Trotz eines schwungvollen Beginns, der mehrere Torchancen mit sich brachte, musste der SC Preußen 06 e.V. Münster im Heimspiel gegen den Halleschen FC die erste Pflichtspielniederlage unter der Leitung von Horst Steffen hinnehmen. Die Gäste aus Sachsen-Anhalt setzten sich, dank eines späten Treffers von Tobias Müller in Halbzeit eins und einer überaus kompakt stehenden Defensive in Durchgang zwei, mit 1:0 an der Hammer Straße durch.

In Anbetracht der kurzen Zeit, die wir hier zusammenarbeiten, war das eine ordentliche Leistung“, freute sich der Preußencoach noch über den Erfolg am Bruchweg, richtete den Fokus aber umgehend auf das Heimspiel gegen die Hallenser und war sich bewusst, dass sich seine Schützlinge steigern mussten, um das Geläuf erneut siegreich zu verlassen: „Die Jungs müssen bis ans Limit gehen.“ Für sein zweites Kräftemessen an der Hammer Straße blieb der Übungsleiter seiner Elf treu, die in Mainz drei Punkte einfuhr. Adriano Grimaldi musste sein erstes Spiel in der Domstadt also zunächst von der Bank aus beobachten und auf seinen ersten Einsatz im weiten Rund hoffen.

Guter Beginn, später Rückstand

Mit viel Schwung starteten die Hausherren in den 25. Spieltag, bereits nach zwei Zeigerumdrehungen tauchte Philipp Hoffmann nach einem sehenswerten Pass von Amaury Bischoff vor HFC-Schlussmann Fabian Bredlow auf, in letzter Sekunde spitzelte ein Hallenser dem Flügelspieler aber noch den Ball vom Fuß. Die Preußen waren zunächst noch die spielbestimmende Mannschaft, hatten mehr Ballbesitz und konnten in der Folge noch drei, vier Möglichkeiten verbuchen, ohne Bredlow jedoch besonders zu fordern.

Obwohl die Begegnung über weite Strecken munter blieb, verschob sich das Spielgeschehen zunehmend aus den gefährlichen Zonen ins Mittelfeld und die guten Offensivansätze der Schwarz-Weiß-Grünen verloren sich häufig, bevor sie in den Strafraum der Gäste vordringen konnten. Auf Seiten des HFC gab es seltener Vorstöße ins letzte Drittel der Münsteraner, trotzdem strahlte die Offensive stets eine gewisse Gefahr aus und die Schützlinge von Stefan Böger stellten ihre Qualität unter Beweis: Osayamen Osawe flankte unter Druck von der rechten Seite punktgenau auf den eingelaufenen Tobias Müller, der den Ball unhaltbar verlängerte und im langen Eck einschlagen ließ (41.). Kurz danach war Halbzeit.

Preußen-Offensive kommt ins Stocken

Ähnlich wie die Hausherren in Durchgang eins, begann der HFC mit viel Offensivdrang, tauchte mehrfach im Strafraum der Hausherren auf und stellte den Defensivverbund der Steffen-Elf immer wieder auf die Probe. Auf außergewöhnlich viele Ballkontakte kam vor allem Niklas Lomb, denn die Vorwärtsbewegung der Preußen stockte erkennbar – und darauf reagierte Steffen. Mit Grimaldi – der gleichzeitig sein Debüt im Preußenstadion geben durfte – und Amachaibou sollte neuer Schwung ins Spiel der Adlerträger kommen. Doch die Wechsel brachten nicht die erwünschte Wirkung, auch wenn die Schwarz-Weiß-Grünen die Regie wieder übernehmen konnten. Die Gäste aus Sachsen-Anhalt ließen einfach keine Räume zum kombinieren, waren in den Zweikämpfe stets zur Stelle und erkämpften sich mit einer couragierten Leistung die drei Punkte.

Stimmen zum Spiel:

Stefan Böger: „Ich glaube, wir haben ein sehr intensives und hart umkämpftes Spiel gesehen. Wir haben uns sehr viel vorgenommen und wollten an die Leistung aus Dresden anknüpfen. Unser Schlüssel war das hohe Anlaufen und wir haben es geschafft, Bischoff und Kara aus dem Spiel zu nehmen. Ich bin sehr froh, mit den drei Punkten die Heimreise antreten zu können.“

Horst Steffen: „Wir haben eine ordentliche erste Hälfte gespielt und konnten mehrere Chancen verbuchen, die wir leider nicht genutzt haben – wenn ich da an Reichwein oder Krohne denke. Halle hatte zwar seine Möglichkeiten, der Treffer war dennoch nicht wirklich abzusehen, ist aber aus einer guten Situation heraus entstanden. Im zweiten Durchgang haben wir die Spielkontrolle verloren und unsere Aktionen wurden zu ungenau. Halle hat es gut verteidigt und wir konnten uns kaum noch lösen, sodass wir zu viele ungeplante Bälle nach vorne gespielt haben. In Zukunft müssen wir unseren Gegnern wieder mehr Probleme bereiten.“

Daten zum Spiel:

Aufstellung SCP: Lomb – Kopplin, Schweers, Pischorn, Müller – Bischoff (Özkara, 78.), Philipps, Kara – Hoffmann, Reichwein (Grimaldi, 61.), Krohne (Amachaibou, 64.)

Aufstellung Halle: Bredlow – Acquistapace, Kleineheismann, Engelhardt, Barnofsky – Jansen, Kruse – Lindenhahn (Pfeffer, 46.), Müller (Bähre, 69.), Bertram – Osawe

Tore: 0:1 Müller (41.)

Gelbe Karten: Pischorn, Hoffmann, Amachaibou / Kruse, Osawe

Zuschauer: 6.781

Schiedsrichter: Benedikt Kempkes (Koblenz)

 

 

 

 

 

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