Das letzte Heimspiel der Saison hatte es für die U23 des SCP nochmal in sich: In einem wilden und dramatischen Duell konnten sich die Adlerträger letztendlich mit 5:4 gegen den Gast Victoria Clarholz durchsetzen. „Wir hatten uns den Spielverlauf natürlich etwas anders vorgestellt“, gibt Trainer Daniel Feldkamp schmunzelnd zu. „Und doch sind wir sehr glücklich, dass wir das letzte Heimspiel der Saison gewinnen konnten – das war das Ziel.“  

Dabei begann das Spiel zunächst ruhiger, als es der Spielstand vermuten lässt – mit dem besseren Start des SCP. Die Jungadler kontrollierten die Partie und gingen früh verdient durch Ben Leiter (4.) in Führung. Nur zehn Minuten später legte Emanuel de Lemos (17.) für die Schwarz-Weiß-Grünen nach und stellte auf 2:0. „Unsere Anfangsphase war sehr überzeugend. Wir hatten viel den Ball und haben uns einige Möglichkeiten erspielt. Dementsprechend ging die Führung zu diesem Zeitpunkt völlig in Ordnung“, so Feldkamp.  

Zehn Minuten vor dem Seitenwechsel wendete sich dann das Blatt: Zwei schnelle Tore der Gäste durch Philipp Lamkemeyer (34.) und Sinan Aygün (35.) – 2:2. „Wir laden den Gegner zwei Mal ein und bringen ihn durch eigene Fehler zurück ins Spiel“, ärgerte sich Feldkamp über den schnellen Ausgleich. Damit aber noch nicht genug in Halbzeit eins. Kurz vor der Pause brachen die Adlerträger durch, Clarholz-Verteidiger Manuel Baum zog im Strafraum die Notbremse und sah Rot (40.). Elfmeter für den SCP und die Chance auf die erneute Führung, die die U23 aber ausließ. 

Große Moral nach eigenen Fehlern  

Der Start in die zweite Spielhälfte glich dem ersten Spielabschnitt: Die Adlerträger bestimmten die Partie, es fehlte diesmal jedoch an großen Torchancen. „Wir haben uns vorgenommen, die Spannung hochzuhalten und es in Überzahl besser zu lösen als in der Vorwoche gegen Erkenschwick“, blickt Feldkamp zurück – und sah das Gegenteil. Zwei erneute Fehler nutzten die Gäste in Unterzahl eiskalt aus und erzielten durch Philipp Lamkemeyer (66.) und Arian Papenfort (68.) den nächsten Doppelschlag. 2:4. 

Doch die Adlerträger steckten nicht auf: „Nach dem 2:4 haben wir gemerkt, dass die Jungs das Spiel unbedingt drehen wollen. Wir haben uns einige tolle Chancen erspielt und auch schnell durch Ben Kronenberg (69.) verkürzt“, lobt Feldkamp die Reaktion seines Teams. Es folgte bis zum Schlusspfiff eine Drangphase der U23, die sich belohnte. Erst glich Leon Kayer (81.) das Spiel mit dem 4:4 aus, bevor Till Hausotter in der Schlussphase mit einem Traumtor das 5:4 erzielte (86.). „Es war schön, dass wir das Spiel für uns entschieden haben. Die Jungs haben trotz der Rückschläge Haltung gezeigt“, so Feldkamp abschließend. 

Lippstadt im Blick 

Nach diesem Spektakel richtet sich der Blick bereits wieder nach vorne. Bereits am Pfingstmontag (15 Uhr) steht für die U23 das nächste und zugleich letzte Spiel in der Oberliga an. Und auch der Gegner hat es nochmal in sich: Mit dem SV Lippstadt treffen die Preußen auf den Tabellenvierten, der noch letzte Aufstiegschancen hat. Als Tabellenvierter sind die Ostwestfalen aber zum Siegen verdammt und müssen gleichzeitig auf Patzer der Konkurrenz hoffen.  

„Wir erwarten mit Lippstadt eine absolute Topmannschaft. Sie haben hervorragende Einzelspieler und bringen einiges an Erfahrung mit“, skizziert der U23-Coach den kommenden Gegner. Auch für Feldkamp wird es ein besonderes Spiel: Nachdem er in der vergangenen Woche seinen Abschied zum Saisonende bekanntgegeben hat, wird das Duell sein letztes Spiel an der Seitenlinie sein. „Für mich persönlich wird es ein hochemotionales Spiel. Nach acht Jahren in der U23 wird es mir extrem schwerfallen, diese Leidenschaft nach dieser Saison hinter mir zu lassen. Eine schöne und ganz besondere Zeit geht damit für mich zu Ende. Ich bin mir sicher, dass die Jungs alles daransetzen werden, dass wir uns gebührend aus der Saison verabschieden.“ 

Text: Linus Otte

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