Vielversprechender Beginn – enttäuschendes Ende. Zum Rückrundenauftakt unterliegt der SC Preußen Münster in Unterzahl dem Karlsruher SC mit 0:2. Dabei sahen die 10.231 Zuschauer im LVM-Preußenstadion über weite Strecken überlegene Gastgeber, die es jedoch vor allem im ersten Durchgang verpassten, ihre Chancen zu nutzen.
Von Beginn an machten die Adlerträger einen sehr kontrollierten Eindruck und zogen ihr gewohnt ballsicheres Spiel auf. Aus dem eigenen Aufbau heraus kam es auch zur ersten Torannäherung: Über die rechte Seite zog Zidan Sertdemir mit seinem starken linken Fuß nach innen, seinen Abschluss aus gut 20 Metern touchierte der einlaufende Jorrit Hendrix und lenkte den Ball denkbar knapp am langen Pfosten vorbei (4.). Auch an der zweiten Großchance war Sertdemir entscheidend beteiligt: Der junge Mittelfeldmann wurde von Marcel Benger, der zuvor den Ball erobert hatte, fein bedient, zielte jedoch gut einen Meter neben das Tor (19.). Der SCP machte in dieser Phase ordentlich Druck, doch sowohl Bengers Distanzschuss, den KSC-Schlussmann Hans Bernat über den Querbalken lenkte (21.), als auch seine Direktabnahme bei der drauffolgenden Ecke fanden nicht den Weg ins Netz (22.). Da Bernat auch die Distanzabschlüsse von Hendrix (33.) und Paul Jaeckel (44.) sauber parierte, wurde ein insgesamt überlegender Auftritt der Münsteraner (61 % Ballbesitz, 4:0 Schüsse auf das Tor) zur Pause nicht belohnt. Die Gäste kamen derweil hin und wieder zu Torannäherungen, die abgesehen von dem strammen Abschluss von Louey Ben Farhat (38.) wenig Gefahr ausstrahlten.
Ebenjener Ben Farhat war es auch, der im zweiten Durchgang das erste Ausrufezeichen setzte. Der Youngster zog nach starker Einzelleistung knapp am kurzen Pfosten vorbei (47.). Danach übernahmen jedoch die Hausherren wieder. Kuddelmuddel im Strafraum, Bastita Meier wird zu Fall gebracht und auf einmal ist der Ball im Netz. Hendrix hatte aus etwa acht Metern eingeschoben (50.). Auf den Jubel folgte jedoch schnell der Frust: Nach VAR-Überprüfung wurde der Treffer zurückgenommen. Aus Sicht des Unparteiischen Eric Weisbach hatte Bernat die Hand sicher auf dem Ball, bevor ihn Sertdemir zu Hendrix stibitzte. In der Folge entwickelte sich eine umkämpfte, ausgeglichenere Partie, in der sich beide Teams vor allem über Umschaltmomente Chancen erarbeiten. Den Abschluss des auffälligen Ben Farhat fälschte die Preußendefensive gefährlich ab (64.), auf der Gegenseite scheiterte Batista Meier im Eins-gegen-eins am stark aufgelegten Bernat (65.).
Dann der Schreckmoment, der den Spielverlauf auf den Kopf stellen sollte: Nach Fehlpass von Johannes Schenk hatte der eingewechselte Lilian Egloff viel freies Feld vor sich und wurde regelwidrig von Jaeckel gestoppt. Schiedsrichter Weisbach zögerte keine Sekunde und schickte den Innenverteidiger vom Platz (77.). Es kam jedoch noch schlimmer: Den fälligen Freistoß setzte Marvin Wanitzek unhaltbar zur Gästeführung in den Winkel (79.). Trotz Unterzahl steckten die Adlerträger nicht auf und hatten nach Ecke durch Hendrix den Ausgleich sogar auf dem Kopf (83.). Stattdessen konterte der KSC und erhielt, nachdem Rafael Pinto Pedrosa im Strafraum zu Boden gegangen war, einen etwas fragwürdigen Strafstoß (86.). Auch diesen verwandelte Wanitzek und setzte damit dem Spiel einen äußerst bitten Schlusspunkt (88.).
Alexander Ende: „Die erste Halbzeit war richtig gut, wir waren wieder sehr dominant. Dominanz bringt aber nichts, wenn man es nicht finalisiert. Wir hatten zwar viele Abschlüsse, müssen aber noch die letzte Facette Effektivität draufpacken. Auf der anderen Seite lassen wir nur zwei Schüsse auf unser Tor zu: Den Freistoß und den Elfmeter. So ist es am Ende schwer, den Jungs einen Vorwurf zu machen. Die Momente waren heute mehr beim KSC als bei uns. Es ist bitter, hier heute 0:2 zu verlieren, aber wir nehmen sehr viel Positives in die nächsten Wochen mit.“
Christian Eichner: „Wir haben heute zwei unterschiedliche Halbzeiten gesehen. Preußen hat uns von der ersten Minute an vor Aufgaben gestellt und immer wieder Abschlüsse generiert. Über einen Halbzeit-Rückstand hätten wir uns nicht beschweren dürfen. In der Halbzeit haben wir Anpassungen vorgenommen und uns nach der Pause schrittweise ins Spiel reingefuchst. Am Ende ist es ein individueller Fehler, den wir provoziert haben und wir nehmen auch dank unserer Unterschiedsspieler einen wertvollen Dreier mit. Großes Kompliment an den SC Preußen Münster, Alex Ende und seine Spieler für ihre Arbeit.“
Spieldaten
Aufstellung SCP: Schenk – ter Horst, Heuer, Jaeckel, Kirkeskov (Paetow, 82.) – Bouchama (Preißinger, 62.), Benger (Meyerhöfer, 82.), Sertdemir (Schulz, 82.), Hendrix – Amenyido (Makridis, 72.), Batista Meier
Aufstellung KSC: Bernat – Jung, Scholl, Franke, Herold – Förster (Pinto Pedrosa, 74.), Burnic (Ambrosius, 90.+8), Wäschenbach (Müller, 46.), Wanitzek – Ben Farhat (Simic, 90.), Schleusener (Egloff, 74.)
Tore: 0:1 Wanitzek (79.) 0:2 Wanitzek (88., FE)
Gelbe Karten: – / Herold, Wäschenbach, Burnic
Rote Karte: Jaeckel
Schiedsrichter: Eric Weisbach
Zuschauer: 10.231
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