Auch einige Tage nach der 2:3-Niederlage gegen Arminia Bielefeld wirkt der Derbyfrust beim Blick zurück noch nach. Denn wie Trainer Alois Schwartz auf der Pressekonferenz betont, war der Dämpfer in vielerlei Hinsicht schmerzhaft: „Weil es ein Derby war, weil die Niederlage unnötig war, weil wir die Punkte gebraucht hätten. Wir haben viel Leidenschaft und Haltung auf den Platz gebracht, das Ergebnis war aber leider nicht ausreichend.“
Den Klassenerhalt haben das Trainerteam und die Mannschaft trotz der zugespitzten Tabellenlage nicht abgeschrieben. Drei Spiele bleiben, um die fünf Punkte Rückstand auf den Relegationsrang aufzuholen. Eine Situation, die dem einen oder anderen Adlerträger bekannt vorkommen dürfte. „Im Fußball ist schon alles passiert, dafür müssen wir nur ein Jahr zurückblicken“, verweist Schwartz auf die Vorsaison, als der SCP die Klasse hielt, obwohl das rettende Ufer drei Spieltage vor Schluss fünf Zähler entfernt war. Und auch wenn es sich damals um den sicheren Nichtabstiegsplatz 15 handelte, sind gewisse Parallelen zum vergangenen Jahr erkennbar.
Denn wie im Vorjahr trifft der SC Preußen am 32. Spieltag auf den Tabellendritten der 2. Bundesliga. Der Gegner am Sonntag (13:30 Uhr) heißt zwar Hannover 96 und nicht 1. FC Magdeburg, wird aber vom selben Mann trainiert: Christian Titz. Der 55-jährige Fußballlehrer hat die Niedersachsen zu einem echten Topteam geformt, das sich aktuell in starker Verfassung präsentiert und mit 28 Punkten die Rückrundentabelle anführt. „Jetzt wartet in Hannover eine schwere Aufhabe, sie wollen ins Oberhaus“, sagt Schwartz vor dem Duell mit den „Roten“, die nach sieben Jahren im Fußballunterhaus von der Bundesligarückkehr träumen. Mit nur einem Punkt Vorsprung auf Verfolger Elversberg (Platz 4, 56 Punkte) und zugleich einem Zähler Rückstand auf den sicheren Aufstiegsplatz, den derzeit der SC Paderborn (Platz 2, 58 Punkte) belegt, steht auch die Titz-Elf gewissermaßen unter Zugzwang.
Um in der ausverkauften Heinz von Heiden Arena zu bestehen und die Chance auf den Klassenerhalt zu wahren, fordert Schwartz von seinen Schützlingen Mut – gepaart mit Verstand. „Wir dürfen jetzt nicht Hannover fahren und kopflos nach vorne rennen, dafür sind sie zu gut. Wir dürfen ebenso keine leichten Fehler machen, die werden bestraft. Auch die Power, die Hannover hat, müssen wir mitgehen“, thematisiert Schwartz die hohe Laufbereitschaft der 96er, die in den Kategorien Laufdistanz (3.746 Kilometer), Sprints (5094) und intensive Läufe (21.700) ebenfalls den dritten Platz der 2. Bundesliga belegen.
Somit steht für die Adlerträger wieder ein hartes Stück Arbeit an, für das sich die Schwartz-Elf endlich mit Punkten belohnen will. Unterstützt werden die Schwarz-Weiß-Grünen von mindestes 3.514 mitreisenden Fans. „Da ziehe ich meinen Hut vor. Das zeugt von Zusammenhalt“, sagt Schwartz, der in Hannover auf OscarVilhelmsson, Etienne Amenyido (Oberschenkelprobleme), Marcel Benger (Achillessehne), Mikkel Kirkeskov (Sprunggelenk) sowie Rico Preißinger (Gelbsperre) verzichten muss. Hinter dem Einsatz von Joshua Mees steht aufgrund muskulärer Probleme noch ein Fragezeichen.
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