Nach der Vorstellung des Arbeitstandes der geänderten Stadionverbots-Richtlinien durch DFB/DFL begrüßen wir ausdrücklich, dass die lokale Stadionverbotskommission weiterhin für die Festsetzung, Aussetzung oder Aufhebung von Stadionverboten zuständig bleibt. Ebenso positiv bewerten wir, dass die neu geschaffene zentrale Fachaufsicht sich primär auf eine übergeordnete Kontroll- und Monitoringfunktion beschränkt. Die Arbeit der lokalen SV‑Kommissionen ist für einen fairen, nachvollziehbaren und sozialpädagogisch begleiteten Umgang mit Stadionverboten unverzichtbar. Nur über einen direkten Zugang zu den betroffenen Personen, können in den dadurch entstehenden Dialogen Hintergründe aufgearbeitet und nachvollziehbare Maßnahmen ermöglicht werden. Diese Erfahrungsebene ist ein wesentlicher Baustein für Prävention und verantwortungsvolle Fanarbeit.
Mit Sorge betrachten wir allerdings die vorgesehene Einschränkung des Entscheidungsspielraums der lokalen Kommissionen. Wir verstehen, dass bei einem begründeten Tatverdacht Stadionverbote ausgesprochen werden sollen, jedoch zeigen unsere Erfahrungen, dass eine feste zeitliche Vorgabe von mindestens drei Monaten in Einzelfällen Handlungsspielräume einschränkt. Damit droht ein Mechanismus, der der bisherigen bewährten Praxis der differenzierten Einzelfallprüfung zuwiderläuft.
Gerade weil unsere lokale SV‑Kommission nachweislich verantwortungsvoll arbeitet und ein essentielles Element der gemeinsamen Fan‑ und Sicherheitsarbeit darstellt, wäre eine frühzeitige und umfassendere Beteiligung aller relevanten Akteure wünschenswert gewesen. Wir spüren aktuell einen großen Zeitdruck, eine ausreichende Einbindung von Vereinen, Fanvertretungen, relevanten Faninstitutionen und dem Club-/Fandialog zu gewährleisten und konstruktive Rückmeldungen einzubringen.
Konstruktives Miteinander statt Konfrontation
Vorbeugendes Handeln sowie ein gesundes Maß an Offenheit und Verantwortung aller Beteiligten sind der Schlüssel zu einem vorurteilsfreien und zielführenden Miteinander von Vereinen, Verbänden und Behörden. Wir fördern die Rolle von Sicherheits- und Fanbeauftragten und stärken Netzwerke wie Stadionallianzen und Fanprojekte. Lösungen, die langfristig tragen, entstehen nur im Dialog – gemeinsam mit Vereinen, Fans, Politik, Polizei und Kommunen. Gerade in diesem Zusammenspiel zeigt sich der hohe Wert lokaler, gut vernetzter Strukturen.



