Nur für kurze Zeit durften die Adlerträger den hart erkämpften 2:1-Auswärtssieg bei der U21 des VfB Stuttgart genießen. Mit der langen Rückfahrt in Richtung westfälische Heimat begann schon die Regeneration – und der Blick richtet sich wieder nach vorne. Denn am Mittwochabend (19 Uhr), und somit nur drei Tage nach der kräftezehrenden Partie in Aspach, empfängt der SC Preußen den 1. FC Saarbrücken. Und damit einen „ambitionierten Verein mit einem der erfahrensten Kader der Liga“, wie Thomas Wörle sagt.
Die Saarländer blicken dabei auf eine recht brauchbare Vorsaison zurück. Nach fünf Spielzeiten hintereinander im oberen Tabellendrittel fand sich der FCS im Mai auf Platz 14 wieder. In der Folge wurde der Kader mit 16 Neu- und 21 Abgängen kräftig umgekrempelt. Herausgekommen ist eine Mannschaft mit „reichlich individueller Qualität, aber auch viel Struktur im eigenen Ballbesitz. Sie sind weit oben anzusiedeln“, betont Wörle.
Nach einem gelungenen Saisonstart lässt sich dieser Eindruck weitestgehend bestätigen: Ein 5:2-Auftaktsieg gegen Rot-Weiss Essen, ein 1:0-Auswärtserfolg bei Jahn Regensburgund ein furioses 6:1 beim SV Meppen sprechen für sich. Dazu gab es zuhause eine 2:4-Niederlage gegen Hansa Rostock und ein 0:1 gegen den FC Ingolstadt. „Sie können sehr viel Dominanz aufbauen“, sagt Wörle über den mit bereits 14 erzielten Toren treffsichersten Angriff der Liga. Mittendrin: Ex-Preuße Florian Pick, der mit zwei Treffern und sechs Vorlagen bereits acht Scorerpunkte verbucht hat.
Wie man diese Offensivgewalt im Zaum hält, haben am vergangenen Samstag die Ingolstädter unter Beweis gestellt. Mit einem sehr disziplinierten und effizienten Auftritt entführten die Schanzer drei Punkte aus dem Ludwigspark (1:0). Ein Ansatz, der als Vorbild für die Preußen dient? „Wir wollen natürlich Druck ausüben, werden aber unterschiedliche Spielphasen beherrschen müssen. Welche Höhe wir einnehmen, das wird immer wieder neu gefragt sein“, lautet die Antwort von Thomas Wörle, der mit seinem Team dem Spiel einen eigenen Stempel aufdrücken will.
Dabei ist klar, dass die Entwicklung der Mannschaft immer noch am Anfang steht, wenngleich erste Fortschritte immer besser greifen. Dennoch gilt: „Wir brauchen noch mehr Spiele, müssen noch mehr Erfahrung machen, um mehr Konsistenz aufzubauen. Was man aber erkennen kann: Wir sind dabei, unsere eigene Mentalität zu entwickeln, haben jetzt zum ersten Mal ein Spiel gedreht. Dazu kommen wir über eine große Geschlossenheit, das zeichnet uns aus.“
Jeder einzelne Spieler im Kader ist wichtig, gerade in einer solch intensiven und anspruchsvollen Englischen Woche. „Wir brauchen frische Beine und frische Köpfe“, betont Wörle, der neben der Charakterstärke der Mannschaft auch auf das lautstarke Publikum im LVM-Preußenstadion setzt. Der Heimbereich ist nahezu ausverkauft: „Wir haben schon mehrfach erlebt, was die Unterstützung mit uns machen kann – wie sehr sie uns antreibt und auch mit müden Beinen noch einmal Kraft verleiht. Daher brauchen wir auch am Mittwoch wieder das Zusammenspiel mit den Fans. Uns ist aber klar: Der erste Schritt muss von uns ausgehen.“
Auf dem Platz werden dabei allerdings weiterhin die Rehapatienten Luca Bolay, Marvin Schulz, Malik Batmaz und Simon Scherder sowie Niko Koulis fehlen. Auch für Oscar Vilhelmsson kommt ein Einsatz noch zu früh, ebenso wie für Joshua Mees, der in Stuttgart krankheitsbedingt ausfiel.
Davon abgesehen wartet auf die Adlerträger ein vielversprechender Fußballabend. „Mit dem Sieg gegen Stuttgart zu starten war wichtig. Jetzt zu Hause einen richtig guten Gegner unter Flutlicht zu empfangen, da freuen wir uns drauf!“, sagt auch Thomas Wörle. Mehr dazu erfahrt ihr bei nullsechs.TV.
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