Schwarz-Weiß-Grün ist bunt. Diesem Credo hat sich der SC Preußen Münster in seinem Leitbild verpflichtet. Der Verein will auf und neben dem Platz die Vielfalt der Gesellschaft als Chance begreifen und allen Beteiligten ein wertschätzendes Umfeld schaffen, das zur individuellen Leistungs- und Persönlichkeitsentwicklung beiträgt. Vor diesem Hintergrund sind die Adlerträger nun einen wegweisenden Schritt gegangen und haben eine Kooperation mit dem Zentrum für Islamische Theologie (ZIT) an der Universität Münster vereinbart. Mit großer Freude unterzeichneten Ole Kittner, Geschäftsführer Sport, Strategie und Kommunikation des SCP und Prof. Dr. Mouhanad Khorchide, Geschäftsführender Direktor des ZIT, den gemeinsamen Vertrag. Ziel ist es, eine offene Vereins- und Leistungskultur zu stärken sowie den Dialog zwischen Sport und Theologie fördern.
„Ich freue mich sehr über die Kooperation mit dem Zentrum für Islamische Theologie. Gerade mit Blick auf die Perspektiven, die sich durch die interreligiöse Fakultät an der Universität Münster ergeben, ist das für uns sehr spannend. Besonders beeindruckt hat uns die Haltung von Prof. Dr. Khorchide, weil er über den Islam hinaus Brücken zwischen den Religionen und Menschen bauen will. Preußen Münster möchte auch ein verbindendes Element in unserer Stadt sein. Uns verbinden so zentrale Werte, die unseren Sport und ein gutes Miteinander in der Gesellschaft auszeichnen. Ich freue mich auf die Kooperation, mit der wir diese Haltung mit Leben füllen werden“, betont Kittner, der unmittelbar nach Vertragsunterzeichnung schon zielgerichtet auf die praktische Umsetzung der Zusammenarbeit blickt.
Konkret umfasst die Vereinbarung einen jährlich stattfinden Impulstag vor Beginn des Ramadans und ein von der muslimischen Elternschaft der Nachwuchsabteilung organisiertes Fastenbrechen. Spieler, Trainer, aber auch Eltern erhalten so Raum für persönliche Fragen rund um das Thema Ramadan im Sport und kommen zugleich miteinander ins Gespräch. Darüber hinaus wird im Sommer jährlich ein interreligiöses Miniturnier auf der Anlage des Leistungszentrums veranstaltet, bei dem Studierende der islamischen, katholischen und evangelischen Fakultäten unter Leitung des LZ aufeinandertreffen.
So sollen die drei Weltreligionen im universitären und sportlichen Kontext zusammengebracht werden – ganz nach der Vorstellung von Prof. Dr. Khorchide: „Sport ist auch ein Raum der interkulturellen und interreligiösen Begegnung. Deshalb ist es für uns am Zentrum für Islamische Theologie auch wichtig, diesen Raum zu nutzen, um Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtungen unter einem gemeinsamen Nenner zusammenzubringen. Im Sport lernen wir, fair miteinander umzugehen – auch wenn wir verschieden sind. So entsteht Einheit durch Vielfalt“, bekräftigt Khorchide, der zu einem der führenden Experten auf dem Gebiet der islamischen Religionspädagogik gilt und auch zum Beraterkreis Islamismusprävention und Islamismusbekämpfung des Bundesministerium des Inneren gehört.
Die Kooperation gilt sowohl für den Amateur- als auch Profibereich des SC Preußen. Demnach können sich Spieler und Trainer der Nachwuchsabteilung ebenso wie aus dem Lizenzspielerkader Unterstützung in ihrer persönlichen und religiösen Entwicklung einholen – bei Bedarf auch außerhalb der geplanten Programmpunkte, was Kader Selmi, im LZ als Ansprechpartner für Bildung und Diversität zuständig, ausdrücklich begrüßt: „Ich bin sehr glücklich und stolz über diese Vereinbarung, weil es darum geht, dass wir als Preußen zeigen, dass der Adler wirklich bunt ist und wir die Vielfalt der Gesellschaft widerspiegeln. Gerade mit Blick auf unsere vielen muslimischen Spieler ist es wichtig, dass sie sich gesehen und unterstützt fühlen. Deshalb möchten wir ihnen auch einen verlässlichen und guten Ratgeber anbieten.“



