Von ganz oben geht’s für den SC Preußen Münster am Samstag nach ganz unten: Nach dem 1:1-Unentschieden gegen den Spitzenreiter Borussia Dortmund II folgt für die Adlerträger die Auswärtspartie beim Ligaschlusslicht RW Ahlen. Wer jetzt aber von einem Selbstläufer ausgeht, macht es sich zu leicht. „Das ist viel zu kurz gedacht. Wenn du in der Liga erfolgreich sein willst, musst du jedes Spiel gleich angehen“, betont auch Trainer Sascha Hildmann eindrücklich. Ein Beleg dafür? Im heimischen Wersestadion haben die Ahlener zuletzt Rot-Weiss Essen mit 2:1 geschlagen, auch der BVB kam nicht über ein 1:1-Unentschieden hinaus. Vier Punkte gegen die Spitzenteams, die gleiche Ausbeute wie die Adlerträger. Die Preußen sind also gewarnt und wissen auch aus dem Hinspiel, das spät nur knapp mit 1:0 gewonnen wurde, um die Schwere der bevorstehenden Aufgabe. „Es gibt keine Partie, die du im Vorbeigehen gewinnst. Das ist einfach Fakt“, so der Fußballlehrer.

Nach zuletzt vier Heimspiel wieder auswärts

Nach zuletzt vier Heimspielen in Serie sind die Adlerträger an Spieltag 35 mal wieder auswärts gefordert. Das altehrwürdige Wersestadion ist das Ziel, die Strecke dorthin denkbar kurz. Nur 37 Kilometer trennen beide Spielstätten voneinander, eine gute halbe Stunde Fahrzeit. Den Rasen im Preußenstadion wird es freuen, wenn er nach dem jüngsten Marathonprogramm ein paar Tage Ruhe bekommt. Ob das Geläuf beim Tabellenletzten allerdings viel besser sein wird, da darf zumindest ein Fragezeichen hinter gesetzt werden: „Wir werden die Gegebenheiten so oder so annehmen und wollen auch dieses Spiel unbedingt gewinnen. Auch, wenn wir bei den Platzverhältnissen wohl pragmatischer und vorsichtiger an die Sache herangehen müssen.“

„Es soll hier bei Preußen Münster eine Entwicklung stattfinden – und die sehen wir gerade.”

Trainer Sascha Hildmann

Während die Preußen unter der Woche noch gegen Dortmund gefordert waren, fiel das Auswärtsspiel der Rot-Weißen bei Fortuna Köln aus. Die Kräftereserven der Wersekicker dürften also aufgeladen sein, bei den Münsteranern deutete der Chefcoach zumindest Wechsel an: „Wir haben vorhin in der Kabine noch viel diskutiert und ich glaube, wir sollten rotieren. Eine gewisse Müdigkeit ist doch vorhanden. Und in englischen Wochen, in denen wir im dritten Spiel nicht rotiert haben, waren wir oft nicht so frisch. Von daher würde es uns guttun, wenn wir zwei, drei frische Kräfte reinwerfen.“ Genauer wurde Sascha Hildmann nicht, sprach aber auf Nachfrage bei der Pressekonferenz über die letzten Systemwechsel in den Spielen: „Es soll hier bei Preußen Münster eine Entwicklung stattfinden – und die sehen wir gerade. Dazu gehört, verschiedene Formationen und Systeme spielen und auch zwischen ihnen wechseln zu können. Wir wollen nicht berechenbar sein, das hilft uns. Und in einer guten Phase, in der zusätzlich alle Jungs fit sind, kannst du verschiedene Dinge auch ausprobieren.“

Langlitz kehrt in den Kader zurück

Personelle Wechsel stehen für die Partie zwar im Raum, immerhin gab es nach dem letzten Spiel aber keine weiteren Ausfälle. „Zudem kehrt Alexander Langlitz in den Kader zurück, da bin ich sehr froh drüber“, zeigt sich der Coach zufrieden – und freute sich auch für Jannik Borgmann, der zuletzt zweimal von Beginn an ran durfte und überzeugte: „Er hat in den letzten beiden Jahren kaum spielen können, konnte zuletzt auch nicht bei der U23 Spielpraxis sammeln, was wichtig gewesen wäre. Und dann liefert er in den Partien ab, das freut mich sehr für ihn.“ Die Voraussetzungen, auch Partie Nummer 15 in Serie ungeschlagen zu bleiben, sind also gut. Leicht wird das gegen eine „unangenehme Ahlener Mannschaft“ aber keinesfalls.

 

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