wenige Zeigerumdrehungen machten es die Beiden besser. Wieder kam Hoffmann auf der rechten Seite frei zum Flanken, der freistehende Reichwein köpfte unhaltbar ein (70.).

Dann wollten die Adlerträger die Entscheidung. Der gerade eingewechselte Krohne wurde von Elie Laprevotte in die Schnittstelle der Verteidigung geschickt, lief auf den Schlussmann der Stuttgarter zu und schloss durch einen sehenswerten Heber ab – das 3:1 für Adlerträger (72.). Doch das war noch nicht die Entscheidung des Spiels. Zu unkonzentrierte Adlerträger ließen eine Flanke von rechts zu, die der freistehende Erich Berko nur noch einköpfen musste (83.). In den Schlussminuten rückten die Gäste immer weiter nach vorne und drängten auf den Ausgleichstreffer. Mehrfach kombinierten sie sich bis an den Strafraum der Münsteraner, fanden die letzte Lücke aber nicht mehr. Im Gegenteil: Nach einem Freistoß waren alle Kickers-Akteure vorgerückt, den Ball konnte Marco Pischorn klären und Mehmet Kara leitete den Konter ein. Felix Müller legte auf Bischoff quer, der Sattelmaier keine Chance ließ – 4:2 (90.). Eine torreiche Schlussphase fand das bessere Ende für die Preußen.

Trainerstimmen:

Horst Steffen: „Zunächst Glückwunsch an Ralf und sein Team. Das frühe 1:0 hat unseren guten Beginn bestätigt. Wir hatten das Gefühl das Spiel im Griff zu haben, bis man dann so ein Gegentor kassiert, das den Gegner wieder ins Spiel bringt. Nach der Halbzeit haben wir drei gute Chancen, die alle ungenutzt blieben. Schlussendlich hat der Doppelschlag uns hart getroffen. Trotzdem hab ich an meine Mannschaft geglaubt. Wir reisen jetzt nach Hause, müssen unsere Wunden lecken und motiviert ins nächste Spiel zurückkehren.“

Ralf Loose: „Wir haben nicht gut ins Spiel gefunden und uns überraschen lassen. Es hat gedauert bis wir uns gefangen haben, aber dann habe ich ein ausgeglichenes Spiel gesehen. Nach dem Gegentor haben wir wieder einen kühlen Kopf bewahrt und das Missverständnis der Stuttgarter ausgenutzt. In der Folge war es eine hart umkämpfte Partie, die durch unseren Doppelschlag entschieden wurde. Mit dem 4:2 haben wir den Deckel drauf gemacht.“

Daten zum Spiel

Preußen Münster: Lomb – Kopplin, Heitmeier, Pischorn, Müller – Laprevotte, Bischoff, Schwarz (Wiebe, 86.) – Hoffmann (Özkara, 73.), Reichwein (Krohne, 71.), Kara

Stuttgarter Kickers: Sattelmaier – Leutenecker, Bihr, Stein, Baumgärtel – Jordanov (Bahn, 71.), Marchese, Braun– Müller (Badiane, 73.), Soriano (Fischer, 73.), Berko

Tore: 0:1 Müller (19.) 1:1 Hoffmann (28.) 2:1 Reichwein (70.) 3:1 Krohne (73.) 3:2 Berko (83.) 4:2 Bischoff (90.)

Gelbe Karte: Pischorn, Bischoff / Stein, Soriano, Bahn, Fischer

Schiedsrichter: Florian Badstübner

Zuschauer: 7.648


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