Nachdem bereits im Sommer der Trainingsplatz der Profis in einen Hybrid-Rasenplatz umgewandelt wurde, befinden sich die Arbeiten für den Rasen im LVM-Preußenstadion aktuell in den finalen Zügen. Bahn für Bahn rollen seit vergangener Woche vier lasergesteuerte Spezialmaschinen der Firma Heiler über den Platz und arbeiten mit rund 2.500 Stichen pro Quadradmeter die Kunststofffasern in den Boden ein. Am Dienstag sollen die Arbeiten abgeschlossen werden.

Insgesamt werden auf diese Weise knapp 20 Millionen Fasern durch spezielle Nadeln, die in den Maschinen verbaut sind, in den bestehenden Rasen eingearbeitet. Der große Vorteil, der sich auf dem Trainingsplatz bereits bemerkbar macht: Die eingenähten Fasern stabilisieren die Rasentragschicht und werden im Boden von den Wurzeln des Naturgrases umschlungen, wodurch die Scherfestigkeit deutlich erhöht wird. Außerdem wird der Platz ebener, belastbarer und regeneriert nach Spielen deutlich schneller. Koordiniert werden die Arbeiten erneut durch Stephan Bracht (SAL Landschaftsarchitektur). 

„Die neuen Hybridrasenplätze im Stadion und auf dem Trainingsplatz der Profis sind weitere Meilensteine in unserer Infrastrukturentwicklung. Exzellente Platzbedingungen durch erhöhte Scherfestigkeit, deutlich geringere Abnutzung der Rasensode im Winter und einen ganzjährig ebeneren Untergrund sind uns ein zentrales Anliegen gewesen, aus dem wir unmittelbar sportliche Wettbewerbs- und künftig auch Kostenvorteile erwarten“, betont Geschäftsführer Markus Sass. 

Als Vorbereitung auf diese umfangreiche Maßnahme wurde der Rasen inkl. seiner Tragschicht in der Länderspielpause im Oktober getauscht und zusätzlich eine neue Muldensteinrinne installiert sowie die abgängige Platzbewässerungsanlage überarbeitet. Darauf aufbauend wurden jetzt im Stitching-Verfahren die Kunstfasern in den Naturrasen eingearbeitet. Diese haben mit ihren 2.500 Fasern pro Quadradmeter auf dieser Fläche einen Anteil von insgesamt 15 bis 20 Prozent im Vergleich zum vorhandenen Naturrasen.  

Ein weiterer Vorteil des Hybrid-Rasens ist die Langlebigkeit der Kunstfasern, die circa zehn Jahre lang für die erhöhte Qualität und Widerstandfähigkeit sorgen, bevor das gesamte System erneuert werden muss. Der Naturrasen wird in Zukunft nach jeder Saison, spätestens alle zwei Jahre in der obersten Schicht geschält und anschließend neu eingesät, damit konstant beste Bedingungen gewährleistet sind. In diesem Prozess werden die Kunstfasern, die rund zwei Zentimeter aus dem Boden herausragen, nicht mitgeschält, sondern neu aufgerichtet. Dadurch können die Fasern ihre bestmögliche Wirkung langlebig entfalten und über mehrere Jahre hinweg die Widerstandsfähigkeit und zugleich die Platzqualität erhöhen. 

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