Der SC Preußen 06 e.V. Münster trennte sich vom SV Wehen Wiesbaden mit 0:0-Unentschieden. Vor 5.834 Zuschauern zeigten zwei teils bemühte Teams eine schwache Chancenausbeute, sodass ein torloses Remis ein passendes Spiegelbild der Partie darstellt. Die beste Möglichkeiten hatte auf Seiten der Adlerträger Mehmet Kara, SVWW-Schlussmann Markus Kolke parierte aber in letzter Sekunde.

Für Preußentrainer Ralf Loose entspannte sich die Personallage weitesgehend, nachdem unter der Woche mehrere Akteure mit dem Training aussetzen mussten: Kapitän Amaury Bischoff und Stürmer Marcel Reichwein meldeten sich nach überstandener Erkältung rechtzeitig fit, Björn Kopplin rückte nach seinem Muskelfaserriss wieder in die Startelf. Außenverteidiger Stephane Tritz spielt dagegen keine Rolle in den Kaderplanungen des Fußballlehrers, er laboriert weiter an einem Bluterguss im Knie. Unerfreulich für SCP-Coach Loose war der kurzfristige Ausfall von Abwehrspieler Marc Heitmeier, der mit einem Magen-Darm-Infekt krankheitsbedingt passen musste. Chris Philipps bildete daher zusammen mit Marco Pischorn das Innenverteidiger-Duo.

Bemühte Adlerträger ohne Durchschlagskraft

Der Fußball sollte am Samstagnachmittag zwar in den Vordergrund rücken, ohne aber die schrecklichenen Ereignisse aus Paris zu vergessen. Beide Mannschaftskapitäne verlasen in Gedanken an die Opfer der Anschläge eine Botschaft, ehe sich das gesamte Stadion für eine Minute in Schweigen hüllte. Mit dem Anpfiff begann zunächst eine muntere Partie, die von Offensivbemühungen beider Seiten geprägt wurde. Beide Teams suchten von Beginn an den Weg nach vorne, verloren durch häufige Fehlpässe das Spielgerät aber meistens bevor sie ins letze Drittel vordringen konnten.

Nach 25 Minuten tauchten die Adlerträger erstmals vor dem Tor von Schlussmann Markus Kolke auf. Philipp Hoffmann setzte sich auf der rechten Seite durch, flankte flach auf Marcel Reichwein, der den Ball geschickt auf den freistehenden Mehmet Kara weiterleitete. Eben jener Kara verzog von der Sechzehnerkante aber deutlich. Sein Pendant auf Seiten der Schwarz-Weiß-Grünen, Niklas Lomb, musste nach einer Flanke von Marc Lorenz erstmals tief durchatmen. Luca Schnellbacher stand im Strafraum zum Einschieben bereit, trat im entscheidenden Moment aber über den Ball.

Der Offensivdrang beider Teams ließ zu Beginn des zweiten Durchgangs noch einmal nach, die Bemühungen der Preußen sollten heute zudem einfach kein Durchkommen gegen den kompakten Gegner finden. Besonders ärgerlich für den SCP ist, dass Kapitän Bischoff für ein Foul am Mittelkreis seine fünfte Gelbe Karte kassierte und somit in Dresden fehlen wird. Die Wiesbadener wurden am heuten Nachmittag oft sträflich frei gelassen, verspielten die Gelegenheiten ihreseits aber ebenso oft kläglich: Lorenz brachte den Ball punktgenau in den Strafraum, Kevin Schindler kam komplett blank zum Schuss, schoss aber mehrere Meter übers Tor.

Ein mittlerweile fahriges Spiel verlor mit fortlaufender Spielzeit zunehmend an Dynamik, bis die Hausherren noch einmal einen kleinen Angriffslauf starteten. Eine Flanke von Björn Koppling nahm Kara direkt, SVWW-Keeper Kolke konnte das Spielgerät aber mit den Fingerspitzen noch an den Pfosten lenken. Die beste und gleichzeitig letzte nennenswerte Möglichkeit des SCP in Durchgang zwei.

Trainerstimmen:

Sven Demandt: „Wir haben auswärts oft schon Spiele in den letzten Minuten hergeschenkt – Heute zum Glück nicht, die Mannschaft hat es einfach besser gemacht. Ich kann mit dem Punkt gut leben und angesichts der Chancen, denke ich wir waren dem Sieg ein stückweit näher.“

Ralf Loose: „Wollten das Spiel über 90 Minuten in die Hand nehmen. Wiesbaden hat es aber besonders defensiv gut gemacht und uns ist einfach kein richtiger Abschluss gelungen. Ich glaube trotzdem, ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Sie haben alles versucht.“

Spieldaten:

Preußen Münster: Lomb – Kopplin, Philipps, Pischorn, Müller – Lapprevote, Bischoff, Schwarz (Özkara, 81.) – Hoffmann (Amachaibou, 81.), Reichwein (Krohne, 66.), Kara

SV Wehen Wiesbaden: Kolke – Funk, Dams, Geyer, Mintzel – Book, Pezzoni – Schindler, Mrowca (Blacha, 90.), Lorenz – Schnellbacher (Ruprecht, 74.)

Tore: –

Gelbe Karte: Bischoff / Mintzel, Book

Gelb-Rote Karte: Mintzel (72.)

Zuschauer: 5.834

Schiedsrichterin: Bibiana Steinhaus (Hannover)

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