Auch auf engstem Raum können Fußballtrainer sinnvolle Übungen durchführen. Wenn aber vier Juniorenmannschaften zugleich auf dem Kunstrasen im Jugendstadion des SC Preußen Münster am Ball sind, ist viel Phantasie gefragt, die rund 80 versammelten Kicker unterschiedlicher Generationen zielgerichtet auszubilden.

Dieses Szenario ist Woche für Woche gang und gäbe auf dem hochbelasteten und bereits mehrfach geflickten Kunstrasenplatz hinterm Stadion. Davon überzeugten sich neun Vertreter der im Rat der Stadt Münster vertretenen Parteien. Dass sich die politischen Vertreter ein Bild der Trainingsbedingungen machen konnten, geschah auf Einladung von Jens Lammers (Teammanager U 19) und Tommy Indlekofer (Trainer U 14). Die YOUNGSTARS-Verantwortlichen thematisierten ihr Dilemma mit der Bitte, Wege zur Abhilfe auszuloten. Möglichst kurzfristig und unabhängig von der Stadion-Standortdebatte.

Andreas Nicklas, Dr. Dietmar Erber (beide CDU), Klaus Rosenau (Bündbis 90/Die Grünen), Philipp Hagemann (SPD),  Sanda Wübken und Philip Rieger (beide FDP) sowie das Trio der Linken mit Katharina Geuking, Hans-Ulrich Suhre und Heiko Wischnewski sahen nicht nur auf dem Rasen zu, sondern sich auch im Kabinentrakt um und diskutierten anschließend mit etlichen YOUNGSTARS-Vertretern –  Trainern wie Betreuern – im Presseraum der Tribüne den Ist-Zustand und mögliche Lösungsansätze.

Thematisiert wurde auch das Fehlen von Örtlichkeiten zum differenzierten Training sowie der Nachteil der Bundesliga-Teams U 19 und U 17, nie auf Naturrasen trainieren zu können, aber stets darauf um Punkte spielen zu müssen. Zur Sprache kam der logistische Aufwand, den Spielbetrieb auf den (Heim-)Spielstätten in Coerde und der Sentruper Höhe zu gewährleisten. „Auf dem hohen Niveau, auf dem sich die Preußenteams bewegen, kann man so nicht arbeiten“, schüttelte beispielweise Hans-Ulrich Suhre den Kopf. „Für mich war es sehr wertvoll, den normalen Betrieb einmal so zu erleben – und es ist deutlich, dass der optimierungsbedürftig ist“, sagte Andreas Nicklas. Und Philipp Hagemann wertete deutlich: „Jeder sieht doch, dass das gar nicht geht, wie hier gearbeitet werden muss.“

Im 2017 publizierten „Bebauungsplan Nr. 568, Sportpark Berg Fidel“ finden sich für den SCP interessante Verbesserungsskizzen wie zwei weitere Trainingsplätze, aber das Bebaungsplanverfahren ist bisher nicht auf den Weg geschickt worden. „Den Plan umzusetzen, ist eine Möglichkeit. Alle Parteien haben sich darauf geeinigt“, blickte Klaus Rosenau auf das Prozedere. Was finanziell machbar sei und gestemmt werden könne, müsse ermittelt werden, argumentierte Sandra Wübken: „Behelfsmäßig geht immer etwas. Aber auch ich sehe das Platzproblem als das Größte an.“

U-17-Trainer Martin Kastner, der am längsten für den Club tätige Coach, erinnerte sich: „Als wir den Kunstrasen erhielten, hat unsere Arbeit eine neue Qualität bekommen. Und tatsächlich gab es dann Aufstiege.“ Andreas Nicklas versprach, das Thema auf der Agenda zu behalten. „Wir sollten parteiübergreifend darüber nachdenken, ob möglicherweise außerhalb des Bebauungsplans eine Lösung für den Juniorenbereich zu schaffen ist.“

Das sehen auch die YOUNGSTARS  so und hoffen inständig auf eine schnelle Lösung, möglichst noch in 2018.

Text: Austermann

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