9544 Zuschauer sahen am Mittwochabend an der Hammer Straße eine Preußenelf, die vielleicht nicht immer glänzte, aber Kampfgeist zeigte, sich nicht aufgab und den Ausgleich per Handelfmeter erzwang. Am Ende trennten sich die Adlerträger von einem starken MSV Duisburg, der seine Wiederaufstiegs-Ambitionen unterstrich, mit 1:1. Es ist der erste Zähler auf dem Preußenkonto.

Nach den beiden 0:1-Auftaktniederlagen gegen Osnabrück und in Rostock sah Preußencoach Horst Steffen Handlungsbedarf in der Anfangsformation, brachte unter anderem Amaury Bischoff, der in der Hansestadt nicht im Kader stand, von Beginn an. Er bildete gemeinsam mit Michele Rizzi und Sandrino Braun das Dreier-Mittelfeld, das vor der Vierer-Abwehrkette agierte, in der ebenfalls umgestellt werden musste. Stéphane Tritz ersetzte dort den gelb-rot gesperrten Denis Mangafic. In vorderster Front sollten mit Tobias Rühle, Adriano Grimaldi im Zentrum, und Mehmet Kara auf links, gleich drei Angreifer für Torgefahr sorgen. Dem setzten die Gäste aus Duisburg ein namhaft besetztes 4-4-2-System entgegen.

Preußen drücken, Duisburg geht in Führung

Eine alte Fußballerfloskel lautet ja, wenn du vorne deine Chancen nicht nutzt, fängst du dir hinten einen. Dass das hin und wieder mehr als eine leere Floskel ist, bewahrheitete sich heute leider im Preußenstadion. Die Adlerträger waren eigentlich drin in der Partie, waren von Beginn an bemüht, das Spiel an sich zu reißen. Teilweise gelang das in den Anfangsminuten, teilweise auch nicht, weil insbesondere im Mittelfeld der Zugriff fehlte und sich die erste Reihe zu selten in eine aussichtsreiche Position brachte. Das Publikum honorierte aber durchaus die sehenswerten Offensivaktionen und den Zug zum gegnerischen Gehäuse. Doch präzise genug war das alles nicht, und so kam, was nicht kommen sollte. Eine von Janjic hereingebrachte Ecke verwandelt Dustin Bomheuer mit einem sehenswerten Kopfball ins lange Ecke zur Gästeführung – 20 Minuten waren da gespielt.

Die Preußen mussten sich erst einmal ordentlich schütteln und den Rückstand verarbeiten. Der Rucksack, den die Jungs ohnehin mit sich rumschleppten, wurde dadurch nicht leichter. Nach 32 Minuten schien das dennoch gelungen zu sein, als Bischoff die erste ganz große Chance auf Seiten der Hausherren verbuchen konnte. Aus der zweiten Reihe zog der Zehner ab, sodass sich MSV-Schlussmann Mark Flekken richtig lang machen musste und das Leder mit Mühe an den Außenpfosten und von da ins Toraus lenkte. Es sollte die einzige hochkarätige Möglichkeit im ersten Durchgang bleiben.

Drittligadebüt für Weißenfels – Ausgleich durch Bischoff

Aus der Pause kamen beide Teams unverändert, und auch am Spielgeschehen änderte sich wenig. Die Preußen hatten noch immer zu wenig Zugriff und die Zebras wurden zumindest über Standards gefährlich. Zehn Minuten sah sich Horst Stfeffen das Treiben auf dem Platz an, ehe er mit einem Doppelwechsel reagierte, um die Offensive anzukurbeln. Braun und Rühle mussten vom Feld, dafür kamen Tekerci und Weißenfels in die Partie. Für Jesse Weißenfels ein besonderer Moment, da der 24-Jährige nach langer Leidenszeit sein Drittligadebüt feierte. Die (torlose) Leidenszeit des SCP beendete dann allerdings Amaury Bischoff, der in der 74. Minute per Elfmeter den 1:1-Ausgleich besorgte. Vorausgegangen war ein Handspiel im Strafraum von Kevin Wolze. Eiskalt zeigte sich der Franzose, der das Leder humorlos in die Maschen knallte. Es folgten immer wieder Nadelstiche der Gäste, die aber auch zu ungenau vor das Tor von Max Schulze Niehues kamen.

Kurz vor Schluss (88.) hatten auf der anderen Seite die Preußenfans schon den Torjubel auf den Lippen, als Weißenfels einen Ball aus der Drehung heraus klasse in den Strafraum brachte, Grimaldi parat stand, das Leder aber neben das Tor setzte. Es war die letzte nennenswerte Szene dieser Partie, mit einem Ergebnis, das durchaus leistungsgerecht war.

Ilia Gruev (Trainer MSV Duisburg): „Wir haben gewusst, das wir gegen eine Mannschaft spielen, die auf Ballbesitz aus ist und gute Einzelspieler in den eigenen Reihen hat. Wir wollten die Englische Woche erfolgreich bestehen und mit der Punktzahl können wir zufrieden sein, auch wenn wir vielleicht mehr hätten mitnehmen können.“

Horst Steffen: „Der Punktgewinn ist für mich natürlich ein besseres Gefühl als zuletzt. Die Mannschaft ist etwas durchgerüttelt worden in den letzten Tagen, hat sich aber konzentriert gezeigt. Ich habe einen Mannschaftsgeist gesehen, der uns Punkte bringen wird. Wir haben gegen einen starken Gegner gespielt, haben gesehen, dass der MSV eingespielt ist. Es war ein echt harter Kampf, und wir haben wieder zurückgelegen. Die Mannschaft hat sich den Punkt dann aber redlich verdient.“

Daten zum Spiel

Aufstellung Preußen: Schulze Niehues – Tritz, Shweers, Mai, Al-Hazaimeh – Braun (Tekerci, 56.), Rizzi, Bischoff – Rühle (Weißenfels, 56.), Grimaldi, Kara (Jordanov, 71.)

Aufstellung Duisburg: Flekken – Leutenecker, Bajic, Bomheuer, Wolze – Erat (Biegel, 60.), Schnellhardt, Özbek (Dausch, 75.), Bröker – Janjic, Brandstetter (Iljutcenko, 79.)

Tore: 0:1 Bomheuer (20.) 1:1 Bischoff (74.)

Gelbe Karten: Bischoff, Rizzi, Grimaldi, Al-Hazaimeh / Özbek

Zuschauer: 9544

Schiedsrichter: Dr. Matthias Jöllenbeck

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