Intensive und kräftezehrende Tage liegen hinter dem SC Preußen, der am Dienstagabend im Westfalenpokal das vierte Pflichtspiel innerhalb von zwölf Tagen bestritt – und dabei mit viel Aufwand, letztendlich aber verdient das Viertelfinal-Ticket buchte. „Wir kamen aus einer herausfordernden Englischen Woche und treffen auf einen motivierten und gut eingestellten Regionallisten“, blickt Thomas Wörle auf den 3:2-Sieg bei der SG Wattenscheid zurück, als die Adlerträger zur Pause einen 0:1-Rückstand hinterherliefen. „In diesem Wettbewerb gibt es immer wieder Überraschungen. Wie wir das Spiel am Ende noch gezogen haben, hat mich sehr beeindruckt. Dass uns in den vorherigen Partien nicht gelungen, obwohl in jedem Spiel starke Phasen hatten.“  

Die eine Herausforderung ist absolviert, die nächste steht bereits unmittelbar bevor. Auch wenn sich der Cheftrainer der Preußen über vergleichsweise „etwas Luft“ zum nächsten Heimspiel freut. Immerhin liegen diesmal vier statt nur zwei Tage Pause zwischen den Partien. Am Sonntagnachmittag empfangen die Adlerträger den SC Fortuna Köln im LVM-Preußenstadion. Die Anstoßzeit (16:30 Uhr) ist daheim ein Novum in dieser Saison, die Rahmenbedingungen bleiben ähnlich: Der Heimbereich ist nahezu ausverkauft – und das obwohl den Preußenfans mit dem Gästeblock G 722 zusätzliche Sitzplätze zustehen. In Summe werden über 13.000 Zuschauer erwartet. Eine abermals tolle Kulisse für ein Duell mit reichlich Historie. Exakt 50-mal sind sich beide Vereine bereits in einem Punktspiel begegnet, von der Regionalliga bis zur 2. Bundesliga war alles dabei. 

Eingespielter Aufsteiger  

Nun kommt es zum Wiedersehen mit dem Aufsteiger und Meister der Regionalliga-West, der im Sommer sein Mannschaftsgerüst größtenteils zusammenhalten konnte. Lediglich acht Spieler verließen den Sportclub, ebenso viele Neue kamen hinzu. „Sie sind eine sehr eingespielte Mannschaft“, betont Wörle. Und diese Harmonie macht sich insbesondere bei der Stärke des Gegners bemerkbar, der „aus der eigenen Grundordnung sehr diszipliniert verteidigt, gleichzeitig aber auch sehr intensiv anlaufen kann.“ Diese Eingespieltheit zeigt sich insbesondere in der Defensivarbeit des Gegners, der „aus der eigenen Grundordnung sehr diszipliniert verteidigt, gleichzeitig aber auch sehr intensiv anlaufen kann“. Erst elf Gegentore hat die Mannschaft von Trainer Matthias Mink, der am vergangenen Freitag gegen Stuttgart II sein 250. Pflichtspiel für den Verein absolvierte, kassiert. Ligabestwert. 

Ligatiefwert ist hingegen die offensive Ausbeute: Vor dem gegnerischen Tor war Fortuna, die überwiegend, aber auch nicht nur „über das Umschaltspiel“ kommt, erst achtmal erfolgreich. Zu unterschätzen ist der Angriff keineswegs, zumal sich der Aufsteiger im Sommer mit Jannik Mause (28, 1. FC Kaiserslautern) und Cedric Harenbrock (29, Hansa Rostock) prominent verstärkt hat. Von einer Favoritenrolle gegen den Tabellenvorletzten (10 Punkte) wollen die Adlerträger daher nichts wissen, gerade mit Blick auf die vergangenen Spiele. „Da gibt es für mich kein Muster. Wir waren gegen Essen – immerhin Tabellendritter – auch über weite Strecken überlegen“, sagt Wörle.  

„Balance und viel Geduld“  

Vielmehr gilt es, die „anspruchsvolle Aufgabe“ mit den nötigen Mitteln anzunehmen: „Wir brauchen die richtige Balance und viel Geduld“, betont Wörle. Und natürlich soll auch mehr Konstanz ins eigene Spiel kommen: „Dass wir uns zuletzt häufig um den Lohn gebracht haben, ist schade. Wir müssen die Aufmerksamkeit hochhalten, über 90 Minuten wachsam bleiben, das Spiel lesen und antizipieren. Dazu gehört noch viel Gewöhnung: Die 3. Liga ist eine intensive Spielklasse, die viel abverlangt. Gerade für unsere vielen jungen Spieler ist das noch ein Prozess, daran zu wachsen.“  

Der nächste Entwicklungsschritt soll am Sonntag erfolgen. Dann wird das Trainerteam auf die Verletzten Simon Scherder, Marvin Schulz, Luca Bolay, Ryan Johansson und Oscar Vilhelmsson verzichten müssen. Darüber hinaus gibt es krankheitsbedingt noch ein paar Fragezeichen, die bis zum Spieltag zu klären sind.  

Alles weitere um das dritte Westduell vor heimischer Kulisse in Folge erfahrt ihr bei nullsechs.TV.  

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