Die Verbrechen des Nationalsozialismus dürfen nicht in Vergessenheit geraten. Es ist unsere gesellschaftliche Pflicht, zu erinnern und aus der Geschichte Lehren für die Gegenwart und das eigene Handeln zu ziehen. Daran misst sich selbstverständlich auch das Leistungszentrum Münsterland in seiner Präventionsarbeit. Vor diesem Hintergrund hat sich die U23 am 9. Juli auf Spurensuche nach jüdischem Leben und Sport in der Stadt Münster begeben und dabei wichtige Erkenntnisse sammeln können. Organisiert wurde der zweiteilige Workshop vom Lernort Preußenstadion des Fanport Münster.  

„Neben klarer Kante und dem täglichen Vorleben der Werte unseres Leitbilds müssen wir im Verein Räume schaffen, die eine aktive Auseinandersetzung mit jeglicher Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit ermöglichen. Räume, in denen gesprochen wird, erlebt und gelernt werden kann. Deshalb sind wir sehr dankbar, dass wir mit dem Lernort Preußenstadion so einen erfahrenen Partner mit tollen Formaten an der Seite haben, der uns dies ermöglicht“, erklärt Felix Lüppens, Pädagogischer Leiter des LZM.  

Einen ersten Anstoß erhielt die U23 bereits im Februar, als Seminarleiter Leo Heider vom Lernort die jungen Spieler über die historischen Hintergründe des Nationalsozialismus und dessen ausgeprägter Antisemitismus aufklärte. Auf den theoretischen Abend baute der praktische Teil vor wenigen Wochen auf. Was zur Zeit des Nationalsozialismus in den Köpfen der Menschen begann, wurde nun auf den Straßen Münsters greifbar: Orte, Namen und Schicksale erhielten plötzlich einen konkreten Bezug.  

Ausgerüstet mit Tablets erarbeiteten sich die Spieler in Gruppen vier verschiedene Routen mithilfe medienpädagogischer Aufgaben, die unterschiedliche Facetten jüdischen Lebens und seiner Zerstörung durch den Nationalsozialismus beleuchten. Etwa der jüdische „Sportbund Schild“, der nach den Pogromen 1938 verboten wurde. Oder die Biografie des Richters Ernst Rappoport, der in den 1920ern Leichtathlet beim SC Preußen war und auch im Sport immer wieder antisemitischen Anfeindungen ausgesetzt war. Konkrete Beispiele unterstreichen, was es bedeutete, während der NS-Zeit von jüdischer Abstammung zu sein und wie die Repressalien schrittweise ausgebaut wurden – bis hin zum Holocaust, einer der schrecklichsten Verbrechen der Menschheitsgeschichte.  

Zu lösen waren die Aufgaben mithilfe von Fotos, Videos, Sprachaufnahmen, Zeichnungen und dem Lesen von Karten. So wurde Geschichte nicht einfach nur vermittelt, sondern an den authentischen Orten der Stadt aktiv erschlossen. Eine Methode, die bei den Jungadlern sichtlich Eindruck hinterließ. „Fußball ist die Sportart, die wir alle lieben. Aber es gibt im Leben Dinge, die noch größer und wichtiger sind. Solche Aktionen sollen uns daran erinnern und auch zeigen, welches Privileg es ist, das tagtäglich tun zu dürfen“, resümierte daher auch U23-Coach Kieran Schulze-Marmeling, der den Workshop gemeinsam mit seiner Mannschaft begleitete und dessen Bedeutung unterstrich. 

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