Mit dem Vorsatz, der beachtlichen Serie des Karlsruher SC ein Ende zu setzen, war der SC Preußen Münster am 32. Spieltag im Badenland angetreten. Nach 90 Minuten im Wildparkstadion herrschte dann aber Klarheit, auch die Adlerträger mussten sich dem Aufstiegskandidaten geschlagen geben, unterlagen mit 0:3. Angesichts der Leistung, die die Münsteraner am Samstagnachmittag über weite Teile der Partie gezeigt hatten, war das keine Niederlage, die hätte sein müssen. Die Hausherren präsentierten sich aber eiskalt in der Chancenverwertung und bestraften die Münsteraner für kleinere Nachlässigkeiten.

Dass die Aufgabe beim KSC keine leichte werden würde, das war bereits im Vorfeld klar. Wie schon in den letzten Partien baute Cheftrainer Marco Antwerpen daher wieder auf die Dreierkette, die dem Spiel der Preußen in den letzen Partien viel Sicherheit vieliehen hatte. Auch das Mittelfeld blieb unverändert, im 3-5-2-System durften, aufgrund der Ausfälle von Adriano Grimaldi und Tobias Rühle, Lucas Cueto und Tobias Warschewski von Beginn ran.

Rückstand trotz guter Leistung

“Wir müssen sehr aktiv ins Spiel gehen”, hatte der Preußentrainer gefordert und seine Mannschaft dementsprechend eingestellt. Gegen die spielstarken Hausherren waren es die Adlerträger, die in der Anfangsphase viel Ballbesitz hatten und immer wieder mutig hinten raus kombinierten. So tasteten sich die Münsteraner langsam vor und hatten auch die erste gute Möglichkeit: Martin Kobylanski hatte die Situation selbst eingeleitet, probierte es dann mit einem Distanzschuss aus guten 20 Metern. KSC-Keeper Benjamin Uphoff musste sich strecken, war aber zur Stelle und verhinderte das Traumtor.

Im Laufe der ersten Halbzeit kam Karlsruhe dann immer besser ins Rollen, konnte sich öfter in der Hälfte des SCP festsetzen. Richtig gefährlich wurde es zwar eigentlich nie, trotzdem zappelte der Ball einmal im Netz: Eine Situation im Strafraum klärten die Preußen unsauber und Florent Muslija probierte es aus spitzem Winkel einfach mal. Jeron Al-Hazaimeh wollte mit dem Oberschenkel klären, fälschte aber so unglücklich ab, dass das Leder im Kasten landete – Max Schulze Niehues war da chancenlos (32.). Umso ärgerlicher, da die Defensive ansonsten nichts wirkliches zugelassen hatte. Anton Fink hatte es zweimal aus der Distanz probiert, stellte den Preußenkeeper da aber vor keine größeren Herausforderungen.

Unachtsamkeiten bringen Entscheidung

So mussten die Adlerträger im zweiten Durchgang einem Rückstand hinterherrennen, um noch etwas Zählbares aus dem Wildpark zu entführen. Neun Zeigerumdrehungen nach dem Seitenwechsel hatte Sandrino Braun da eine aussichtsreichste Chance, als er nach einem Kobylanski-Freistoß frei zum Kopfball kam, der Ball aber in den Armen von Schlussmann Uphoff landete. Klingeln sollte es, mitten in einer guten Phase des SCP, aber wieder auf der anderen Seite. Einen Eckball von Marvin Wanitzek verlängerte Fabian Schleusener unhaltbar zur 2:0-Führung ins lange Eck (61.). Auf den Rückstand reagierte Marco Antwerpen, brachte mit Hoffmann, Stoll und Heinrich drei frische Kräfte im Angriff.

Der Vorsprung ließ natürlich aber auch die Brust des KSC breiter werden, der spielerisch im besser in Fahrt kam und weiter nach vorne drängte. Es passte aber zum Spiel, dass der dritte Treffer wieder nach einem Standard fiel, denn aus dem Spiel ließen die Adlerträger weiterhin wenig zu. Ein weiteres Mal wurde der Ball aber nicht energisch genug aus der Gefahrenzone beseitigt, diesmal war Jonas Föhrenbach der glückliche Nutznießer in Blau-Weiß (79.). Spätestens mit dem Tor war die Messe im Wildparkstadion dann gelesen und es war klar, dass auch der SCP die Serie nicht brechen würde. Im Endspurt mussten die Münsteraner dann noch von Glück reden, dass die Karlsruher das Ergebnis nicht noch deutlicher gestaltet haben. Trotzdem können die Adlerträger auf die Leistung in den kommenden Partien aufbauen.

Die Stimmen zum Spiel

Marco Antwerpen: “Wenn wir das Ergebnis nüchtern betrachten, hat Karlsruhe drei Tore und wir keins geschossen. Das ist bezeichnend, denn uns fehlte die Durchschlagskraft. Insgesamt haben wir aber eine gute Auswärtspartie gemacht und waren lange auf Augenhöhe. Karlsruhe ist aber extrem effektiv und hat die Situationen eiskalt ausgenutzt. Unterm Strich bin ich aber zufrieden mit der Leistung der Mannschaft, das Ergebnis müssen wir jetzt so hinnehmen.”

Alois Schwartz: “Das ist das schöne am Fußball, dass man diskutieren kann. Ich denke, wir haben wenig zugelassen, auch wenn der Gegner mal mehr Ballbesitz hatte. Wir haben insgesamt ein sehr gutes Heimspiel gezeigt und auch angesichts der Leistung der Mannschaft ist es ein hochverdienter Sieg.”

Die Daten zum Spiel

SCP: Schulze Niehues – Schweers, Kittner, Scherder – Menig, Braun, Kobylanski, Rizzi, Al-Hazaimeh (Heinrich, 76.) – Warschewski (Hoffmann, 61.), Cueto (Stoll, 61.)

Karlsruhe: Uphoff – Bader, Gordon, Pisot, Föhrenbach – Thiede, Bülow, Wanitzek (Lorenz, 85.), Muslija – Fink, Schleusener (Pourie, 82.)

Tore: 1:0 Al-Hazaimeh (Eigentor, 32.), 2:0 Schleusener (61.), 3:0 Föhrenbach (79.)

Gelbe Karten: Menig, Kittner

Zuschauer: 13.057

Schiedsrichter: Johann Pfeifer

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