Erst fünf Tage ist es her, da beendete der SC Preußen mit einem 2:1-Erfolg bei Eintracht Braunschweig seine Sieglosserie. „Die Stimmung im Team war sehr positiv“, blickt Trainer Alexander Ende auf die Trainingswoche zurück und fügt an: „Auch wenn es in der Kabine nach den Spielen viel Frust gegeben hat, hat diese Mannschaft immer funktioniert. Wir sind nie auseinandergebrochen. Trotzdem sind wir nach diesem Sieg etwas gelöster.“ Allzu lange haben sich die Adlerträger nicht mehr mit dem Auswärtsspiel beschäftigt. „Das Spiel ist abgehakt“, kommentiert Ende. Der Fokus richtet sich auf die nächste Aufgabe: Herthas BSC. Dabei kommt es am Sonntag (13:30 Uhr) im ausverkauften LVM-Preußenstadion zum bereits dritten Aufeinandertreffen beider Clubs in dieser Saison.
Mit den Berlinern hat der SCP, wie Innenverteidiger Jannis Heuer bemerkt, noch „eine Rechnung offen.“ Schließlich zogen die Schwarz-Weiß-Grünen sowohl im DFB-Pokal (3:5 nach Elfmeterschießen) als auch im Liga-Hinspiel (1:2) jeweils den Kürzeren. Preußen-Coach Ende spricht dabei von „zwei ganz unterschiedlichenSpielen“ mit „zwei ganz verschiedenen Ansätzen“ – die meisten werden ihm dabei zustimmen. In beiden Partien ließen die Preußen die nötige Effizienz vor dem gegnerischen Tor vermissen. Während der SCP im Pokal mit 70 % Ballbesitz und 27:11 Torschüssen jedoch deutlich dominanter auftrat, stand wenige Wochen später eine verdiente Niederlage im Berliner Olympiastadion.
Und dieses Mal? „Ich glaube, dass dieses Spiel eine eigene Geschichte haben wird und neue Herausforderungen mit sich bringt“, betont Ende. Zumal sich die Ausgangslage im Vergleich zur jüngsten Begegnung erheblich verändert hat. Im Oktober belegte die „Alte Dame“ noch den 13. Tabellenplatz, setzte jedoch mit dem Heimsieg gegen Münster zur großen Aufholjagd an. Zur Winterpause waren die Berliner mittlerweile auf Platz Sechs vorgedrungen und verstärkten sich mit dem 35-fachen kroatischen Nationalspieler Josip Brekalo – ein Transfer, der die Aufstiegsambitionen der Hertha einmal mehr unterstrich. Der Neuzugang schlug im ohnehin prominent besetzten Kader voll ein und erzielte in vier Einsätzen bereits drei Treffer. Die gewünschten Ergebnisse blieben jedoch insbesondere gegen die direkte Konkurrenz aus Hannover (2:3) und Paderborn (2:5) aus. Der Rückstand auf den Relegationsrang beträgt mittlerweile acht Zähler. Um im Aufstiegsrennen noch entscheidend mitzumischen, ist der Tabellensiebte (37 Punkte) entsprechend gewillt, nach dem 2:1-Heimsieg gegen den 1.FC Nürnberg in der Vorwochenachzulegen.
Gleiches gilt natürlich auch für die Adlerträger, die bei mit einem Heimsieg auf die Abstiegsplätze weiter Luft verschaffen können. Für dieses Unterfangen darf sich der Preußentrainer über eine entspanntere Personallage freuen. Von den Kreuzbandpatienten abgesehen fallen lediglich Lars Lokotsch und Luca Bolay verletzt aus. Paul Jaeckel ist dagegen nach seiner Gelb-Roten Karte in Braunschweig gesperrt.
Bevor es am Sonntag wieder auf Punktejagd geht, haben wir mit seinem Innenverteidiger-Partner Jannis Heuer gesprochen. Bei nullsechs.TV erfahrt ihr, was der 26-Jährige vom nächsten Heimspiel erwartet.



