Nachdem der SC Preußen 06 e.V. Münster zuletzt zwei Mal auswärts ran musste, meldeten sich die Adlerträger am Samstagnachmittag mit einem 3:1-Erfolg über den Chemnitzer FC an der Hammer Straße zurück. Während die Münsteraner es in Durchgang eins noch verpassten, ihre spielerisch starke Leistung in Tore umzumünzen, nutzten die Hausherren in Durchgang zwei ihre Chancen eiskalt aus. Dabei führten Amaury Bischoff, Adriano Grimaldi – der seinen ersten Treffer im Preußendress erzielte – und Marco Pischorn die Domstädter mit ihren Toren auf die Siegerstraße und sorgten für den verdienten Endstand.

Nach der englischen Woche ist für die Adlerträger schon wieder vor der englischen Woche: Auf die Münsteraner warten bereits die nächsten drei Begegnung innerhalb von sieben Tagen – und den Auftakt wollten die Schwarz-Weiß-Grünen im Heimauftritt gegen die Gäste aus Sachsen erfolgreich gestalten. Umso erfreulicher, dass sich die Reihen in Steffens Truppe in den letzten Tagen wieder gefüllt hatten und der Fußballlehrer auf mehr Optionen zurückgreifen konnte. Davon machte der 46-Jährige schließlich Gebrauch und schickte fünf frische Kräfte ins Rennen um die Punkte: Marc Heitmeier rückte wieder an die Seite von Marco Pischorn in der Innenverteidigung, ebenso durfte Stephane Tritz von Beginn an auflaufen und den erkrankten Felix Müller auf der Linksverteidigerposition ersetzen. In der Mittelfeldzentrale meldeten sich Amaury Bischoff und Mehmet Kara zurück, die den Spielaufbau der Hausherren neu beleben sollten. Als letzte Umstellung schickte Steffen Rogier Krohne wieder über den linken Flügel auf Torejagd.

Preußen mit viel Ballbesitz, Chemnitz mit dem Tor

Im weiten Rund durften sich die 6.532 Zuschauer von Minute eins an über einen offensiven Auftritt der Preußen freuen, die sehr viele Ballbesitzanteile verbuchen konnten und in den Zweikämpfen stets präsent waren. Ganz im Sinne von Horst Steffen setzten die Jungs von der Hammer Straße die Chemnitzer konsequent in ihrer Hälfte unter Druck, sodass sich die Sachsen keineswegs entfalten konnten. Und während in den letzten Begegnungen die eigene Vorwärtsbewegung ins Stocken geraten war, tauchten Steffens Schützlinge immer wieder in der Nähe des CFC-Strafraums auf, verpassten es jedoch, sich eine zwingende Torchance zu erarbeiten. Doch aus dem berühmt-berüchtigten Nichts heraus, stellten die Himmelblauen dann doch ihre Qualität unter Beweis: Nach einem Ballverlust im Mittelfeld spielten es die Gäste schnell über die rechte Seite und Philip Türpitz nutzte die Unordnung in der Preußen-Defensive aus, legte auf Daniel Frahn quer, der den Ball nur noch über die Linie drücken musste (39.). Trotz ihres mutigen und offensiven Auftritts mussten sich die Schwarz-Weiß-Grünen schlussendlich mit einem Rückstand in die Pause verabschieden.

Grimaldis erster Treffer leitet Erfolg ein

Vier Minuten brauchten die Domstädter schließlich in Halbzeit zwei, um nachzuholen, was sie zuvor 45 Minuten lang verpasst hatten: Ein Tor zu schießen. Aber alles der Reihe nach. Philipp Hoffmann trug einen Angriff über Rechts nach vorne, seinen Flanken-Versuch blockte ein CFC-Verteidiger aber mit der Hand und Referee Daniel Schlager zeigte auf den Punkt. Amaury Bischoff schnappte sich das Spielgerät, trat zum Elfmeter an – und verschoss. Den Abpraller von Schlussmann Kevin Kunz brachte der Kapitän dann aber im Tor unter und glich zum 1:1 aus. In der Folge gestalteten die Himmelblauen das Aufeinandertreffen aber immer ausgeglichener und die Begegnung wurde zeitweise sehr hektisch. Das kam aber eher den Gästen entgegen, denn die Spielkontrolle aus Durchgang eins war den Adlerträgern abhanden gekommen und die Chemnitzer konnten ihrerseits mehrere Möglichkeiten aufweisen.

Aber dann bot sich den Zuschauern an der Hammer Straße ein ähnliches Bild wie in Hälfte eins, als die Chemnitzer ihre Führung erzielt hatten: Chris Philipps eroberte auf Höhe der Mittellinie den Ball, steckte das Leder sehenswert auf Adriano Grimaldi durch, der alleine auf Torwart Kunz zulief und souverän zum 2:1 einschob (76.). Und als wäre der Treffer eine Art Brustlöser gewesen, änderte sich das Auftreten der Domstädter wieder schlagartig. In den Zweikämpfen präsenter, knüpften Steffens Schützlinge wieder an die Leistung aus Durchgang eins an – mit dem entscheidenden Unterschied, dass sie dabei Treffer erzielten. Einen gut getretenen Freistoß von Bischoff verlängerte Pischorn unhaltbar ins lange Eck und markierte die 3:1-Vorentscheidung (79.). Schlussendlich belohnten sich die Münsteraner doch noch für ihren Auftritt und fuhren zu Beginn der zweiten englischen Woche wichtige Zähler ein.

Trainerstimmen zum Spiel:

Karsten Heine: „Wir sind ganz gut reingekommen, haben den Preußen dann aber zu viele Räume gelassen und der Druck war enorm hoch. Wir konnten dann eine unsere wenigen Möglichkeiten nutzen und in Führung gehen. Der Elfmeter war meiner Meinung nach keiner, meine Mannschaft hat das aber gut weggesteckt. Dann führen ein Konter und ein Freistoß zu den Gegentoren und die Kuh war vom Eis.“

Horst Steffen: „Wir haben heute ein gutes Spiel in Halbzeit eins gemacht, ohne aber klare Torchancen verbuchen zu können. Ob es ein Elfmeter war, weiß ich nicht genau, vielleicht war es auch die Brust. Uns hat das aber geholfen, den Glauben wiederzufinden. Mit dem tollen Pass von Chris Philipps und dem Tor von Marco Pischorn haben wir das Spiel entschieden, obwohl die Begegnung deutlich offener war als im ersten Durchgang.“

Daten zum Spiel:

SCP: Lomb – Kopplin, Heitmeier, Pischorn, Tritz – Bischoff, Philipps, Kara (Laprevotte, 77.) – Hoffmann, Reichwein (Grimaldi, 61.), Krohne (Amachaibou, 46.)

Chemnitz: Kunz – Stenzel, Endres, Röseler, Bittrof – Türpitz, Dem, Danneberg, Uzoma (Cincotta, 73.)– Fink, Frahn

Tore: 0:1 Frahn (39.), 1:1 Bischoff (49.), 2:1 Grimaldi (76.), 3:1 Pischorn (79.)

Gelbe Karten: Kopplin / Röseler, Bittrof, Fink, Dem

Zuschauer: 6.532

Schiedsrichter: Daniel Schlager (Raststatt)

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