Spieltag 1. Minute 90+2. Jannik Borgmann täuscht im gegnerischen Strafraum zum Schuss an, legt sich den Ball nochmal auf seinen schwächeren Rechten und schiebt gekonnt ins lange Eck ein – die 2:1-Führung und der Siegtreffer nach einem echten Chancen-Sturmlauf. Jeder, der Mitte August diesen Moment an der Hammer Straße miterlebt hat, wird ihn noch heute in bester Erinnerung haben. Denn das war ein Moment, auf den viele Preußen über Monate hingefiebert haben. Das Preußenstadion explodierte nach dem Siegtreffer, das Video zu diesem emotionalen Jubel ging viral. Jetzt, vier Monate später, sieht die Fußballwelt allerdings schon wieder ganz anders aus. Der Gegner heißt morgen Nachmittag (14 Uhr) wieder Alemannia Aachen, die Rahmenbedingungen haben aber gewechselt. So dürfen zum Rückrunden-Auftakt nur 200 Preußenfans den Weg nach Aachen mit antreten.

Ein Thema, das am Freitag auch auf der Pressekonferenz besprochen wurde, waren natürlich die Infektionen. „Die gute Nachricht ist nach wie vor, dass es den Jungs gut geht. So bleibt es hoffentlich auch!“ Vier Spieler werden Trainer Sascha Hildmann aber definitiv fehlen, dazu reihen sich die Verletzten Jannik Borgmann und Deniz Bindemann ein. „Wir steuern im Training schon so, dass wir kaum noch Zweikämpfe führen. Wir wollen kein Risiko mehr eingehen und morgen elf gesunde Mann auf dem Platz haben. Auf der Bank ist dann aber nicht mehr so viel“, so der Fußballlehrer. Wie schon am Mittwoch werden daher auch die beiden U19-Spieler Noah Kloth und Maxime Schröder mitfahren, dazu auch Marius Mause aus der U23. „Diese Situation schweißt die Mannschaft nochmal weiter zusammen. Und wir werden auch morgen ein gutes Team auf dem Rasen haben!“

Im Vergleich zum Hinrunden-Duell ist aber nicht nur die Personalsituation eine andere. Auch der Platz im Aachener Tivoli wird zu dieser Jahreszeit sicher kein Teppich sein, das Heimspiel der Alemannia vergangenes Wochenende wurde bereits aufgrund von Unbespielbarkeit des Platzes abgesagt. Da war das Pokalspiel am Mittwochabend, das im Preußenstadion ebenfalls auf einem seifigen Geläuf stattfand, vielleicht die ideale Vorbereitung. Es bleibt abzuwarten, wie sich das Grün morgen präsentiert. Klar ist in jedem Fall: „Aachen kämpft gegen den Abstieg. Sie werden alles reinwerfen und alles versuchen, um gegen uns zu punkten. Wir werden aber von unserer Seite ebenso alles versuchen, um zu gewinnen – es wird ein heißer Fight werden.“ Platz 17 ist der bittere Zwischenstand für den Traditionsclub, der damit am Tor zur Oberliga steht. Vier Zähler beträgt der Abstand zum ersten Nicht-Abstiegsplatz (Bonner SC, 15.) bereits, auf die U23 von Schalke (14.) sind es bereits sieben. Zumindest ein Nachholspiel haben die Schwarz-Gelben, bei denen Fuat Kilic den Ende Oktober beurlaubten Patrick Helmes als Cheftrainer beerbt hat, noch in der Hinterhand.

Bei den Preußen stehen angesichts der Ausfälle morgen mehrere Umstellungen im Vergleich zur Vorwoche an. Hinten rechts wird Alexander Langlitz die Position von Julian Schauerte einnehmen, das verriet der Preußencoach bereits: „Dort hat Alex ja, bevor er zu uns kam, eigentlich sein Leben lang gespielt.“ Hinten links dürfte vermutlich, wie schon im Pokal, Luke Hemmerich beginnen und damit für Marvin Thiel reinrutschen. „Wir freuen uns trotz allem auf das Spiel, auf das Stadion – und wollen natürlich die drei Punkte mitnehmen!“

 

nullsechs.TV vor dem Auswärtsspiel

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