Am 16. Spieltag der 3. Liga bezwang der SC Preußen 06 e.V. Münster vor 12.011 Zuschauern im Stadion an der Hammer Straße den MSV Duisburg verdient mit 1:0 (1:0) und machten durch den achten Saisonerfolg einen großen Satz in der Tabelle. Amaury Bischoffs Elfmetertor Mitte der ersten Hälfte machte den Sprung auf den zweiten Tabellenplatz perfekt.

Im achten Heimspiel der Saison veränderte Cheftrainer Ralf Loose seine Startformation im Vergleich zum Unentschieden bei Fortuna Köln gezwungernermaßen auf einer Position. Simon Scherder ersetzte Vize-Kapitän Dominik Schmidt, der aufgrund einer Ampelkarte in Köln gesperrt fehlte, in der Innenverteidigung. Da auch Spielführer Jens Trucknebrod zu Beginn der Partie auf der Bank Platz nahm, führte Top-Torjäger Marcel Reichwein die Adlerträger zum ersten Mal als Kapitän auf das Spielfeld. Auf der Gegenseite lief der vor der Spielzeit von den Preußen zum MSV gewechselte Dennis Grote auf seiner angestammten linken Außenbahn auf.

Nach einer fünfminütigen Abtastphase waren es die Adlerträger, die die erste große Torchance für sich zu verzeichnen hatten. Erik Zenga eroberte auf der echten Seite den Ball und fand mit einer scharfen Hereingabe Mehmet Kara, dessen Schuss MSV-Keeper Michael Ratajczak abwehren und auch den Nachschuss von Reichwein parieren konnte (7.). Auf der Gegenseite verfehlte Steffen Bohl mit einem Distanzschuss das Gehäuse der Preußen nur knapp.

Grote foult – Bischoff trifft

Es entwickelte sich eine temporeiche und auf den Rängen stimmungsvolle Partie, die beide Mannschaften mit offenem Visier bestritten. Man merkte den Kontrahenten an, dass sie die Chance auf den zweiten Rang nutzen wollten. Die Loose-Elf agierte allerdings aggressiver und erspielte sich die größeren Tormöglichkeiten. Bischoff kam in aussichtsreicher zum Abschluss, der aber im letzten Moment geblockt und neben das Tor abgelenkt werden konnte (10.). Die Teams beharkten sich in den Zweikämpfen und suchten den direkten Weg zum Tor. Als Kevin Schöneberg seinen Kollegen Marcus Piossek auf die Reise schickte, fuhr ihm Ex-Preußen Grote in die Parade – logische Konsequenz: Strafstoß für die Adlerträger und Gelbe Karte für Grote. Bischoff übernahm die Verantwortung und traf unten links zur Führung (31.).

Nur wenige Zeigerumdrehungen später bot sich den Preußen die Gelegenheit, die den Spielstand auf 2:0 in die Höhe zu schrauben. Nach einem blitzsauberen Konter spielte Benjamin Siegert Reichwein frei, der den Ball mit dem Außenrist aber knapp am MSV-Kasten vorbeisetze (33.). Das Tor spielte den Preußen in die Karten, die in der Folgezeit die bessere Spielkontrolle besaßen und sich die Pausenführung verdienten.

Heitmeier und Scherder wie ein Bollwerk

Im zweiten Spielabschnitt entwickelte sich ein absolutes Kampfspiel. Intensive Zweikämpfe und strittige Szenen prägten die Begegnung. Die Adlerträger stellten sich zum Teil tief und kompakt auf und lauerten auf Konter oder Fehler vom Gegner. Nach einem kapitalen Ballverlust der Gäste vor dem eigenen Strafraum hatte Mehmet Kara freie Bahn, setzte seinen Abschluss aus halblinker Position aber neben das Gästetor (67.).

In den Schlussminuten erhöhten die Meidericher das Risiko, um den Ausgleichstreffer zu erzielen. Allerdings hielt die Abwehr um die sehr starken Simon Scherder und Marc Heitmeier den Bemühungen stand und ließen kaum eine echte Gelegenheit der Gäste zu. Angetrieben von den Preußen-Fans sicherten sich die Adlerträger den fünften Erfolg vor eigenem Publikum. Am kommenden Wochenende gastieren die Preußen bei den Stuttgarter Kickers, wobei es darum geht, den gegen den MSV Duisburg erkämpften zweiten Tabellenplatz zu verteidigen.

Spieldaten:

Münster: Masuch – Schöneberg, Scherder, Heitmeier, Hergesell – Zenga, Bischoff (83. Truckenbrod) – Siegert, Piossek, Kara (83. Hoffmann) – Reichwein (63. Krohne)

Duisburg: Ratajczak – Schorch (46. Schnellhardt), Hajri, Meißner, Feltscher – Bohl, Albutat – Gardawaski, Janjic, Grote (63. Dum) – Onuegbu (70. Klotz)

Tore: 1:0 Bischoff (31., Foulelfmeter)

Gelbe Karten: Heitmeier, Hergesell, Piossek / Grote, Hajri, Dum

Zuschauer: 12.011

Schiedsrichter: Dr. Robert Kamka (Mainz)

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