Am 7. Spieltag trennten sich der KSV Holstein Kiel und der SC Preußen 06 e.V. Münster vor 4.150 Zuschauern im altehrwürdigen Holstein-Stadion mit 1:1 (0:0). Erst kurz vor Schluss konnten die Münsteraner dank einer fulminanten Schlussoffensive und des eingewechselten Amaury Bischoff den Ausgleich bejubeln.

Preußencoach Ralf Loose wirbelte seine Anfangsformation im Vergleich zum Erfurt-Spiel unter der Woche ordentlich durcheinander – brachte gleich vier Neue von Beginn an. Taktisch stellte der Fußballlehrer auf ein 4-2-3-1-System um. Dominik Schmidt ersetzte nach abgesessener Sperre Marco Pischorn in der Innenverteidigung. Auf der rechten Abwehrseite durfte Routinier Patrick Kirsch für Julian Riedel ran. Im Mittelfeld sollten sich Philipp Hoffmann auf links und Marcus Piossek auf rechts beweisen. Mehmat Kara nahm dafür die zentrale Position ein, während Benjamin Siegert und Rogier Krohne auf der Bank blieben. Marcel Reichwein stürmte als einzige nominelle Spitze in Richtung Holstein-Tor.

Kiel besser im Spiel – Preußen mit den besseren Chancen

Ralf Loose forderte im Vorfeld der Partie, die Mannschaft müsse von der ersten Minute an hellwach sein. Doch das traf in erster Linie auf die Hausherren zu. Von Anfang an nahmen die Norddeutschen das Heft in die Hand, waren die aktivere und vor allem gefährlichere Elf. Die Preußen konnten nur reagieren ohne selbst Akzente nach vorne zu setzen. Der KSV erspielte sich einige sehenswerte Szenen und Ecken, die zum Glück nichts einbrachten. Bei den Preußen dauerte es bis zur 24. Minute, bis man die erste nennenswerte Aktion verbuchen konnte. Jens Truckenbrod lief über rechts alleine auf das Tor zu, setzte das Leder aber ans Außennetz. Echte Torgefahr kam sieben Zeigerumdrehungen später auf, als Mehmet Kara einen Heber an die Latte setzte. Das hätte das 0:1 sein können. Mit dem torlosen Remis gingen beide Teams schließlich in die Halbzeitpause.

Preußen verschlafen Auftakt zur zweiten Hälfte

Und die tat den Münsteranern offensichtlich nicht gut. Nur zwei Minuten nach Wiederanpfiff geriet die Loose-Elf in Rückstand. Ein schwach getretener Freistoß der Störche aus 17 Metern trudelte durch den Strafraum, am langen Pfosten musste dann Kiels Fabian Wetter nur noch einschieben. Jens Truckenbrod hatte den Ball in der Mauer noch unglücklich abgefälscht. Nur zwei Minuten später dann der nächste Schreckmoment, als Marc Heider den Ball an den Pfosten setzte. Ralf Loose reagierte, brachte Abdenour Amachaibou für Piossek. Amachaibou orientierte sich direkt in die Sturmspitze neben Marcel Reichwein. Kurz zuvor musste auch Marc Heitmeier verletzungsbedingt für Marco Pischorn ausgewechselt werden.

Trumpfkarte Bischoff sticht kurz vor Schlus

Seine letzte Trumpfkarte spielte Ralf Loose in der 73. Minute mit seinem letzten Wechsel. Der Übungsleiter setzte alles auf Offensive und ersetzte Rechtsverteidiger Kirsch für Amaury Bischoff. Der Franzose hatte seine erste Szene in der 81. Spielminute, als sein Freistoß aus 35 Metern in Marco Pischorn einen Abnehmer fand, der aber an den Pfosten köpfte. In der Schlussphase warfen die Adlerträger natürlich noch mal alles in die Waagschale und erspielten sich aussichtsreiche Gelegenheiten. Stechen konnte Trumpfkarte Bischoff dann in der 88. Minute, als der 10er aus 18 Metern beherzt mit links abzog und den Ball im langen Eck versenkte – 1:1.

Spieldaten:

Aufstellung Kiel: Kronholm – Herrmann, Gebers, Wahl, Wetter (Kohlmann, 64.) – Siedschlag, Vendelbo (Wirlmann, 34), Kegel, Heider – Sané, Kazior (Hartmann, 76.)

Aufstellung Preußen: Masuch – Kirsch (Bischoff, 73.), Schmidt, Heitmeier (Pischorn, 55.), Hergesell – Truckenbrod, Zenga – Piossek (Amachaibou, 61.), Kara, Hoffmann – Reichwein

Tore: 1:0 Wetter (47.), 1:1 Bischoff (88.)

Gelbe Karten: Herrmann / Heitmeier

Zuschauer: 4150

Schiedsrichter: Malte Dittrich

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