Jugendtrainer, Westfalenmeister, Leiter des Leistungszentrums, Interims-Co-Trainer bei den Profis, Präsidiumsmitglied: Seit 2007 bekleidet Sören Weinfurtner beim SC Preußen verschiedenste Funktionen – allesamt ehrenamtlich. Denn der 47-Jährige geht hauptberuflich weiterhin seiner Leidenschaft als Lehrkraft nach. Das hindert den stellvertretenden Schulleiter jedoch keineswegs daran, akribisch an der Zukunft des Adlerclubs mitzuwirken. Ganz im Gegenteil: Nach dem Abstieg in die Regionalliga im Jahr 2020 war Weinfurtner einer derjenigen, die im Verein eine Strategie für einen nachhaltigen und gesunden Wiederaufbau entwickelten.
„Sören steht sinnbildlich für die Kultur bei Preußen: für Jugend und Entwicklung, dafür, sich in den Dienst des Clubs zu stellen, wenn es darauf ankommt – und dabei immer Spaß und Freude zu vermitteln“, würdigt Ole Kittner, Geschäftsführer Sport, Strategie & Kommunikation, das Engagement Weinfurtners. „Er war auch Teil des Teams, das nach dem Abstieg in die Regionalliga 2020 direkt die Scherben aufgesammelt hat, ohne sich jemals in den Mittelpunkt zu drängen.“
Von der U13 bis in die U23
Über sein Lehramtstudium fand Weinfurtner einst den Weg nach Münster. Erste Trainererfahrungen hatte er bereits beim SV Höxter nahe seiner niedersächsischen Heimat gesammelt. 2007 folgte schließlich der Schritt zu den Adlerträgern – zunächst noch zur U13, einer der jüngsten Teams des SCP. Weinfurtner wusste jedoch schnell zu überzeugen: 2010 wurde er Co-Trainer der U23, 2012 Chef des Preußen-Unterbaus, den der B-Lizenzinhaber zu einem Spitzenteam der Westfalenliga formte.
Jahr für Jahr belegten die Adlerträger einen Platz im oberen Tabellendrittel und verpassten 2018 nur hauchdünn den erstmaligen Aufstieg in die Oberliga. Ein Jahr später sollte es dann gelingen. Seitdem ist die U23 des SCP in der fünften Spielklasse etabliert und bietet Talenten wie einst Jano ter Horst ein sportlich forderndes Sprungbrett in den Profifußball. Auch das ist ein Verdients Weinfurtners, der die Mannschaft nach dem Oberliga-Aufstieg stabilisierte und zweimal zum Klassenerhalt führte.
Wichtiges Verbindungsstück
2021 legte Weinfurtner sein Traineramt nieder und übernahm stattdessen die damals neu geschaffene Stelle des Sportlichen Leiters der Nachwuchsabteilung. Strategische Aufgaben rückten fortan in den Vordergrund – Aufgaben, die der Sportlehrer gerne annahm und mit denen er der Preußen-Jugend durch seine „ehrliche und zugleich offene Art ein klares Gesicht“ verlieh, wie Präsident Christian Pander betont. In seiner neuen Funktion trieb Weinfurtner die Anerkennung zum Nachwuchsleistungszentrum an, die im Juli 2025 von der DFL erteilt wurde. Ein Meilenstein für den Verein.
Im Leistungszentrum Münsterland übernahm Weinfurtner die Position des Leiters, während sein geschätzter Kollege Janis Hohenhövel die sportliche Verantwortung trug. Die neue Aufgabenverteilung bedeutete jedoch keineswegs eine Reduzierung des Arbeitspensums. Bereits ein halbes Jahr zuvor war Weinfurtner in das Präsidium berufen worden, um dort den Interessen der Jungadler mehr Gehör zu verschaffen. In dieser Rolle überzeugte er mit „einer klaren sportlichen Expertise, die uns auf allen Ebenen weiterhilft“, so Pander. „Darüber hinaus ist die Verbindung vom Leiter des Leitungszentrums ins Präsidium für uns von großem Wert. Ich bin sehr froh, dass Sören Teil unseres Teams ist.“
Auch Kittner schätzt Weinfurtner als „Verbindungsstück zwischen e.V. und KGaA sowie zwischen der Jugend und dem Lizenzbereich“, das sich permanent im engen und persönlichen Austausch mit den Verantwortlichen beider Seiten befindet.
Wenn der Club ihn braucht
Und auch wenn Weinfurtner das Rampenlicht gerne meidet, tritt er doch aus dem Hintergrund hervor, wenn es die sportliche Situation des Clubs verlangt. Etwa im Dezember 2019, als er gemeinsam mit seinem langjährigen Weggefährten Kieran Schulze-Marmeling und Fußballlehrer Arne Barez für drei Spiele die Profimannschaft betreute. Oder im Saisonfinale vor einem Jahr, als dem Interimsteam um Christian Pander die sensationelle Rettung in der 2. Bundesliga gelang.
Auch zum Ende der letzten Saison war auf Sören Weinfurtner wieder einmal Verlass: Nachdem Janis Hohenhövel als Sportliche Leiter des LZ kurzfristig zugleich die Funktion des Co-Trainer der Profimannschaft ausfüllte, mussten Aufgaben kurzfristig aufgefangen und umverteilt werden. Dabei bewies Weinfurtner einmal mehr, wie viel Herzblut in ihm für den Verein steckt – und dass er sich diesen Platz im Mittelpunkt, wenn auch nur für einen kurzen Moment, mehr als verdient hat. Wir danken dir, Sören!



