Die Spannung an der Hammer Straße steigt langsam, morgen empfängt der SC Preußen Münster Rot-Weiß Essen zum Westschlager in der Domstadt. Ein Duell, das nach über einem Jahrzehnt Pause, die Preußenfans im eigenen Wohnzimmer mit Sicherheit elektrisiert und für volle Ränge gesorgt hätte. Angesichts der Umstände sind die Preußenfans gezwungen, das #Heimwärtsspiel vor den Bildschirmen zu verfolgen. „Ich hätte mir auch ein anderes, actionreicheres Drumherum gewünscht, aber das ist leider nicht zu ändern“, schwang am Freitag auf der virtuellen Pressekonferenz auch bei Trainer Sascha Hildmann ein wenig Wehmut mit. Das ändert aber nichts daran, dass sowohl der Fußballlehrer selbst als auch seine Mannschaft bis in die Haarspitzen motiviert in das Duell gehen werden: „Die Jungs sind heiß, alle wollen in den Kader, geschweige denn in die Startelf. Wir werden einige harte Entscheidungen treffen müssen.“

Als Aufstiegsfavorit reisen die Rot-Weissen dabei mit einer großen Erwartungshaltung an und stehen unter Zugzwang, um im Gleichschritt mit Borussia Dortmund II weiterzumarschieren. Die Adlerträger liegen, mit einem ordentlichen Rückstand, auf Platz drei und können durch die direkten Duelle zumindest noch ein Wörtchen bei der Aufstiegsfrage mitreden. „Essen kommt natürlich mit einem Auftrag hierher“, weiß Sascha Hildmann natürlich um die Situation der Gäste, aber eben auch um die Qualität, die beim Spitzenteam fraglos vorhanden ist: „Sie haben viele wirklich gute Spieler. Für mich ist Dennis Grote das Herz und die Seele der Mannschaft. Er baut das Spiel immer wieder von hinten auf, spielt super Bälle. Ihn müssen wir in seinem Wirken einschränken. […] Wir haben noch 14 Spiele, das ist ein dickes Brett. Wir werden uns treu bleiben und weiter von Spiel zu Spiel schauen und am Ende sehen, wofür es reicht. Fünf Euro ins Phrasenschwein, aber das ist eben so.“

„Das kann morgen interessant werden. Wir wollen uns beweisen und zeigen, das ist schon eine Art Gradmesser für uns. Und uns liegen spielstarke Mannschaften eher als Teams, die sich nur hinten einmauern.“

Trainer Sascha Hildmann

Drei Spiele in Folge ließ Trainer Sascha Hildmann zuletzt die gleiche Startelf beginnen – ein Glück für den Coach, der auch am morgigen Samstag wieder fast aus dem Vollen schöpfen kann. „Bis auf Benedikt Zahn sind alle einsatzbereit“, so die gute Nachricht vor der Partie. Gleich im Anschluss verriet er aber auch: „Wir werden rotieren und wollen uns auch nach Essen richten, um sie als Mannschaft kompakt zu verteidigen und zu stoppen.“ Mehr wollte er sich noch nicht entlocken lassen, um RWE-Trainer Christian Neidhart die Aufgabe nicht zu leicht zu machen. Der war, so wie es Gewohnheit im Fußball ist, beim letzten Heimspiel selbst im Preußenstadion, um sich einen Eindruck zu verschaffen. „Das kann morgen interessant werden. Wir wollen uns beweisen und zeigen, das ist schon eine Art Gradmesser für uns. Und uns liegen spielstarke Mannschaften eher als Teams, die sich nur hinten einmauern.“

Einen Rückschlag wollte der Preußencoach das jüngste Unentschieden gegen die Sportfreunde Lotte dabei nicht nennen. „Wir haben in Spielen davor mal das nötige Glück gehabt, das hat uns in Lotte gefehlt. Uns war aber klar, dass auch das wieder passieren wird“, bleibt Sascha Hildmann seiner positiven Art treu – und die Adlerträger können mit dem Selbstbewusstsein und sechs ungeschlagenen Spielen in Serie in die Partie gehen. Von einer Mini-Krise wurde vor Kurzem auch bei Essen gesprochen, die Ende Februar bei Fortuna Düsseldorf II die erste Saisonniederlage kassierten und auch im DFB-Pokal Viertelfinale gegen Zweitligist Holstein Kiel die Segel streichen mussten. Sofern das überhaupt als Krise oder Rückschlag durchgeht, hat sich der Club aber in der Vorwoche mit einem 2:0-Heimsieg gegen Fortuna Köln in der Erfolgsspur zurückgemeldet und den Fokus jetzt in Gänze auf die Mission Aufstieg gelegt. So oder so, die Preußen haben eine schwierige Aufgabe im #Heimwärtsspiel vor der Brust. Im Vergleich zur 0:1-Niederlage im Hinspiel sind die Adlerträger aber sicherlich ein, zwei Schritte weiter. Ob das zum Heimsieg gegen den Titelkandidaten reicht, wird sich morgen zeigen.

 

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