Als am 30. April 1906 eine Gruppe von Schülern des heutigen Johann-Conrad-Schlaun-Gymnasiums den FC Preußen Münster gründete, ahnte wohl niemand von ihnen, welche Bedeutung dieser Verein eines Tages erlangen würde. Aus einer Schülermannschaft erwuchs ein Sportclub mit über 15.000 Mitgliedern, der mehrere Abteilungen unter seinem Dach vereint, um die Deutsche Meisterschaft spielte, die Bundesliga mitbegründete, und über die Stadt hinaus Begeisterung entfacht. Ein Verein, dessen Geschichte von Höhen und Tiefen, von Rückschlägen und Wiederaufbrüchen geprägt ist.
Heute, am 30. April, feiert der SC Preußen Münster seinen 120. Geburtstag und eröffnet damit ein ganz besonderes Jubiläumsjahr. Denn nicht nur die Vereinsgründung steht 2026 im Zeichen eines runden Jahrestags – auch der größte sportliche Moment unserer Geschichte, das Meisterschaftsfinale von 1951, sowie unser Zuhause, das LVM-Preußenstadion, tragen in diesem Jahr ein großes Jubiläum in sich.
„51‘ im Finale, verpassten wir nur knapp die Schale“
Es mag auf den ersten Blick makaber erscheinen, wenn vom größten Erfolg der Vereinsgeschichte die Rede ist und damit eine Niederlage gemeint ist. Und nur zu gern würden wir heute vom sensationellen Meisterstück des SC Preußen Münster erzählen. Doch der 30. Juni 1951 steht für weit mehr als nur die schmerzhafte Erinnerung an eine knapp verpasste Meisterschaft. Er erinnert an eine Zeit, in der sich der SC Preußen bundesweit einen Namen machte und mit begeisterndem Offensivfußball rund um den legendären 100.000-Mark-Sturm in die Herzen der Fans spielte.
So auch im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft, als Fiffi Gerritzen die in Weiß spielenden Münsteraner vor fast 100.000 Zuschauer im Berliner Olympiastadion gegen den 1. FC Kaiserslautern in Führung brachte. Der Rest ist bekannt: Die Pfälzer schlugen zurück, drehten die Partie und rissen die Schale an sich. Dem SCP blieb „nur“ der zweite Platz. In der Heimat wurden die Adlerträger dennoch empfangen wie Sieger. Die Straßen der Domstadt waren dicht gefüllt, der Jubel nahezu grenzenlos. Und auch heute erfüllt uns diese Mannschaft mit Stolz. 75 Jahre Deutscher Vizemeister – das kann uns keiner nehmen.
Stufen, die die Welt bedeuten
Jeder Club braucht eine Heimat. Ein Ort, an dem diese Momente wie 1951 geteilt und wiederum neue Erzählungen geschrieben werden. Seit dem 12. Juni 1926 liegt unser Zuhause an der Hammer Straße. Hier, im LVM-Preußenstadion, haben Generationen von Münsteranerinnen und Münsteranern den Sportclub in ihr Herz geschlossen und über fast 100 Jahre hinweg Anekdote um Anekdote gesammelt.
Das Stadion selbst erzählt inzwischen zwei Geschichten. Auf der einen Seite zeugt bröckelnder Beton von der Vergangenheit: von Schlachten, die geschlagen, und Spielen, die verloren wurden. Auf der anderen Seite steht die Zukunft: ein modernes, ökologisch nachhaltiges und sozial inklusives Stadion, das den Anforderungen des Profifußballs ebenso gerecht wird wie den Werten des Clubs. Im Westen unseres Zuhauses ist diese Zukunft schon länger erlebbar, im Osten nimmt sie immer mehr Form an. Stufen, die die Welt bedeuten, haben Platz gemacht für eine überdachte Stehtribüne, die in absehbarer Zeit mit mehr als 8.000 Fans das atmosphärische Herzstück bilden wird. Ein neuer Ort, um Feste zu feiern sowie in bitteren Momenten gemeinsam Trauer zu tragen – wie schon seit 100 Jahren an der Hammer Straße.
Unsere Heimat, unser größter Erfolg und natürlich unser schönster Fluch: Sie alle feiern schon bald einen besonderen Geburtstag. Drei Jubiläen in einem Jahr – das gibt es nicht alle Tage. Das wollen wir mit euch, liebe Fans, feiern. Deshalb erwarten euch über den Sommer tolle Aktionen und Veranstaltungen rund um diese Jubiläen. So viel sei gesagt: Vorfreude lohnt sich.



