Es ist schon beeindruckend, wie schnell die neu formierte Mannschaft des SC Preußen zusammengerückt ist und welche Widerstandsfähigkeit sie in den ersten Saisonspielen bereits gezeigt hat. Die spektakuläre Aufholjagd am Mittwochabend gegen Saarbrücken lieferte dafür den nächsten Beweis. Auch wenn Cheftrainer Thomas Wörle auf die schwierigen Anfangsphasen, die eine solche Mentalität überhaupt erst bedingen, gerne verzichten würde: „Es ist unsere Aufgabe, unserem Spiel mehr Konstanz zu verleihen, damit wir nicht immer so eine Energieleistung benötigen, um zu punkten.“
Dabei streitet der Preußencoach keineswegs ab, dass solche Erlebnisse – wie das Traumtor von Montell Ndikom zum 3:3 vor der eigenen Fiffi-Gerritzen-Kurve – weitere Kräfte freisetzen können: „So ein Comeback kann uns richtig viel mitgeben. Das nehmen wir mit. Trotzdem ist es jetzt ein neues Spiel, gegen einen neuen Gegner.“
Gemeint ist natürlich die kommende Partie am Sonntag (16:30 Uhr) beim SV Waldhof Mannheim – nach Saarbrücken der nächste große Traditionsklub aus dem Südwesten Deutschlands, der eine leidenschaftliche Anhängerschaft hinter sich versammelt. Im Carl-Benz-Stadion wird es daher „laut, da geht es ab“, sagt Wörle: „Mannheim ist immer etwas Besonderes, das wird ein heißes Spiel. Da müssen wir einen kühlen Kopf bewahren und unser Spiel aufziehen.“
Reichlich Erfahrung im Kader
Auf dem Platz treffen die Adlerträger auf eine „gestandene Drittliga-Mannschaft“, die sich im Sommer mit einigen erfahrenen Spielern verstärkt hat. Vincent Thill beispielsweise, mit 26 Jahren schon 61-facher Nationalspieler Luxemburgs. Oder auch Julian Ulbricht (27), in der Vorsaison als Spieler des SV Meppen Torschützenkönig der Regionalliga Nord. Anpassungsprobleme an die neue Spielklasse sind dem Torjäger, der nach sechs Spielen für den SVW bei drei Toren und einer Vorlage steht, bislang nicht anzumerken.
Trainiert wird die Mannschaft vom Portugiesen Rui Mota, der in der Vorsaison beim bulgarischen Erstligisten Ludogorets Razgrad angestellt war und diesen in die Ligaphase der UEFA Europa League führte. Unter dem 47-Jährigen spielt Waldhof einen „sehr variablen Fußball“, wie Wörle bemerkt. Ein besonderes Augenmerk legt der Fußballlehrer jedoch auf das „gefährliche Umschaltspiel“ des „ambitionierten Clubs“, der mit sieben Punkten aus sechs Spielen einen eher durchwachsenen Start hingelegt hat.
Kein einfaches Startprogramm
Mit Blick auf die knappen Ergebnisse gegen Düsseldorf (2:1), Rostock (3:3), Havelse (2:3), Verl (0:1), Wiesbaden (1:0) und zuletzt Essen (1:2) weiß Thomas Wörle den Auftakt des Gegners allerdings einzuordnen: „Sie hatten kein leichtes Programm, sind trotzdem sogar fünf Mal in Führung gegangen. Auf uns wartet die nächste große Aufgabe.“ Und so gilt es zum Abschluss der Englischen Woche, gemeinsam mit den rund 750 mitreisenden Fans noch einmal „alle Kräfte zu bündeln, alles rauszuhauen.“
Personell gibt es im Vorfeld keine Neuigkeiten zu vermelden. Demnach werden die Rehapatienten Simon Scherder, Malik Batmaz, Luca Bolay, Marvin Schulz, der am Oberschenkel verletzte Niko Koulis sowie die zuletzt angeschlagenen Oscar Vilhelmsson und Joshua Mees zu Hause bleiben.
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