Am Samstagnachmittag startete der SC Preußen Münster beim SV Wehen Wiesbaden in die Drittligasaison 2026/27 und feierte direkt den ersten Auswärtssieg. 1.500 Preußenfans – und damit ein Drittel der 4.535 Zuschauer – feierten im Anschluss ausgiebig.

Mit Spannung wurde die erste Startelf der Saison 2026/27 erwartet. Wie schon bei der Generalprobe vertraute unser Coach Tom Wörle der Dreierkette bestehend aus Lucas Zeller, Niko Koulis und Tim Dietrich. Louis Kolbe und Babis Makridis beackerten die Linien, im Zentrum zogen Rico Preißinger und Wesley Adeh die Fäden. Vorne attackierten Joshua Mees, Felix Higl und Ryan Johansson. Für den Luxemburger war es bereits am ersten Spieltag die Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte. Zwei Jahre spielte er zuletzt für den SV Wehen Wiesbaden.

Die Hausherren starteten druckvoll in die Partie, hatten mehr Ballbesitz und schafften es dabei immer wieder die Tiefe zu bespielen. Nicht selten kam die Scherning-Elf so in aussichtsreiche Positionen. Nach 12 Minuten die Doppelchance für Schwarz-Weiß-Grün: Erst rutschte Mees eine Flanke von rechts über den Scheitel, bei der zweiten Welle erlief der Angreifer einen abgefälschten Ball von Makridis, setzte das Leder aber aus spitzem Winkel an den Pfosten. Mees musste kurz darauf für Montell Ndikom ausgewechselt werden.

Und Ndikom war es dann auch, der die Preußen-Führung erzielte. Wehen-Schlussmann Florian Stritzel rutschte ein Rückpass unterm Schlappen durch. Ndikom setzte nach, attackierte und drückte das Leder über die Linie. In der 36. Minute zeigte Schiri Assad Nouhoum dann auf den Punkt, will da einen Schubser von Niko Koulis gegen seinen Gegenspieler gesehen haben. Wir nennen es mal vorsichtig „strittige“ Entscheidung. Moritz Flotho vollstreckte dann zum 1:1.

Es war ein erster Durchgang mit nur wenigen Verschnaufpausen. Nach einer etwas nervösen Anfangsphase hatten die Adlerträger das Spiel mehr auf ihre Seite gezogen, ohne dabei viel Ballbesitz zu sammeln. Über Konter, den eigenen Spielaufbau und vor allem Fehler des Gegners ergab sich ein klares Chancenplus. Die kuriose Führung durch Ndikom ging somit durchaus in Ordnung. Durch einen strittigen Elfmeter kam Wiesbaden wieder zurück ins Spiel.

Im zweiten Durchgang blieben die Tiefenläufe des SVW gefährlich, doch die Partie zeigte sich zunehmend zerfahren und von einigen kleineren Fouls geprägt. Unseren Adlerträgern fehlte es im zweiten Durchgang an Ideen für die Offensive, die gefährlichen Umschaltmomente wie in Halbzeit eins blieben ebenfalls aus. In diese Phase hinein ertönte der nächste Elfmeterpfiff des Schiedsrichters. Ndikom setzte sich an der Grundlinie gegen drei Wiesbadener durch und wurde von hinten am Trikot gezogen. Ndikom trat selbst an und netzte zum 2:1 ein (77.). In einer dann sehr intensiven Schlussphase waren es zwei Youngster, die den Schlusspunkt setzen. Keine Minute nach seiner Einwechslung nutze Marvin Schulz einen Flanke von Leon Tasov zum 3:1-Endstand (90.+2).

Thomas Wörle: „Uns war bewusst, dass Wehen eine sehr gute und eingespielte Truppe hat, und wir haben in der zweiten Halbzeit sicherlich auch ein bisschen Glück gehabt. Gleichzeitig waren aber auch sehr leidensfähig und haben vielbeinig verteidigt. Wir wussten, dass wir mit einem kleinen Moment vielleicht auch noch den Sieg herausspielen können. Dieser Moment kam dann. Mit einer tollen Energie der Spieler auf dem Platz sowie der Spieler, die von der Bank kamen, haben wir uns den Sieg erkämpft. Darüber sind wir sehr glücklich, denn es war heute eine sehr schwierige Aufgabe auswärts in Wiesbaden.“

Spieldaten

Aufstellung WIE: Stritzel – Gillekens, Lewald, Janitzek – Hercher (Agrafiotis, 84.), Brandt (Suarez, 83.), Gözüsirin, Greilinger (May, 68.) – Ati Allah (Stehle, 84.), Flotho – Karweina (Schleimer, 68.)

Aufstellung SCP: Berhens – Dietrich, Koulis, Zeller (Tasov, 68.) – Kolbe (Paetow, 68.), Preißinger, Adeh, Makridis – Mees (Ndikom, 14.), Higl, Johansson (M. Schulz, 90.+1)

Tore: 0:1 Ndikom (27.) 1:1 Flotho (36., FE) 1:2 Ndikom (77., FE) M. Schulz 1:3 (90.+2)

Gelbe Karten: Janitzek, Brandt, Hercher, Gillekens / Preißinger, Adeh, Ndikom

Schiedsrichter: Assad Nouhoum

Zuschauer: 4.535

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