Ein Moment, auf den viele Adlerträger lange gewartet haben: Um kurz vor 15 Uhr begrüßte Stadionsprecher „Kerni“ das erste Mal die Fans auf der neuen Fiffi-Gerritzen-Kurve, die sich lautstark im LVM-Preußenstadion anmeldeten. Die im Rahmen der Saisoneröffnung eingeweihte Stehtribüne lieferte einen ersten Vorgeschmack darauf, welche Energie das LVM-Preußenstadion zukünftig entwickeln kann. Einen vielversprechenden Eindruck hinterließen auch die Spieler auf dem Rasen. Dort präsentierte sich die Elf von Thomas Wörle vor 10.357 Zuschauern gegen den Southampton FC selbstbewusst und diszipliniert, zeigte sich trotz einer 1:2-Niederlage insgesamt bereit für den Saisonauftakt in Wiesbaden.
Schon vor Stadionöffnung kam es zum ersten Aufeinandertreffen mit dem englischen Zweitligisten. In einem abgespeckten Test über 70 Minuten war beiden Teams anzumerken, dass der Saisonstart nicht mehr weit entfernt ist. Eine hohe Intensität, bissige Zweikämpfe und viele Tempoläufe prägten die Partie, in der sich der SCP auf Augenhöhe mit den Saints bewegte. Dem FA-Cup Sieger von 1976, gespickt mit einigen hochkarätigen Talenten sowie A-Nationalspielern, rangen die im grauen Sondertrikot spielenden Gastgeber ein verdientes 1:1 ab. Dabei ging Southampton zunächst durch eine starke Einzelaktion mitsamt wuchtigem Abschluss von Cameron Archer in Führung (21.). Sehenswert war allerdings auch der Ausgleichstreffer der Hausherren. Mikail Demirhan, mustergültig von Torge Paetow in Szene gesetzt, hebelte die Abseitsfalle der Gäste aus und netzte präzise ins lange Eck ein (33.).
Gut zweieinhalb Stunden später rollte der Ball ein zweites Mal. Mit einer rundum veränderten Startformation ging es die finale Generalprobe, in der auch Felix Higl sein Debüt im Adlerdress feiern durfte.
Der Neuzugang brauchte gerade einmal zwölf Minuten, um sich mit einem satten Schuss in die Torschützenliste der Adlerträger einzutragen. Vorausgegangen war eine technisch anspruchsvolle Kombination über Montell Ndikom und Joshua Mees, der letztendlich Higl mit einem perfekt getimten Heber in den Lauf bediente. Nur vier Minuten hielt die Führung, dann stellte der quirlige Leo Scienza ebenfalls seine Treffersicherheit unter Beweis. Die Gäste übernahmen in der Folge auch die Spielkontrolle, diszipliniert verteidigende Preußen ließen jedoch nichts zu, in Person von Babis Makridis, Lucas Zeller und Niko Koulis, der nach einer Ecke den Pfosten traf, dem 2:1 sogar näher als Southampton.
Nach dem Seitenwechsel flachte das Spielgeschehen ein wenig ab. Der Championship-Teilnehmer drängte den Drittligisten tief in die eigene Hälfte, doch Münster verteidigte weiterhin voller Leidenschaft. Neben den Defensivakteuren im Feld durfte sich auch Morten Behrens auszeichnen, der in der 64. Minute mit einer Glanztat den zweiten Einschlag verhinderte. Kurz vor Schluss gelang es den Saints dann doch, den Abwehrriegel der Preußen zu knacken. Lewis Dobbin ließ sich nicht bitten und schob überlegt zum 1:2 ein (87.).
Spieldaten
Aufstellung SCP 1. Spiel: Harsman (Schenk, 36.) – Paetow, Scharlau, Noack – Tasov, Sertdemir, Korte, Varelmann – Stuhlmacher, Schulz (Vilhelmsson, 36.), Demirhan
Tore: 0:1 Archer (21.) 1:1 Demirhan (33.)
Aufstellung SCP 2. Spiel: Behrens – Zeller, Koulis, Dietrich – Kolbe, Preißinger, Adeh, Makridis – Ndikom (Schulz, 67.), Higl (Tasov, 81.), Mees
Tore: 1:0 Higl (13.) 1:1 Scienza (17.) 1:2 Dobbin (87.)
Zuschauer: 10.357
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