Ein Spiel mit zwei unterschiedlichen Halbzeiten, doch dieses Mal geht der SC Preußen als Sieger vom Platz. Vor 3.138 Zuschauern im rundum modernisierten Lohrheidestadion– darunter knapp die Hälfte aus Münster – drohte den Adlerträgern das frühe Aus im Krombacher Westfalenpokal. Dank einer starken Reaktion zur Pause gelang es dem Favoriten, das Traditionsduell mit dem Regionalligisten SG Wattenscheid 09 doch noch zu drehen. Mit einem 3:2-Auswärtssieg zieht der SCP ins Viertelfinale des Landespokal ein, wo Westfalenligist BSV Schüren wartet.

Nach der 2:3-Niederlage bei der SG Sonnenhof wechselte das Trainerteam um Thomas Wörle auf fünf Positionen: Kapitän Niko Koulis war vollständig auskuriert und durfte gleich von Beginn an ran. Für den 27-Jährigen nahm Torge Paetow zunächst auf der Bank Platz. In die Startelf rückten zudem Pokaltorwart Matthis Harsman, Rico Preißinger, Romario Rösch und Marvin Schulz II in die Startformation.

Ebenjener, mit bereits fünf Treffern einer der Toptorjäger des Wettbewerbs, verzeichnete auch die erste Torchance des Spiels: Louis Kolbe tankte sich über die rechte Schiene durch und bediente den einlaufenden Stürmer im Zentrum. Die Direktabnahme verfehlte ihr Ziel um gut einen Meter (7.). Auf der Gegenseite zwang Ilia Poliakov mit einem Abschluss aus 18 Metern Harsman zu einer ersten Flugeinlage (11.). Dem quirligen Angreifer der Hausherren bot sich nur kurz darauf die nächste Gelegenheit, diesmal aus deutlich kürzer Distanz – und Poliakov überwand Harsman diesmal (14.). Wenig später der nächste Schreckmoment: Montell Ndikom konnte nicht mehr weiterspielen und musste frühzeitig für Joshua Mees ausgewechselt werden (18.).

Der Führungstreffer beflügelte den Underdog sichtlich. Wattenscheid behielt in vielen Zweikämpfen die Oberhand und setzte zunehmend auch spielerische Akzente. Vor der Pause wurde Nicolas Hirschberger ansehnlich in Szene gesetzt, Harsman blieb im Eins-gegen-eins aber Sieger (29.).

Eine Reaktion war gefragt und das Trainerteam reagierte mit einem Dreifachwechsel zur Pause. Niklas Varelmann, Philipp Maier und Felix Higl betraten das Feld. Schulz II, Preißinger und Koulis blieben dafür in der Kabine. Damit war die Dreierkette aufgelöst, die Adlerträger agierten nun offensiver im 4-2-3-1. Ein taktischer Kniff, der Wirkung entfaltete. Die Adlerträger übten mehr Druck aus und kamen nach einer herrlichen Kombination zum schnellen Ausgleich: Rösch setzte sich per Doppelpass mit Mees durch und legte auf Makridis quer, der nur noch einschieben musste (56.). Das Momentum war nun klar auf Seiten der Gäste, die nun immer griffiger auftraten und so zu hohen Ballgewinnen kamen. Daraus resultierten auch gute Umschaltgelegenheiten, die die Gäste zu nutzen wussten: Higl leitete auf Mees weiter, der bezwang Joshua Wroß im Wattenscheider Kasten (62.). 2:1, Spiel gedreht!

Nur drei Zeigerumdrehungen später verpasste es Adeh frühzeitig nachzulegen. Das 3:1 bestellte dafür Niklas Varelmann in der 80. Minute bei. Das Eigengewächs krönte einen erfrischenden Auftritt mit seinem ersten Profitor nach überlegter Vorlage von Makridis. Die Entscheidung war damit noch nicht gefallen. Denn kurz vor Schluss bekam die SG Wattenscheid einen Strafstoß zugesprochen, den Ex-Preußen Kevin Schacht trotz Ausrutscher verwandelte. Die Hausherren warfen noch einmal alles nach vorne, doch die Wörle-Elf ließ nichts mehr zu.

Der Preußencoach ordnete die Partie nach Abpfiff wie folgt ein: „Wattenscheid hat es anfangs sehr gut gemacht, hätte auch ein Tor mehr erzielen können. Uns ist es nicht gelungen, den Zugriff auf den Gegner, vor allem aber auf das Spiel zu kriegen. Nachdem Seitenwechsel haben wir ein ganz anderes Gesicht gezeigt und den Pokalfight angenommen. Das zwischenzeitlich 3:1 war meiner Meinung nach verdient, weil wir es geschafft haben, zwei Gänge hochzuschalten. Insgesamt war es ein schweres Spiel gegen einen guten Gegner, aber wir sind froh, dass wir eine Runde weitergekommen sind.“

Aufstellung SGW: Mroß – Tunga (Gösweiner, 66.), Ali, Schulte-Kellinghaus – Kurt, Adamski, Sindermann, Wortmann (Arifi, 83.) – Hirschberger (Nwachukwu, 83.), Nnaji (Schacht, 76.), Poliakov (Renke, 76.)

Aufstellung SCP: Harman – Koulis (Varelmann, 46.), Zeller, Dietrich – Kolbe, Adeh, Preißinger (Higl, 46.), Rösch (Paetow, 90.+2) – Ndikom (Mees, 18.), Schulz II (Maier, 46.), Makridis

Tore: 1:0 Poliakov (14.) 1:1 Makridis (56.) 1:2 Mees (62.) 1:3 Varelmann (80.) 2:3 Schacht (87., FE)

Gelbe Karten: Poliakov, Wortmann, Adamski, Sindermann, Imran / Adeh, Kolbe, Zeller, Maier, Rösch

Schiedsrichter: Cengiz Kabalakli

Zuschauer: 3.138

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