Mit Beginn der Sommerpause herrscht auf dem Trainingsplatz des SC Preußen Münster eigentlich für wenige Wochen Ruhe. Die Mannschaft verabschiedet sich in den Urlaub, Ende Juni ist sie für den Trainingsauftakt zurück. Aber nicht alle sind schon in der Pause. Täglich schuften aktuell Simon Scherder und Malik Batmaz mit Athletiktrainer Tim Geidies und Rehatrainer Alexander Beilenhoff für ihr Comeback. Überwiegend im Kraftraum, vereinzelt auch auf dem Platz. Es ist für einen Fußballer vielleicht die undankbarste Phase. Erst zum Zuschauen gezwungen, jetzt sind Extraschichten notwendig. Es sind nicht die Momente, die großen Spaß machen, aber dennoch die Momente, die elementar wichtig sind.
„Ich weiß, dass das Krafttraining im Reha Prozess dazugehört, darauf kannst du einfach nicht verzichten. Du verlierst in dem betroffenen Bein fast alles an Muskulatur, dann geht es in den Monaten danach darum, den alten Zustand wiederherzustellen“, sagt Simon mit Blick auf die Extrastunden, die er aktuell abreißen muss. „Mit Tag eins ist dieser Prozess losgegangen. Und man weiß, dass es ein quälend langer Weg ist und es einfach dauert, die Muskulatur wieder dahin zu bringen, wo sie mal war. Aber auch wenn ich keinen Spaß daran habe, weiß ich, dass es dazugehört und ich es brauche, um zu alter Form zurückzufinden.“
Die Beinkraft steht aktuell im Fokus, zahlreiche Übungen auf dem Programm. „Für Simon und Malik geht es darum, sich jeden Step auf dem Platz einfach neu zu erarbeiten“, sagt Tim Geidies über die beiden Rekonvaleszenten und erklärt: „Wir versuchen den Körper durch verschiedene Übungen wieder auf die Belastung auf dem Platz vorzubereiten. Dass sie wieder laufen, Pässe spielen und in Zweikämpfe gehen können. Im Kraftraum legen wir dafür die Grundlage.“ Bei allem Ärger und vielleicht auch Frust, der in so Momenten manchmal dazugehört, bleibt die Stimmung im Kraftraum gut. Es wird gescherzt und gelacht – zumindest, bis die Übung beginnt. Dann kommt der Fußballprofi hervor und spult das unliebsame Programm mit voller Intensität ab. „Jeder Spieler weiß, dass die Kraft im heutigen Fußball ein entscheidender Part ist. Es geht zum einem um Millisekunden auf dem Platz, zum anderen darum, neuen Verletzungen vorzubeugen. Mit der notwendigen Kraft kann man sich viel an Performance erarbeiten“, betont Geidies.
Zu kleinen Highlights wird in dieser Zeit alles, was auf dem Platz abläuft. Vor allem, wenn der Ball mit von der Partie ist. Das große Ziel dabei immer im Blick: Ins Mannschaftstraining zurückzukehren. In Teilen werden Simon und Malik das zum Start der neuen Saison schaffen. Dennoch wird auch weiterhin Geduld und viel Arbeit dazugehören. Ein kleiner Lichtblick folgt aber in den nächsten Tagen: Dann haben auch die Beiden für einen kurzen Moment Sommerpause und dürfen abschalten, bevor die nächsten Comeback-Schritte auf sie warten.
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