Nachdem sich die Würzburger Kickers am Montagabend im Aufstiegsspiel gegen den 1. FC Lokomotive Leipzig durchgesetzt haben, steht das Teilnehmerfeld der 3. Liga für die Saison 2026/27 endgültig fest. Die dritthöchste deutsche Spielklasse umfasst 20 Mannschaften. Acht davon, darunter natürlich auch der SC Preußen Münster, stammen aus Nordrhein-Westfalen. Ein Novum in der 18-jährigen Geschichte der eingleisigen 3. Liga.

Anstelle von 17 Teams treffen die Adlerträger in der kommenden Spielzeit auf 19 Gegner. Die weiteste Reise führt zum Stadion an der Grünwalder Straße in München (664 Kilometer), die kürzeste zur Sportclub Arena in Verl (78 Kilometer). Insgesamt müssen die Adlerträger und ihre treuen Anhänger mit An- und Abreise 12.136 Auswärtskilometer zurücklegen – 1.810 mehr als in der vergangenen Saison, aber auch 2.310 weniger als 2023/2024, als der SCP zuletzt drittklassig spielte.

Auf die Preußenfans warten auch in der 3. Liga warten wieder große Namen, traditionsreiche Standorte, einige bekannte Gesichter und der eine oder andere Neuling.

Fortuna Düsseldorf

Als Mitabsteiger aus der 2. Bundesliga ist Fortuna Düsseldorf der einzige Verein, auf den der SCP bereits in der Vorsaison traf. Dabei hatten die Rheinländer den Klassenerhalt am 34. Spieltag noch in der eigenen Hand, rutschten nach einer 0:3-Niederlage beim direkten Konkurrenten aus Fürth jedoch im letzten Moment auf Rang 17 ab. Trotz zahlreicher Abgänge und personeller Umstrukturierungen zählt Fortuna mit rund 38.000 Mitgliedern und der 54.000 Zuschauer fassenden Merkur Spiel-Arena zu den Schwergewichten der 3. Liga.

Rot-Weiss Essen

Kein VfL Osnabrück, kein Arminia Bielefeld. Der SC Preußen Münster muss in der kommenden Saison zwar auf seine beiden Derbyrivalen verzichten, darf sich aber auf den ebenfalls brisanten Westschlager gegen Rot-Weiss Essen freuen. Die Essener waren nah dran am Aufstieg in die 2. Bundesliga, scheiterten aber im Relegationsrückspiel an der SpVgg Greuther Fürth.

MSV Duisburg

Der Abstieg in die Regionalliga im Jahr 2024 traf den Traditionsklub aus dem Revier hart. Umso bemerkenswerter, wie schnell sich die Zebras von dem Schock erholten. Mit den früheren Adlerträgern Gerrit Wegkamp sowie Alexander Hahn gelang der sofortige Wiederaufstieg, in der vorherigen Spielzeit verpassten die Blau-Weißen die Relegation zur 2. Bundesliga nur denkbar knapp. Es bleibt spannend zu beobachten, wohin der Weg des Meidericher Sportvereins in der kommenden Spielzeit hinführt.

SC Verl

Mit 1.350 Mitgliedern und einer Stadionkapazität von 5.207 Zuschauern zählt der SC Verl zu den kleinsten Vereinen der 3. Liga. Gleichwohl durften die Ostwestfalen schon einige prominente Gesichter in den eigenen Reihen aufzählen: Als Spieler liefen u.a. Arne Friedrich, Ansgar Brinkmann und der spätere Preußentrainer Roger Schmidt für den Sportclub auf. An der Seitenlinie standen bekannte Persönlichkeiten wie Bernard Dietz, Dieter Hecking und mit Alexander Ende ein weiterer Trainer, den es später ebenfalls nach Münster zog.

TSV 1860 München

Zweifellos zählen die Münchner Löwen zu den prominentesten Vereinen der 3. Liga. Eine deutsche Meisterschaft, ein DFB-Pokalsieg und Europapokalauftritte zu Beginn des 21. Jahrhunderts verweisen auf eine ruhmreiche Vergangenheit. Die Fans des SCP dürfen sich aber nicht nur auf einen klangvollen Namen, sondern auch auf das beliebte Gastspiel im traditionsreichen Stadion an der Grünwalder Straße freuen.

Alemannia Aachen

Die frischesten Europapokal-Erinnerungen dürfte allerdings Alemannia Aachen besitzen: 2004 qualifizierte sich der TSV als Zweitligist über das DFB-Pokalfinale für den UEFA-Cup und erreichte dort sogar die Runde der letzten 32. Drei Jahre später spielte Alemannia noch einmal in der Bundesliga, ehe der Absturz in die Regionalliga folgte, in der der Verein zwölf Jahre lang verweilte. Seit 2024 ist Aachen zurück in der 3. Liga und stellte in der vergangenen Saison mit durchschnittlich 23.108 Zuschauern die zweitgrößte Heimkulisse der Liga.

Hansa Rostock

Der erste Platz in dieser Kategorie ging jedoch an den FC Hansa Rostock. Im Schnitt besuchten 24.988 Fans die Heimspiele im Ostseestadion – der FCH ist im gesamten Bundesland Mecklenburg-Vorpommern eine Institution, der zahlreiche Anhänger auch zu Auswärtsspielen folgen. Und das, obwohl Rostock der am weitesten entfernte Drittligastandort ist. In der kommenden Spielzeit stellt das Gastspiel in Meppen mit 414 Kilometern die kürzeste Auswärtsfahrt der „Kogge“ dar, gefolgt von Verl (436 Kilometer) und Münster (464 Kilometer).

SV Wehen Wiesbaden

Die Premierensaison „verpasste“ der damalige Zweitligist zwar, doch seit ihrer Einführung im Sommer 2008 hat kein Verein mehr Spielzeiten in der 3. Liga verbracht als der SV Wehen Wiesbaden. Die Hessen stiegen 2009 aus der 2. Bundesliga ab und waren – abgesehen von zwei kurzen Intermezzos im Fußballunterhaus 2020 und 2024 – durchgehend drittklassig vertreten. In bislang 16 Saisons absolvierte der SVW 568 Partien und führt mit 834 Punkten die ewige Tabelle der 3. Liga an.

SV Waldhof Mannheim

Eine lange Historie, viel Leidenschaft und treue Anhänger, die in jeder Lage die Stange halten – all das prägt den SV Waldhof Mannheim. Der traditionsreiche Arbeiterverein hält bis heute den deutschen Zuschauerrekord in der fünften Spielklasse: 18.313 Fans sahen im Juni 2011 einen 6:0-Erfolg gegen den FV Illertissen und feierten den Aufstieg in die Regionalliga. 2019 gelang schließlich der Sprung in die 3. Liga, in der sich Waldhof seither etabliert hat.

FC Viktoria Köln

FC Germania Kalk, VfR Köln rrh, SCB Viktoria Köln. In seiner 122-, bzw. 16-jährigen Vereinsgeschichte hat der FC Viktoria Köln schon zahlreiche Fusionen, Neugründungen und Namensänderungen durchlaufen. Seit 2010 treten die Schwarz-Weiß-Roten unter ihrem heutigen Namen an und stehen nun vor ihrer achten Drittliga-Saison in Serie.

FC Ingolstadt

Im Mai 2024 gelang dem FC Ingolstadt historisches: Mit einem 2:1-Finalsieg gegen die Würzburger Kickers gewann die Schanzer erstmals in ihrer Vereinsgeschichte den Bayrischen Landespokal. Noch größere Signalwirkung hatte jedoch eine wenige Wochen zuvor getroffene Personalentscheidung: Der FCI beförderte Sabrina Wittmann zur Cheftrainerin der Profimannschaft – als erste Frau überhaupt im deutschen Männerfußball, womit Ingolstadt bis heute eine Vorreiterrolle einnimmt.

Jahn Regensburg

Fünf Jahre, 219 Spiele, Westfalenpokalsieg und der Durchmarsch bis in die 2. Bundesliga: Gemeinsam mit seinem Co-Trainer Louis Cordes prägte Sascha Hildmann eine äußerst erfolgreiche Ära beim SC Preußen Münster. Seit März dieses Jahres trainiert das Duo den SSV Jahn Regensburg. Wir freuen uns auf das erste Wiedersehen mit den Coaches – verbunden mit einem ganz herzlichen: Servus, Sascha und Louis!

1.FC Saarbrücken

In einer 3. Liga voller Traditionsvereine finden sich auch vier Gründungsmitglieder der Bundesliga wieder. Neben dem SCP, 1860 München und dem MSV Duisburg zählt auch der 1. FC Saarbrücken zu diesem exklusiven Kreis. Wie die Adlerträger beendete der FCS die Debütsaison auf einem Abstiegsplatz, schaffte allerdings dreimal die Rückkehr ins Fußballoberhaus – zuletzt im Jahr 1992.

TSG Hoffenheim II

SCP gegen TSG – TSG gegen SCP: Dieses Duell gab es bislang noch nicht. In ihrer 120-jährigen Vereinsgeschichte sind die Adlerträger weder auf die Profis noch die Amateure der Kraichgauer getroffen. In der 3. Liga kommt es somit zur Premiere gegen die U23, die ihre Heimspiele im Dietmar-Hopp-Stadion austrägt. Jener Ort, an dem bis 2008 noch die Erste Mannschaft spielte und im selben Jahr den historischen Bundesliga-Aufstieg feierte.

SG Sonnenhof Großaspach

Wie schnell es im Fußball bergab wie bergauf gehen kann, hat die SG Sonnenhof Großaspach in den vergangenen Jahren am eigenen Leib erfahren. Gemeinsam mit dem SC Preußen stiegen die Württemberger 2020 aus der 3. Liga ab, nur zwei Jahre später folgte der Gang in die fünfte Spielklasse. Nach einem Durchmarsch aus der Oberliga ist der „Dorfklub“ nun wieder auf der Bühne des Profifußballs zurückgekehrt.

VfB Stuttgart II

Apropos Großaspach: Die Wegbeschreibung zur WIRmachenDRUCK Arena kann sich der Preußenanhang schon einmal merken, denn die Heimat der SG Sonnenhof ist zugleich auch die Spielstätte des VfB Stuttgart II. Dort hat sich der Nachwuchs des Champions-League-Teilnehmers in den vergangenen beiden Jahren bereits erfolgreich an das Drittliga-Niveau angepasst.

Fortuna Köln

Von den 20 Teilnehmern der 3. Liga stammen acht aus Nordrhein-Westfalen, darunter wiederum zwei aus der rheinischen Metropole Köln. Mit der Fortuna stößt als Meister der Regionalliga West ein weiterer Klub aus der Domstadt zur bereits etablierten Victoria hinzu. Anders als im Fall Großaspach/Stuttgart II teilen sich die beiden Stadtrivalen jedoch keine gemeinsame Spielstätte. Groundhopper dürfen sich somit darauf freuen, neben dem Sportpark Höhenberg auch das Kölner Südstadion abzuhaken – sofern dies nicht ohnehin längst geschehen ist.

SV Meppen

Etwa 112 Kilometer trennen das LVM-Preußenstadion von der Hänsch-Arena in Meppen. Betrachtet man die jüngere Transferhistorie beider Klubs, könnte man meinen, dass die Wege zwischen beiden Standorten noch kürzer ausfallen. 2025 wechselte Aufstiegsheld Thorben Deters aus Münster ins Emsland, während Preußentalent Leon Tasov in der vergangenen Rückrunde bereits zum zweiten Mal an den SVM ausgeliehen wurde. Und dann ist ja noch Mika Stuhlmacher, der als erster Sommerneuzugang vom Aufsteiger zum SCP wechselt.

Würzburger Kickers

Der vierte Aufsteiger im Bunde heißt Würzburger Kickers. Als Tabellenzweiter der Regionalliga Bayern profitierten die Unterfranken davon, dass Meister 1. FC Nürnberg II auf die Teilnahme an den Aufstiegsspielen verzichtete. Würzburg rückte nach, nutzte seine Chance und kehrt nun nach vier Jahren in der Viertklassigkeit zurück in die 3. Liga.

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