Wenn der SC Preußen Münster am Samstag in Richtung Ostwestfalen aufbricht, dürfte den Adlerträgern auf dem Weg an die Pader noch die eine oder andere Erinnerung an das letzte Auswärtsspiel vor Augen auftauchen. Erst fünf Wochen liegt das letzte Kräftemessen der beiden Mannschaften zurück, damals mussten sich die Münsteraner im Krombacher Westfalenpokal geschlagen geben. Und wenn man nur die Vorzeichen betrachtet, wird auch die morgige Partie am achten Spieltag eine sehr, sehr schwere Aufgabe: Die Paderborner erleben in dieser Saison einen Höhenflug, haben nach sieben Spieltagen beachtenswerte 19 Zähler auf dem Punktekonto und stehen verdient an der Tabellenspitze. „Paderborn hat sich durch die Erfolge ein gesundes Selbstbewusstsein angeeignet. Die machen ihre Sachen in der Offensive sowie in der Defensive für die 3. Liga schon sehr gut“, findet Cheftrainer Benno Möhlmann lobende Worte für den nächsten Gegner: „Wir haben schon im Pokalspiel gemerkt, dass Paderborn als Einheit funktioniert.“

„Wir müssen jetzt nachlegen“

Auf der Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel fand Fußballlehrer Möhlmann zu seiner Mannschaft ungewohnt deutliche Worte: „Wir müssen an unserer Einstellung arbeiten! Ich habe das Gefühl, die Spieler waren sich teilweise zu sicher. Es geht noch nicht darum böse Szenarien an die Wand zu malen oder den Abstiegskampf auszurufen, das würde zu diesem Zeitpunkt sowieso noch nicht ankommen, aber wir müssen die Mannschaft in die richtige Spur bekommen“, wollen die Adlerträger, die zuletzt wettbewerbsübergreifend fünf Pflichtspiel-Niederlagen in Folge einstecken mussten, gegen Paderborn die Kehrtwende schaffen: „Nach dem guten Saisonstart müssen wir begreifen, dass wir nach dem guten Start vielleicht zu schnell gedacht haben, dass es schon laufen wird. Wir müssen jetzt nachlegen!“ Ein positives Anzeichen aus Sicht der Münsteraner ist auf jeden Fall, dass neben den Langzeitverletzten Tobias Warschewski, Benjamin Schwarz und Lucas Cueto keine weiteren Ausfälle hinzugekommen sind: „Wir haben 17 einsatzfähige Spieler im Training. Auch Michele Rizzi trainiert wieder voll mit, ist ebenfalls einsatzbereit.“

Der Spitzenreiter wird in der heimischen Benteler Arena mit einer breiten Brust auftreten, schließlich sind die Paderborner unter Cheftrainer Steffen Baumgart saisonübergreifend seit 16 Pflichtspielen ohne Niederlage. Also alles andere als ein leichter Gegner, um den Bock umzustoßen. Benno Möhlmann will aber in jedem Fall die richtige Einstellung seines Teams sehen: „Wir können in Paderborn scheitern, aber ich will Kampf und Einsatz auf dem Platz sehen – dann werde ich zufrieden sein.” Wenn der Übungsleiter einen Blick auf den Kader der Ostwestfalen wirft, hebt der 63-Jährige zwar Spieler wie Sven Michel und Massih Wassy heraus, sieht den Erfolgsfaktor aber im Kollektiv der Blau-Weißen: „Die arbeiten nach vorne und nach hinten schon sehr gut zusammen. Das wird ein schweres Auswärtsspiel.“ Für die Adlerträger wird es entscheidend sein, die richtige Mentalität an den Tag zu legen, um endlich wieder etwas Zählbares nach 90 Minuten einzufahren: „Wir haben unter der Woche gut trainiert, die Mannschaft ist in einer guten körperlichen Verfassung – Es wird eine Einstellungssache!“

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