Der Club-Fan-Dialog wird mehr und mehr zu einem zentralen Austauschformat zwischen dem Sportclub und seinen Fans. Zum öffentlichen Treffen im Januar kamen bereits mehr als 200 Teilnehmer, um sich zu vernetzen, zu informieren und zu diskutieren. In kleinerer Runde, die zwischen den öffentlichen Treffen konstruktiv arbeitet, die großen Treffen vorbereitet und akute Themen diskutiert, kam man in der vergangenen Woche zusammen, um die bisherige Arbeit zu reflektieren – mit breiter Zufriedenheit. Ein besonderer Fokus lag dabei erneut auf den geplanten und einschneidenden Veränderungen der Stadionverbotsrichtlinien. Im Anschluss an das Treffen konnte folgende Haltung dabei ausgearbeitet werden:  

Die Fan- und Vereinsvertreter, die sich gemeinsam in dem Format des Club-Fan-Dialog konstruktiv austauschen, möchten sich dem Vereinsstatement vom 21.März 2026 ausdrücklich anschließen und ihren Zuspruch für die Stärkung der lokalen Stadionverbots-Kommission kundtun. Die Kompetenz der lokalen Kommission ist für eine sinnvolle, faire und pädagogisch wertvolle Entscheidungsfindung von elementarer Bedeutung. Deshalb wird begrüßt, dass die neue Fachaufsicht lediglich eine Aufsichtsfunktion innehaben soll und die lokale Kommission weiterhin ihre Entscheidungskompetenz behalten wird. Gleichzeitig wird die Entscheidungsfreiheit der lokalen Kommission durch die Regelung der Pflicht einer Stadionverbotsaussprache von mindestens drei Monaten bei eingeleitetem Ermittlungsverfahren empfindlich eingeschränkt. Diesen Automatismus zur verpflichtenden Aussprache von Stadionverboten ohne die Möglichkeit, dass eine Prüfung durch die lokale Stadionverbotskommission zu einem anderen Ergebnis als einer Stadionverbotsaussprache kommt, wird ausdrücklich abgelehnt. Auch die Nichtaussprache eines Stadionverbots muss weiterhin ein mögliches Ergebnis einer lokalen Anhörung sein. 

Des Weiteren ist der pädagogisch-präventive Charakter eines Stadionverbots in Gänze verloren gegangen. Durch die fehlende Möglichkeit einer Nichtaussprache eines Stadionverbots kommt das Stadionverbot einer Strafe und weniger einer präventiven Maßnahme gleich. Nach einer möglichen sechsmonatigen Bearbeitungszeit eines Falles durch die Behörden ist eine verpflichtende Aussprache eines dreimonatigen Stadionverbots aus pädagogisch-präventiven Gesichtspunkten nicht nachvollziehbar. Die jüngsten Diskussionen haben gezeigt, wie wertvoll ein transparenter, dialogorientierter Prozess für alle Beteiligten ist. Die Gruppe ist davon überzeugt, dass die engagierte Beteiligung von Vereinsvertretern und Fans an Arbeitsgruppen im Fußballkontext dazu beitragen, faire und konstruktive Lösungen für komplexe Problemstellungen zu finden. In Münster wird auf einen offenen Austausch auf Augenhöhe – mit klaren Worten, gegenseitigem Respekt und dem gemeinsamen Ziel, Fanbelange verantwortungsvoll zu gestalten, gesetzt. Der Club-Fan-Dialog kann dabei ein wichtiges Instrument sein, um unterschiedliche Perspektiven zusammenzuführen und tragfähige Lösungen für den Verein und seine Fans zu entwickeln. 

Interesse an einer Mitarbeit im Club-Fan-Dialog 

Auch in Zukunft soll der Club-Fan-Dialog ein lebhaftes Organ für den Austausch zwischen Verein und Fans sein, für den es einen Stamm an Teilnehmenden, auch in den kleinen Runden, benötigt. Falls du Interesse an der Mitarbeit im Club-Fan-Dialog hast, melde dich gerne unter fanbetreuung@scpreussen-muenster.de  

Autoren: Tom Klapdor & Burkhard Brüx im Namen der Gruppe „Club-Fan-Dialog“ 

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