Mit großer Spannung wurde das Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf erwartet. Ein Spektakel wie zuletzt gegen Saarbrücken und Essen (jeweils 3:3) blieb am Mittwochabend aus, in einer umkämpften Partie deutete dennoch vieles auf eine Punkteteilung. Am Ende setzte es jedoch den späten Nackenschlag durch Joker Eric Hottmann, der in der Nachspielzeit auf 1:2 stellte. Der SC Preußen kassiert damit die erste Heimniederlage der laufenden Drittligasaison.
Nach dem starken Auftritt gegen Rot-Weiss Essen sah das Trainerteam wenig Grund zur Rotation. Lediglich ein Wechsel war auf dem Aufstellungsbogen zu lesen: Rico Preißinger ersetzte den kurzfristig erkrankten Philipp Maier.
Konzentrierter Beginn
Wie schon am Freitagabend erwartete die beiden Mannschaften eine grandiose Kulisse im ausverkauften LVM-Preußenstadion. „SCP, kämpf für unseren Namen“ schallte es zu Beginn von den Stufen der Fiffi-Gerritzen-Kurve, auf denen im Rahmen einer beeindruckenden Choreografie ebenjener Schlachtruf zu lesen war. Ein Auftrag, eine Botschaft, die sich die Elf von Thomas Wörle zu Herzen nahm. Gut gestaffelt und leidenschaftlich verteidigend ließen die Adlerträger über 34 Minuten praktisch nichts zu. Andreas Müller verzeichnete mit einem scharfen Abschluss aus 18 Metern die erste gefährliche Torchance der Fortuna, der Ball segelte nur knapp am Gehäuse von Morten Behrens vorbei. Gleiches Schicksal ereilte kurz vor der Pause Erik Wekesser, auch hier fehlte nicht viel (45.+1).
Auf der Gegenseite gab es auch für die Hausherren trotz zielstrebiger Nadelstiche kaum ein Durchkommen. Mal hatte sich der Gegner zu schnell wieder sortiert, mal fehlten Zentimeter, um die gut gesetzte Hereingabe zu verwerten. Mit Vorteilen für die Gäste, die zur Pause mehr Ballbesitz (55 %) und Schüsse (6 zu 1) verbuchten, ging es in die Kabinen.
Perfekter Start nach dem Seitenwechsel
Die Partie blieb auch nach dem Seitenwechsel umkämpft, bis zum ersten Höhepunkt dauerte es diesmal aber nur sieben Minuten. Der hatte es aber in sich: Auf dem linken Flügel kombinierten sich Niklas Varelmann, Preißinger und Montell Ndikom im Dreieck durch. Ndikoms abgefälschte Flanke landete auf Felix Higls Kopf und drin war der Ball! Traumstart für die Preußen, Fortuna unter Zugzwang.
Doch die Gäste berappelten sich, kamen jetzt gefährlicher über die Grundlinie. Den zweiten Abschluss von Müller – diesmal aus kurzer Distanz nach flacher Hereingabe von Anas Slimani – konnte Antonio Tikvic noch in höchster Not klären (63.). Beim dritten Versuch war die Münsteraner Defensive machtlos (65.).
Hottmann hat das letzte Wort
Zu sagen, das Spiel sei im Anschluss wieder abgeflacht, wäre wohl etwas vermessen. Zwischen den Strafräumen ging es weiterhin heiß her, darüber hinaus passierte jedoch nicht viel. Joshua Mees hatte in der 75. Minute noch einmal die Chance, das Spiel zugunsten der Adlerträger an sich zu reißen, scheiterte nach starker Einzelaktion jedoch an Louis Lord im Düsseldorfer Kasten.
In der Schlussphase investierten beide Mannschaften nochmal viel, den Lucky Punch setzte letztendlich der Gast. Der wie Mees eingewechselte Hottmann erlief einen langen Ball aus der eigenen Hälfte und war plötzlich frei durch. Behrens umkurvt, schob der Stürmer das Leder aus spitzem Winkel über die Linie (90.+2). Der bittere Schlusspunkt des zweiten Westduells binnen weniger Tage.
Preußencoach Thomas Wörle: „In der ersten Halbzeit waren wir sehr damit beschäftigt, unser eigenes Tor zu verteidigen, was uns gut gelungen ist. Darunter hat aber unser eigenes Offensivspiel gelitten, auch wenn der Gegner es natürlich gut gemacht hat. Wir wollten nach Pause offensiv nachlegen, das haben wir auch getan. In der Schlussphase haben wir noch einmal alles reingeworfen, stellen uns aber beim 1:2 nicht gut an. Der Sieg für Düsseldorf ist nicht unverdient, aber es war für uns sicherlich mehr drin.“
Spieldaten
Aufstellung SCP: Behrens – Paetow, Zeller, Tikvic – Rösch (Kolbe, 73.), Althaus (Adeh, 73.), Preißinger, Varelmann – Ndikom (Stuhlmacher, 86.), Higl (Schulz II, 86), Makridis (Mees, 59.)
Aufstellung F95: Lord – Zimmermann (Van der Sloot, 58.), Oberdorf, Egouli, Wekesser – Müller – Arden (Benger, 46.), Hendrix (Bouchama, 78.) – Förster (Paulina, 84.) – Slimani, Schleusener (Hottmann, 58.)
Tore: 1:0 Higl (53.) 1:1 Müller (65.) 1:2 Hottmann (90.+2)
Gelbe Karten: Preißinger, Rösch, Tikvic, Zeller / Arden, Slimani, Bouchama, Wekesser
Schiedsrichter: Felix Prigan
Zuschauer: 13.945
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