An der Hammer Straße hat es schon so manches denkwürdige DFB-Pokalspiel gegeben. Beispielsweise 1990, als der SC Preußen erst im Achtelfinale und das auch noch äußerst knapp (0:1) am VfB Stuttgart scheiterte. Unvergessen bleibt natürlich die Hitzeschlacht von 2012, als die Adlerträger bei 37 Grad gegen Werder Bremen den kühleren Kopf behielten und mit einem sensationellen 4:2 n.V. in die zweite Runde einzogen. Auch 2021 sorgte der SCP für Furore, als er den damaligen Champions-League-Teilnehmer VfL Wolfsburg in die Verlängerung zwang, dort eigentlich unterlag (1:3 n.V.), letztendlich aber vom Wechselfehler der Wölfe profitierte.   

DFB-Pokalspiele haben immer einen „besonderen Charakter“, das weiß auch Cheftrainer Thomas Wörle vor der ersten Hauptrunden-Begegnung am Freitagabend (18 Uhr) gegen den Karlsruher SC: „Am Ende des Spiels gibt es einen Sieger, das ist klar. An unserer Herangehensweise und Spielvorbereitung ändert das aber nichts. Karlsruhe ist Favorit, aber wir glauben an unsere Chance.“  

Wie die Adlerträger ist auch der KSC, den Wörle als „ambitionierten Zweitligisten“ einordnet, mit vier Punkten aus zwei Spielen in die Saison gestartet. Dabei blicken die Badener auf einen großen Umbruch zurück: 15 Spieler verließen den Verein im Sommer, zwölf Neuzugänge schlossen sich dem zweimaligen DFB-Pokalsieger von 1955 und 1956 an. Die größte Veränderung ereignete sich jedoch auf dem Trainerposten: Nach mehr als sechs Jahren endete die Zusammenarbeit mit Christian Eichner. Maximilian Senft übernahm und verpasste der Mannschaft eine neue Handschrift.  

„Sie haben neue Abläufe etabliert, versuchen aus dem Spiel mit dem Ball eine Dominanz zu erlangen und den Gegner über ein gutes Positionsspiel tief hineinzudrücken. Für uns kommt es darauf an, dass wir sie ihre Stärken nicht entfalten lassen. Wir brauchen den Mut, zu verteidigen, genauso wie den Mut, hinten herauszuspielen. Da müssen wir unseren eigenen Weg und unsere Momente im Spiel finden“, sagt Wörle.  

Der Preußencoach betont, dass gegen einen klassenhöheren Gegner „schon richtig viel zusammenlaufen“ muss. Eine Rolle spielen kann dabei auch das Setting, den das LVM-Preußenstadion ist mit 13.945 Zuschauern restlos ausverkauft. Und das erstmals seit der Neueröffnung der Fiffi-Gerritzen-Kurve, die am Samstag gegen Ingolstadt bei Spielern und Staff schon mächtig Eindruck hinterließ: „Für so eine Atmosphäre wie hier zu Hause haben wir angefangen Fußball zu spielen. Das kann und wird jedem Spieler Energie geben.“ Und womöglich die Mannschaft zum Weiterkommen tragen – wie schon in so manchem Pokalspiel an der Hammer Straße.  

Dabei wird das Trainerteam weiterhin auf die vier Reha-Spieler verzichten müssen. Auch für Joshua Mees sowie Tim Dietrich, der gegen Ingolstadt zur Halbzeit angeschlagen ausgewechselt wurde, kommt ein Einsatz noch zu früh.  

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