Ein anfangs dominanter und spielerisch starker Auftritt, ein unglücklicher Spielverlauf und ein enttäuschendes Ergebnis. Diese Kombination zieht sich durch die letzten Wochen der U23 des SC Preußen Münster. Vor zwei Wochen wurde eine verdiente Führung gegen Gievenbeck noch spät aus der Hand gegeben und am vergangenen Wochenende traf der Tabellenführer Erkenschwick mit seiner einzigen Torchance zum Ausgleich: Das Spielglück ist den Preußen aktuell nicht hold. Und das Spiel vom vergangenen Sonntag passt in dieses Bild: Im zweiten Derby traf die Mannschaft von Kieran Schulze-Marmeling auf Westfalia Kinderhaus und zeigte bei der 0:1-Niederlage abermals eine starke Leistung, die am Ende nicht mit Punkten belohnt wurde. 

„In der ersten Halbzeit waren wir recht dominant und hatten auch einige gefährliche Torannäherungen. Kinderhaus hat tief verteidigt und sich aufs Kontern konzentriert. Bis zur Pause war es ein Spiel ohne große Highlights“, beschreibt Schulze-Marmeling die erste Spielhälfte. Nach dem Seitenwechsel nahm das Spiel etwas an Fahrt auf: Zakaria Anhari bot sich die wohl größte Chance der Preußen, in der er den Kinderhauser Torwart umkurvte und dann aus spitzem Winkel das leere Tor verfehlte. Vonseiten der Gastgeber kam derweil nicht viel: „Kinderhaus hatte sich eigentlich mit dem Unentschieden zufriedengegeben“, berichtet der U23-Coach.  

Doch in Minute 72 folgte dann die vermeintlich spielentscheidende Szene: Bei einem eigentlich ungefährlichen langen Ball der Kinderhauser traten gleich zwei Preußenspieler ein Luftloch, sodass Verteidiger Ben Menke nur noch mit einer Notbremse reagieren konnte. Somit mussten die Adlerträger die knapp 20 verbleibenden Minuten mit einem Mann weniger bestreiten. „In Unterzahl haben wir es eigentlich gut verteidigt. Doch dann trifft Kinderhaus aus 25 Metern in den Knick [a.d.R.: (Leeroy Wesbuer, 87.)]“, erzählt Schulze-Marmeling. 

Trotz einiger weiterer Torchancen der Preußen blieb dieser Treffer der einzige des Tages und bescherte den Gastgebern aus dem Norden Münsters einen unverhofften Sieg. „Es ist eine sehr schmerzhafte Derbyniederlage“, gibt Schulze-Marmeling zu und führt aus: „Der Ertrag passt aktuell nicht zu unserem Aufwand. Wir lassen vorne zu viel liegen und hinten kassieren wir Tore durch individuelle Fehler, obwohl wir sonst eigentlich nichts zugelassen. Wir werden weiter daran arbeiten und ich bin mir sicher, dass es auf Strecke besser werden wird.“ 

Text: Linus Otte 

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