Trotz eines leidenschaftlichen Auftritts geht der SC Preußen mit leeren Händen in die Länderspielpause. Beim 1:2 gegen den MSV Duisburg war über weite Strecken kein Leistungsunterschied zu erkennen, die Mehrzahl der zugegeben wenigen Torchancen erarbeiten sich sogar die Hausherren in Schwarz-Weiß-Grün. Am Ende rissen die Zebras, Tabellenzweiter der 3. Liga, mit dem nötigen Spielglück und gnadenloser Effizienz das Westduell an sich.

Nach abgesessener Gelbsperre rückte Lucas Zeller wieder in die Startelf und vertrat den wiederum gelb-rot gesperrten Tim Dietrich in der Dreierkette. Außerdem startete Innenverteidiger Antonio Tikvic anstelle von Flügelspieler Romario Rösch, Eigengewächs Niklas Varelmann besetzte dafür wieder die linke Schiene.

Die Gäste setzten ebenfalls auf bewährtes Personal: Für den rotgesperrten Tobias Fleckstein lief Martin Ens auf – der einzige Neuling und zugleich Sommerneuzugang in einer eingespielten Duisburger Anfangsformation.

Umkämpfte Halbzeit

Von Beginn war viel Biss im Spiel: Hohes Tempo, energische Zweikämpfe, reichlich Härte. Der Duisburger Kapitän Rasim Bulic wurde nach gerade einmal zwei Minuten verwarnt, neun Zeigerumdrehungen später erwischte Teamkollege Ben Schlicke das gleiche Schicksal. Richtiger Spielfluss kam zunächst kaum zustande, allerdings hatte der SCP die spielstarke Meidericher Offensive auch gut im Griff – und verzeichnete nach einem Konter die erste Topchance: Joshua Mees scheiterte mit einem scharfen Schuss am stark parierenden Maximilian Braun (18.).

Wenn auch nicht spielbestimmend, waren die Preußen in der ersten halben Stunde optisch überlegen. Der Tabellenzweite aus dem Ruhrgebiet fand kein Durchkommen. Einzig Topscorer Lex Tyger Lobinger kam zum (ungefährlichen) Abschluss (28.). Weitere nennenswerte Ereignisse blieben bis zum Pausenpfiff aus.

Adeh verfehlt nur knapp, Bitter im Glück

Ohne Wechsel ging es in den zweiten Durchgang, und auch am Spielgeschehen änderte sich wenig. Die erste Duftmarke setzten wieder einmal die Hausherren durch einen Volleyschuss von Wesley Adeh (53.), der sein Ziel nur knapp verfehlte. Von Duisburg kam weiterhin praktisch nichts. Doch auf einmal zappelte das Netz: Joshua Bitter hatte von der Strafraumlinie abgezogen, allerdings schlug der Ball nur über Niko Koulis‘ Kopf, den es voll erwischte, ins untere Eck ein (60.). Die Gästeführung aus dem Nichts, ein ganz krummes Ding dazu noch, die Preußen im Pech.

Dem zweiten Treffer war hingegen nichts entgegenzusetzen: Mit einem perfekten Abschluss aus 18 Metern ließ Dominik Kother dem Münsteraner Schlussmann Matthis Harsman keine Chance (69.). Die Entscheidung war damit allerdings noch nicht gefallen. Per Kopfballverlängerung brachte Tikvic die wackeren Adlerträger zurück in Spiel und läutete damit eine heiße Schlussphase ein (77.), in der die Hausherren noch einmal alles nach vorne warfen – vergeblich. Trotz mehrerer vielversprechenden Anläufe bekam der Adlerclub den Ball nicht mehr auf den Kasten, zumal es Duisburg clever verteidigte und das Ergebnis so erfolgreich über die Zeit brachte.

Cheftrainer Thomas Wörle ordnete die Partie wie folgt ein: „Das Spiel hat maximal ein Unentschieden hervorgeben, aber so ist Fußball. Wir haben kompakt verteidigt: Sehr engagiert und mit sehr viel Fleiß. Auf der anderen Seite haben wir nach vorne auch mehr investiert als Duisburg, uns gehört im ersten Durchgang die einzige gute Torchance. Das Gegentor fällt extrem unglücklich, das zweite Tor nach einer sehr guten Einzelaktion von Kother. Für uns war es im zweiten Durchgang nicht leicht durchzukommen. So sind wir heute leider die Verlierer.“

Spieldaten:

SCP: Harsman – Koulis, Zeller, Tikvic – Kolbe, Adeh (Schulz, 68.), Preißinger, Varelmann (Batmaz, 85.) – Makridis (Demirhan, 68.), Higl (Paetow, 85.), Mees (Ndikom, 56.)

MSV: Braune – Bitter, Ens, Schlicke – Jessen, Casar, Bulic, Coskun – Noß (Remmert, 74.), Lobinger (Besuschkow, 90.+1), Kother (Krüger, 85.)

Tore: 0:1 Bitter (60.) 0:2 Kother (69.) 1:2 Tikvic (77.)

Gelbe Karten: Mees, Zeller / Bulic, Schlicke, Kother, Lobinger

Schiedsrichter: Marc Philip Eckermann

Zuschauer: 13.945 (ausverkauft)

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