Vor 5.264 Zuschauern – die Mehrheit in schwarz-weiß-grün gekleidet – erlebt der SC Preußen einen „enttäuschenden Sonntagabend“ und unterliegt dem FC Viktoria Köln mit 1:4. Cheftrainer Thomas Wörle war nach Abpfiff sichtlich enttäuscht: „Das ist nicht das Gesicht, das wir als Preußen Münster zeigen wollen. Der Gegner hat es sehr gut gemacht und seine Chancen früh genutzt. Entscheidend ist aber, dass wir die Basiselemente des Fußballspiels heute nicht auf den Platz gebracht haben.“
Bei den Adlerträgern feierte Niklas Varelmann sein Startelf-Debüt in der 3. Liga. Der lange Außenspieler rückte für Montell Ndikom, der unter der Woche krankheitsbedingt nicht voll trainieren konnte, in die erste Elf. Es war die einzige Änderung gegenüber dem DFB-Pokalspiel gegen den Karlsruher SC.
Die Gäste erwischten in der Rhein-Metropole einen denkbar unglücklichen Start: Abwehrspieler Lukas Zeller kassierte schon nach wenigen Sekunden gelb und sein Team bereits nach sieben Minuten den ersten Gegentreffer. Ein langer Ball von Preußen-Schlussmann Morten Behrens landete über Felix Higl beim Gegner. Mit zwei Vertikalpässen wurde die Abwehr ausgehebelt und Niklas Castelle netzte zum 1:0 ein. Die Münsteraner zeigten sich keineswegs geschockt, hatten gute Szenen und drückten auf den Ausgleich. Doch in der 13. Minute der nächste Rückschlag: Louis Kolbe rückte raus, konnte den davonlaufenden Castelle aber nicht stoppen. Der Torschütze zum 0:1 aus Preußensicht behielt die Übersicht und legte mustergültig auf den mitgelaufenen David Otto quer, der nur noch einschieben musste.
Und die Adlerträger? Zeigten sich weiter unbeeindruckt. Mit einem beherzten Lauf durch das gesamte Mittelfeld trieb Kolbe den Angriff nach vorne. Über Umwege landete der Ball schließlich bei Higl, der das Spielgerät von der Strafraumgrenze unten links einschweißte (20.). Klasse Abschluss, Viktoria-Schnapper Arne Schulz war chancenlos! Kurz vor der Pause dann der nächste Dämpfer, als Kölns Otto seinen Doppelpack schnürte. Eine Flanke von rechts hebelte die Preußen-Hintermannschaft aus und der 27-Jährige konnte unbedrängt einköpfen.
Nach dem Seitenwechsel kam Torge Paetow für den früh verwarnten Zeller in die Partie. Die Viktoria bestimmte das Geschehen über viel Ballbesitz und nahmen so Zeit von der Uhr. Die Preußen wiederum verteidigten konzentriert, kamen aber selbst nicht zu aussichtsreichen Abschlüssen. Nach 65 Zeigerumdrehung tauchten gleich zwei Kölner einschussbereit im Fünfer auf, doch Paetow und Kolbe lösten die brenzlige Situation im Kollektiv. Dann die Großchance für den SCP: Hoher Ballgewinn, doch Higl schob den Ball aus elf Metern halbrechter Position am Kasten vorbei.
Zehn Minuten vor Schluss schlug dann der Ball im Preußentor ein, aber der japanische Schiedsrichter Ryo Tanimoto hatte eine Sekunde zuvor ein Foulspiel von Kolbe an seinem Gegenspieler abgepfiffen. Statt dem 1:4 gab es Freistoß für die Viktoria, die das Leder in die Münsteraner Mauer hämmerten. Kurz vor Schluss gelang durch Mobloulou schließlich doch der vierte Treffer der Hausherren. Mit einem tiefen Steckpass nutzte Viktoria Köln die sich bietenden Räume. Etwas, das den Adlerträgern zu selten gelang, obwohl in einigen Spielphasen durchaus gute Chancen herausgespielt werden konnten. So kassierte der SC Preußen seine erste und auch in der Höhe verdiente Saisonniederlage.
Spieldaten
Aufstellung VIK: Schulz – Sponsel (Boboy, 46.), Eisenhuth, Kloss – Swider – Tonye (Maboulou, 62.), Duman (Jahn, 75.), Wolf, Jakob (Pledl, 86.) – Castelle (Fallmann, 62.), Otto
Aufstellung SCP: Behrens – Zeller (Paetow, 46.), Koulis, Tikvic – Kolbe, Adeh (Althaus, 62.), Preißinger (Schulz, 76.), Varelmann (Ndikom, 62.) – Makridis, Higl, Johansson (Tasov, 76.)
Tore: 1:0 Castelle (6.) 2:0 Otto (12.) 2:1 Higl (20.) 3:1 Otto (43.) 4:1 Maboulou (89.)
Gelbe Karten: Wolf, Jahn, Duman / Zeller, Varelmann, Tikvic, Paetow
Schiedsrichter: Ryo Tanimoto
Zuschauer: 5.264
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