Eine ungewöhnlich lange Länderspielpause geht zu Ende. Zwei Wochenenden hintereinander ruhte der Ball in der 3. Liga. Die Vorfreude auf die Wiederaufnahme des Spielbetriebes könnte demnach kaum größer sein. Der Auftakt kaum brisanter. Am Freitagabend (19 Uhr) ist Rot-Weiss Essen zu Gast, das LVM-Preußenstadion ist mit 13.945 Zuschauern bereits seit Wochen restlos ausverkauft. Welche Bedeutung der Westschlager mit sich bringt, ist auch Cheftrainer Thomas Wörle und seiner Mannschaft nicht entgangen: „Alle spüren, dass es den Menschen hier unfassbar viel bedeutet. Wir freuen uns extrem auf das Spiel, sind heiß und brennen für das Duell mit RWE.“  

Duell mit langer Tradition 

Seit fast 80 Jahren liefern sich die beiden Traditionsvereine an der Hammer Straße in Münster und der Hafenstraße in Essen immer wieder packende Duelle. Über die Jahrzehnte entwickelte sich daraus eine Rivalität, die bis heute nichts von ihrer Brisanz verloren hat. Die Erinnerung an die bislang letzte Begegnung fällt bei den Adlerträgern positiv aus: Im Januar 2024 gewann der SCP daheim mit 2:1 und legte den Grundstein für den sensationellen Durchmarsch in die 2. Bundesliga.  

Nun kommt es zum Wiedersehen in der 3. Liga – und die Karten sind neu gemischt. „Essen hat seine Qualitäten mit und gegen den Ball“, sagt Wörle über den kommenden Gegner, der einen „sehr eingespielten“ Eindruck hinterlässt. „Der Trainer ist geblieben, ein Großteil der Mannschaft, die starten wird, auch“, erzählt Wörle weiter. Und damit steht am Freitagabend eine Elf auf dem Platz, von der einige Spieler im Sommer nur knapp den Aufstieg in die 2. Bundesliga verpasst haben. Erst im Relegationsrückspiel bei der SpVgg Greuther Fürth (0:2) platzte der Traum von der langersehnten Rückkehr ins Fußballoberhaus – trotzt erfolgreichen Hinspiels (1:0).  

Gegner in Topform 

Für Wörle ist dieser bittere Moment in erster Linie eine „weitere Erfahrung, die der Verein gesammelt hat“. Der Fußballlehrer zählte die Rot-Weißen schon vor der Saison zu den Aufstiegskandidaten. Ein Eindruck, der sich trotz der deutlichen 2:5-Auftaktniederlage in Saarbrücken bislang bestätigt. Schließlich hat RWE seitdem kein Spiel mehr verloren, rangiert mit 14 Punkten auf dem dritten Tabellenplatz und hat mit Nürnberg-Leihgabe Semir Telalovic (fünf Tore) einen der Toptorjäger der Liga in den eigenen Reihen. „Da kommt einiges auf uns zu, auf das wir uns gut einstellen müssen“, mahnt Wörle daher.  

„Gleichzeitig wollen wir das, was uns ausmacht, in die Waagschale legen“, betont der Preußencoach jedoch. Dazu zählt auch das besondere Bündnis zwischen Mannschaft und Fans – und die Energie, die von der lautstarken Fiffi-Gerritzen-Kurve auf den Rasen überspringt: „Wir sind zuhause in der Liga bisher ungeschlagen. Wir wissen, was wir können und welche Energie wir gemeinsam erzeugen können.“  

Personal 

Dabei muss Wörle allerdings auf die weiterhin nicht verfügbaren Marvin Schulz (Senior), Simon Scherder, Niko Koulis und Oscar Vilhelmsson verzichten. Darüber hinaus haben sich Luca Bolay und Tim Dietrich im Training sowie Ryan Johansson im internen Testspiel eine Verletzung zugezogen. Für Malik Batmaz, der am vergangenen Freitag erstmals wieder Einsatzminuten sammeln konnte, ist es derweil noch zu früh für den Spieltagskader. Davon abgesehen nimmt der Cheftrainer aus der langen Länderspielpause vor allem eine Erkenntnis mit: „Wir haben in den vergangenen zwei Trainingswochen gemerkt: Wir sind bereit für das Duell am Freitag!“  

Mehr dazu erfahrt ihr bei nullsechs.TV.  

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