Alles für den Derbysieg – das war das Motto, das die Preußenfans für das prestigeträchtige Duell gegen den großen Rivalen Arminia Bielefeld ausgerufen hatten. Eine Botschaft, die bei der Mannschaft von Alois Schwartz angekommen war, denn von Beginn an entfachten die Adlerträger viel Energie im ausverkauften LVM-Preußenstadion. Doch effiziente Arminen konterten einen Traumstart der Preußen früh und stellten noch vor der Pause auf 1:3. Diesen Rückstand holten die Adlerträger nicht mehr auf, am Ende fiel der Anschlusstreffer (Eigentor Maximilian Großer, 86.) zu spät. Für den SCP verschärft sich mit der Derbyniederlage sowie den Siegen der Konkurrenz aus Düsseldorf, Braunschweig und Kiel die Situation im Tabellenkeller. Der Rückstand auf den Relegationsrang beträgt nun fünf Punkte.

„Ich muss der Mannschaft ein Lob aussprechen: Sie hat sich nie aufgegeben, hat ihr Herz auf dem Platz gelassen und auch in der zweiten Halbzeit auf das Tor gespielt. Aber wir tun uns schwer, Tore erzielen. Das 2:3 ist uns zwar noch gelungen, doch zum Schluss hat es nicht gereicht. Dieses Ergebnis macht uns sehr traurig“, sagt ein sichtlich enttäuschter Alois Schwartz nach der Heimniederlage gegen den Rivalen und direkten Konkurrenten aus Ostwestfalen.

Der Preußencoach nahm für die brisante Partie in der Startelf drei Änderungen vor und stellte defensiv auf eine Viererkette um: Jano ter Horst und Mikkel Kirkekov bekleideten dabei die Außenpositionen, Jannis Heuer und Niko Koulis verteidigten Innen. Im Mittelfeld bildeten Jorrit Hendrix, Rico Preißinger und Marvin Schulz das Zentrum, flankiert von Yassine Bouchama und Babis Makridis. Im Sturm vertrat Imad Rondic den am Oberschenkel verletzten Etienne Amenyido.

Keine drei Minuten waren gespielt, da fruchtete die Umstellung bereits: Makridis butterweiche Flanke von rechts fand den völlig freistehenden Bouchama, der zur Fürhung einnickte und das LVM-Preußenstadion beben ließ. Die Ernüchterung erfolgte nur acht Minuten später, als Monju Momuluh eine Flanke von Tim Handwerke im Netz unterbrachte. Kurz darauf hatte Maximilian Bauer nach einer Ecke sogar das 1:2 auf dem Kopf, doch sein Abschluss flog knapp über den Kasten von Johannes Schenk (14.). Die Gästeführung bestellte dafür Roberts Uldrikis in der 16. Minute herbei: Der 28-jährige Lette köpfte eine Freistoßflanke von rechts ins lange Eck. Kalte Dusche für den SCP.

Doch die Adlerträger steckten nicht auf und verpassten in der 26. Minute nur knapp den Ausgleich: Wieder war es ein hoher Ball, der gefährlich wurde, doch nach einem Eckball von Kirkeskov traf Heuer nur den Querbalken und Rondic im Nachsetzen den Pfosten. Es sollte noch bitterer kommen für die Hausherren, denn die Gäste aus Ostwestfalen versenkten auch ihren dritten Abschluss auf das Preußentor in Person von Mael Corboz (34.) im Netz.

Trainer Alois Schwartz reagierte auf den 1:3-Pausenrückstand und brachte Joshua Mees und Shin Yamada für den gelbvorbelasteten Schulz und Kirkeskov. Die beiden Einwechselspieler waren auch gleich in dem ersten gefährlichen Angriff der Münsteraner verwickelt: Nach flacher Vorarbeit von Yamada verpasste im Zentrum erst Rondic, dann Bouchama den Anschlusstreffer (59.). Nur eine Zeigerumdrehung später zielte Hendrix aus etwas 22 Metern knapp am langen Pfosten vorbei. Der SCP drängte auf das 2:3, kam aber anschließend nicht mehr zu zwingenden Offensivaktionen.

Das Trainerteam entschied sich daraufhin, All-In zu gehen, und brachte Stürmer Lars Lokotsch für Innenverteidiger Heuer. Nur wenige Momente später hatte sich der Wechsel beinahe ausgezahlt, doch DSC-Schnapper Jonas Kersken parierte sowohl Yamadas als auch Lokotschs Kopfball aus kurzer Distanz (74. & 75.). So schien es so, als würde das Spiel seinem Ende entgegen plätschern, bis ein Eigentor von Großer bei den Adlerträgern neue erweckte. Hoffnung, die jedoch unerfüllt blieb, denn Bielefeld überstand die verbleibende Schlussphase inklusive sechs Minuten Nachspielzeit.

Spieldaten

Aufstellung SCP: Schenk – ter Horst, Heuer (Lokotsch, 73.), Koulis, Kirkeskov (Yamada, 46.) – Preißinger (Paetow, 58.), Hendrix (Batista Meier, 87.) – Bouchama, Schulz (Mees, 46.), Makridis – Rondic

Aufstellung DSC: Kersken – Hagmann, Bauer, Knoche, Handwerker – Corboz, Russo (Großer, 81.), Rochelt (Schreck, 90.+4) – Momuluh (Sarenren Bazee, 75.), Uldrikis (Telalovic, 81.), Grodowski (Wörl, 75.)

Tore: 1:0 Bouchama (3.) 1:1 Momuluh (11.) Uldrikis (16.) 1:3 Corboz (34.) 2:3 Großer (ET, 86.)

Gelbe Karten: Schulz, Preißinger, Heuer / –

Schiedsrichter: Sascha Stegemann

Zuschauer: 10.642 (Ausverkauft)

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