Das 3:3-Unentschieden gegen Rot-Weiss Essen liegt erst vier Tage zurück und doch hallen all die Emotionen, die dieser Westschlager mit sich brachte, immer noch nach. Der starke Auftritt der Mannschaft, die lautstarke Fiffi-Gerritzen-Kurve, die verdiente Führung, der plötzliche Rückstand und dann doch noch der späte Ausgleich durch Rückkehrer Joshua Mees. „Das war schon sehr intensiv“, sagt auch Cheftrainer Thomas Wörle, der die starke Widerstandskraft seiner Mannschaft hervorhebt: „Wir haben vor der Saison gesagt, dass wir genau solche Erlebnisse brauchen, um den Glauben an uns wachsen zu lassen. Dieses Erlebnis haben wir jetzt – gerade vor unserer Kurve – schon öfter gehabt, das tut uns gut.“  

Auf so ein wildes Spiel, das die Adlerträger vor der Länderspielpause in ähnlicher Dramaturgie bereits gegen den 1. FC Saarbrücken (3:3) erlebt haben, kann der Preußencoach in Zukunft aber auch mal verzichten: „Es ist natürlich nicht unser Ziel, so viele Gegentore zu schlucken. Wobei unsere Verteidigungsmentalität gegen Essen schon sehr gut war, unsere Fehler wurden leider brutal bestraft. In manchen Bereichen müssen wir noch nachlegen, trotzdem ist es wichtig, dass wir in der Offensive sehr gefährlich werden können.“  

Ballbesitzfußball und spannender Kader 

Und damit richtet sich der Blick auch schon auf die kommende Herausforderung Fortuna Düsseldorf. Am Mittwochabend (19 Uhr) empfangen die Adlerträger den Club aus der Landeshauptstadt. Im Grunde herrschen ähnliche Bedingungen wie am Freitagabend: Flutlichtspiel, ausverkauftes LVM-Preußenstadion und auch beim Personal gibt es keine Neuigkeiten zu vermelden. Inhaltlich erwartet Wörle allerdings eine „ganz andere Aufgabe“ als gegen Essen: „Sie sind durchaus facettenreich in ihrem Spiel. Grundsätzlich gehe ich aber davon aus, dass sie den Ball haben wollen. Düsseldorf kann sehr dominanten Fußball spielen, zumal sie auch die richtigen Spieler für diese Philosophie im Kader haben.“  

Nach dem Abstieg in die 3. Liga habe sich Fortuna „unglaublich verstärkt“, wie Wörle betont. Erfahrene Spieler wie Philipp Förster (31) oder Fabian Schleusener (34) haben schon zigfach ihr Können in der Bundesliga bzw. 2. Bundesliga unter Beweis gestellt. Das Unterhaus kennen natürlich die drei Ex-Preußen Jorrit Hendrix (31), Yassine Bouchama (29) und Marcel Benger (28), die dem ebenfalls früheren Adlerträger Alexander Ende ins Rheinland folgten. Im 30-Mann-Kader des Tabellenzehnten haben sich aber auch einige junge Spieler in den Vordergrund gespielt. Beispielswiese der erst 19-jährige Anas Slimani (eigener Nachwuchs) oder Schlussmann Louis Lord (22, Erzgebirge Aue), die sich in den vergangenen Wochen zu Stammkräften entwickelt haben.  

Heimkulisse als Faktor  

Insgesamt betrachtet Wörle den kommenden Gegner als „Schwergewicht der Liga“ und „Aufstiegskandidat“. Daran hat auch der durchwachsene Start in die neue Spielzeit (elf Punkte aus acht Spielen) nichts verändert: „Die Saison ist noch lang. Wenn ich mir ihre Bedingungen und den Kader anschaue, glaube ich fest daran, dass sie noch eine gute Rolle spielen werden.“  

Die Preußen sehen sich selbst demnach eher als „Herausforderer“ denn als Favorit. Mit einer kleinen, aber feinen Anmerkung: „Wir wissen aber auch, dass wir zu Hause spielen. Hier, wo wir gemeinsam mit den Fans eine besondere Kraft und besondere Momente kreieren können.“ Wie erst vor wenigen Tagen gegen Essen.  

Zuvor hören wir noch einmal bei nullsechs.TV rein, was unser Coach vor dem zweiten Westkracher in Folge sonst noch zu berichten hat.  

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