45 Minuten lang sah alles nach einem souveränen Auswärtssieg des SC Preußen Münster bei der SG Sonnehof Großaspach aus. Mit einer sehr guten Leistung – offensiv wie defensiv – gestalteten die Adlerträger die erste Halbzeit. Für den Bruch nach dem Seitenwechsel, der aus einer 2:0-Führung eine 2:3-Niederlage machte, fand im Anschluss an die Partie vor 1.372 Zuschauern noch niemand die passende Erklärung.

„Wir haben in der ersten Halbzeit ein sehr gutes Spiel gemacht, dominieren hier in vielerlei Hinsicht. Der Auftritt mit dem Ball und gegen den Ball hat ein klares Bild ergeben. Wir sind dann – und das ist schwer erklärbar – nicht an das Level herangekommen, das wir zuvor gezeigt haben. Das lag sicher ein Stück weit am aufkommenden Gegner – aber nicht nur. Wir waren nicht mehr so aktiv. Mit dem Gegentor bekommt Großaspach Auftrieb und bei uns ging vielleicht im Kopf das Kino los. Die Entwicklung konnten wir dann leider nicht mehr aufhalten. Wir haben es verpasst, die zweite Halbzeit so zu spielen wie die erste“, sagte Preußencoach Tom Wörle nach dem Abpfiff.

Am Samstagnachmittag trafen die Adlerträger im Aspacher Fautenhau auf die SG Sonnenhof. Vor fünf Wochen fuhren die Preußen in der Wir-machen-Druck-Arena ihren letzten Drittligasieg gegen die Zweitvertretung des VfB Stuttgart ein. Die Bedingungen mit schwerem Boden und reichlich Niederschlag ähnelten sich, doch die Startaufstellung hielt heute einige Neuerungen bereit. In der Mitte zweier englischer Wochen rotierte der SCP gleich auf fünf Positionen durch. Louis Kolbe, Tim Dietrich, Wesley Adeh, Jakob Korte und Joshua Mees durften von Beginn an ran. Dafür nahmen Antonio Tikvic, Rico Preißinger, Romario Rösch, Samuel Althaus und Romario Rösch zunächst auf der Bank Platz.

Die Preußen erwischten den agileren Start in die Partie, beschäftigen die Aspacher immer wieder mit guten Vorstößen über die Flügel. Nach einer Viertelstunde dann der verdiente Führungstreffer: Torge Paetow schob nach einem Abstoß der Hausherren aggressiv raus, eroberte so den Ball und fand nach Doppelpass mit Babis Makridis Felix Higl in der Sturmspitze. Der schaltete schnell und schob mit rechts ein. Die SG Sonnenhof – immerhin die Mannschaft der Liga mit den meisten Großchancen – kam in der ersten halben Stunde überhaupt nicht zur Geltung. Nach 32 Zeigerumdrehungen musste Morten Behrens zum ersten Mal eingreifen und den guten Kopfball von Niklas Pollex über die Latte lenken. Bis dahin stand die Münsteraner Defensive sattelfest, gut gestaffelt und mit starker Zweikampfführung.

Mit einer Volley-Abnahme (38.) und einem schnell ausgespielten Konter über Makridis und Mees (41.) sowie einem Abschluss von Higl aus zentraler Position (43.) setzten die Münsteraner immer wieder gefährliche Nadelstiche und wollten die knappe Führung weiter ausbauen. Wenig später gelang das: Einen strammen Mees-Freistoß konnte SGS-Schlussmann Reule noch parieren, dann kämpften mehrere Akteure um das Spielgerät. Der Gewinner? Felix Higl, der den Ball aus kurzer Distanz über die Linie spitzelte und damit seinen Doppelpack schnürte!

Beinahe erwartungsgemäß traten die Gastgeber nach dem Seitenwechsel beherzter auf. Unter der Woche drehten sie so einen 0:2-Rückstand bei Viktoria Köln. In der Viertelstunde nach Wiederanpfiff hatten die Aspacher so deutlich mehr Ballbesitzt. Blieb es zunächst bei Halbchancen musste Behrens dann nach einer Stunde doch hinter sich greifen. Glücklich fiel der Ball vor die Füße von Loris Maier, der schnell schaltete und Tim Rossmann bediente. Der schloss aus zumindest abseitsverdächtiger Position ab – nur noch 1:2.

Die Abläufe passten nun nicht mehr so perfekt wie im ersten Durchgang, was das Trainerteam zu einem Vierfachwechsel veranlasste. Antonio Tikvic, Leon Tasov, Montell Ndikom und Samuel Althaus kamen für Lukas Zeller, Wesley Adeh, Babis Makridis und Joshua Mees in die Partie. Sekunden später stand es 2:2. Nach einem gut hereingebrachten Freistoß parierte Behrens den Eisele-Abschluss noch perfekt, beim Nachschuss – erneut durch Eisele – war er dann aber chancenlos. Zehn Minuten vor Schluss dann der nächste Schreckmoment, als der eingewechselte Lukas Stoppel das Leder an die Latte hämmerte. Wenig später schließlich der nächste Nackenschlag. Ein langer Abschlag wurde nicht sauber geklärt und landete beim Gegner. Den Distanzschuss von Niklas Pollex konnte Behrens noch klären, doch erneut stand Eisele richtig und staubte zum 3:2-Führungstreffer ab.

Daten zum Spiel

Aufstellung SGS: Reule – Rahn, Aidonis, Nuraj, Molinari – Kunde, Mistl (Bleicher, 32., Stoppel, 78.) – Lo. Maier, Pollex (Zografakis, 86.), Rossmann (Le. Maier, 78.) – Eisele

Aufstellung SCP: Behrens – Paetow, Zeller (Tikvic, 66.), Dietrich – Kolbe, Korte, Adeh (Tasov, 66.), Varelmann – Higl, Mees (Ndikom, 66.), Makridis (Althaus, 66.)

Tore: 0:1 Higl (16.) 0:2 Higl (45.) 1:2 Rossmann (61.) 2:2 Eisele (68.) 3:2 Eisele (83.)

Gelbe Karten: Bleicher, Rossmann / Zeller, Dietrich

Schiedsrichter: Simon Schreiner

Zuschauer: 1.372

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