Am Ende des 35. Spieltages setzte sich der 1. FC Magdeburg beim SC Preußen 06 e.V. Münster mit 2:1 durch, dabei erzielte Christian Beck sein zweites, spielentscheidendes Tor erst wenige Minuten vor Schluss. Zuvor sahen 8.140 Zuschauer an der Hammer Straße einen ordentlichen Auftritt der Adlerträger, bei dem Lion Schweers sein erster Treffer bei den Profis zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich gelang. Auf den zweiten Streich von Beck fanden die Münsteraner aber keine Antwort mehr.

Nachdem es für die Preußen an der Förde nur für einen Zähler gereicht hatte, galt der Fokus unter der Woche dem Kräftemessen mit den Magdeburgern. Und obwohl die Nebengeräusche zum Spiel auch SCP-Chefcoach Horst Steffen erreichten, wollte der Fußballlehrer sich auf den Fußball konzentrieren, schließlich hatten die Preußen einen „harten Brocken“ vor der Brust. Ins Rennen um die Punkte schickte Steffen dann eine auf zwei Positionen veränderte Startaufstellung. Den verletzten Danilo Wiebe ersetzte Elie Laprevotte in der Mittelfeldzentrale, darüber hinaus durfte Mehmet Kara wieder von Beginn an mitmischen.

Schweers erzielt seinen ersten Treffer

Vor der Begegnung mit den Gästen aus Sachsen-Anhalt betonte Steffen noch, „dass die Jungs wieder mehr Verständnis für die eigenen Laufwege entwickelt haben.“ Und diese griffen zu Beginn der Partie wieder besser: Die Domstädter versuchten die Magdeburger im Mittelfeld früh unter Druck zu setzen, um dann mit schnellen Kontern ihre Nadelstiche zu setzen. Die beste Möglichkeit entstand dabei für Marcel Reichwein, der eine Flanke von Philipp Hoffmann per Volleyschuss nur knapp am Kasten von FCM-Keeper Jan Glinker vorbeisetzte.

In Führung sollten aber trotzdem die Blau-Weißen gehen, die einen leichtfertigen Ballverlust von Laprevotte eiskalt bestraften. Der Ball kam an der Sechzehner-Kante schließlich zu Torjäger Beck, der nicht lang fackelte und das Spielgerät im unteren, linken Toreck unhaltbar versenkte (16.). In der Folge brauchten die Adlerträger rund 20 Minuten, bis sie den Schock des Gegentreffers abschütteln konnten und ihrerseits wieder den Weg nach vorne suchten. Wirklich gefährlich wurde es aber nach einem Standard, als Franzose Laprevotte bei einem Eckball im Fünfmeterraum freistehend auftauchte, jedoch keinen Druck mehr hinter seinen Kopfball bekam. Besser machte es dann Lion Schweers, der eine Bischoff-Ecke mit Köpfchen zum umjubelten Ausgleich in den Maschen einschlagen ließ (45.).

Standard entscheidet die Partie spät

Besonders ärgerlich verlief der Abend allerdings für Benjamin Schwarz, der – wie schon in Kiel – verletzungsbedingt ausgewechselt werden musste. An seine Stelle rückte nach dem Seitenwechsel Felix Müller. Nichtsdestotrotz konnten die Hausherren nach Wiederanpfiff zunächst die klareren Chancen verbuchen. Erst leitete Amaury Bischoff einen sehenswerten Angriff mit einem langen, öffnenden Ball auf Hoffmann ein, dessen Flanke Reichwein in der Mitte aber nicht verwerten konnte. Und nur eine Zeigerumdrehung später verpassten sowohl Hoffmann als auch Kara eine Hereingabe von Reichwein in aussichtsreicher Position, der zuvor bis zur Grundlinie vorgedrungen war.

Für Aufregung im Preußenstadion sorgte eine Viertelstunde vor Schluss dann eine Schiedsrichterentscheidung. Philipp Hoffmann ließ im Mittelfeld erst einen Magdeburger aussteigen, um dann in den FCM-Strafraum zu marschieren und auf rüde Art und Weise zu Fall gebracht zu werden – ein Pfiff blieb aber aus. Eine entscheidende Rolle nahmen in dieser Partie aber die Standards ein, denn bei einem Magdeburg-Eckball stieg Christian Beck am höchsten und köpfte zur 2:1-Führung für die Gäste ein, die sich durch das Tor schlussendlich die drei Punkte an der Hammer Straße sicherten (88.).

Die Stimmen zum Spiel:

Jens Härtel: „Wir wollten hier mutig auftreten – und das ist uns sehr gut gelungen. Nach der verdienten Führung haben wir uns bekämpft und der Ausgleich war dann abzusehen. Wir hatten heute das glückliche Ende für uns, haben aber meiner Meinung nach verdient gewonnen.“

Horst Steffen: „Ich hatte das Gefühl, dass wir eine ausgeglichene Partie gesehen haben. Der Treffer hat dem Gegner dann mehr Mut gegeben, wir haben in unserer Drangphase dann auch den Ausgleich gemacht. Zum Ende hat der Druck von Magdeburg wieder zugenommen und sie haben uns immer wieder vor Probleme gestellt. Ich hatte die Hoffnung, den FCM überholen zu können, aber sie haben verdient gewonnen.“

Die Daten zum Spiel:

Preußen Münster: Lomb – Kopplin, Pischorn, Schweers, Schwarz – Philipps – Laprevotte, Bischoff – Kara – Hoffmann, Reichwein (Krohne, 65.)

Magdeburg: Glinker – Niemeyer (Butzen, 65.), Hande, Kinsombi (Puttkammer, 65.), Hammann – Brandt, Sowislo – Ernst (Farrona Pulido, 73.), Altiparmak, Chahed – Beck

Tore: 0:1 Beck (16.), 1:1 Schweers (45.), 1:2 Beck (88.)

Gelbe Karten: Hoffmann, Pischorn / Handke

Zuschauer: 8.140

Schiedsrichter: Frank Willenborg

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