Vor zwei Wochen hat der SC Preußen Münster seine Kooperation mit dem Zentrum für Islamische Theologie (ZIT) offiziell abgeschlossen. Mit dem Ziel, den Dialog zwischen Sport und Religion zu stärken und auf diesem Weg weitere Brücken zwischen den verschiedenen Kulturen, die tagtäglich beim Adlerclub zusammenkommen, zu bauen. Eine Zusammenarbeit, die “als verbindendes Element mit Leben gefüllt werden soll”, wie Ole Kittner, Geschäftsführer Sport, Strategie & Kommunikation, betont. Und genau dieser Schritt, gemeinsame Ideen zum Leben zu erwecken und so Kulturen erlebbar zu machen, wurde schnell erfolgreich in die Tat umgesetzt: Bei einem gemeinsamen Iftar-Essen, dem abendlichen Fastenbrechen nach Sonnenuntergang während des Ramadans, kamen 120 Funktionäre, Spieler, Trainer und Eltern aus dem Club sowie deren Familienangehörige zusammen und folgten damit der Einladung der muslimischen Elternschaft im Leistungszentrum. 

„Es war ein großartiger Abend. Wir haben nicht nur über Gemeinschaft gesprochen, sondern sie auch gelebt. Nähe, Respekt und Herzlichkeit waren jederzeit spürbar. Der Geist des Ramadans war in Freundschaft und Frieden allgegenwärtig. Ganz besonders hat uns die Anwesenheit des Vorstands, der Geschäftsführung und des Präsidenten geehrt. Die wertschätzende Rückmeldung zeigt, welche Wirkung dieser Abend hatte“, freut sich Kader Selmi, LZ-Ansprechpartner für Bildung und Diversität, über die Teilnahme von u.a. Vereinspräsident Christian Pander, Geschäftsführer Ole Kittner und Aufsichtsratsvorsitzendem Frank Westermann sowie den LZ-Verantwortlichen Janis Hohenhövel und Sören Weinfurter.  

Auch Prof. Dr. Mouhanad Khorchide, Geschäftsführender Direktor des ZIT, wohnte dem Abend bei und nahm eine besondere Rolle ein. Der Experte für islamische Religionspädagogik erläuterte den Anwesenden zunächst die Bedeutung des Ramadans in der muslimischen Gemeinschaft und fuhr anschließend mit einem Gebet fort, das vor dem Fastenbrechen gesprochen wird.  

Um 18:08 Uhr war es schließlich so weit: Die Sonne ging unter und das Festmahl konnte beginnen. Dafür hatten Eltern der muslimischen Nachwuchsspieler Speisen aus den unterschiedlichsten Kulturen und Ländern bereitgestellt – von Bosnien-Herzegowina bis Tunesien. „Vielfalt, die verbindet“, betont Selmi, der einen besonderen Dank an die Familie Allouch der Gastronomie Tayibat richtet, die einen Großteil des Buffets spendete.

Rund um das Essen kam es zu einem regen Austausch zwischen den Teilnehmenden – ob über den jeweiligen kulturellen Hintergrund, das Praktizieren der eigenen Religion oder auch einfach über Fußball. „Dieser Abend hat Eindruck hinterlassen“, ist sich Selmi sicher und fügt an: „Die Atmosphäre war total menschlich und familiär – also genau das, was Preußen Münster ausmacht.“ Eine Wiederholung dieses gemeinsamen Erlebnisses ist bereits in Sicht. Schließlich sieht die Zusammenarbeit das gemeinsame Fastenbrechen als jährlichen Programmpunkt vor. „Diese Iftar war mehr als nur ein Abend – es war der Start einer neuen Tradition im Vereinsumfeld“, erklärt Selmi.  

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