Im Sonntagabensspiel schloss der SC Preußen Münster beim TSV Alemannia Aachen vor 22.313 Zuschauern den 12. Spieltag der 3. Liga ab. Auf Preußenseite herrschte Einigkeit darüber, dass die 1:2-Niederlage am Tivoli den Spielverlauf nicht vollends widerspiegelte. Und die Partie auch einen anderen Verlauf hätte nehmen können. Stattdessen bestrafte Aachen zwei defensive Aussetzer. Nach der Pause folgte die Reaktion, der SCP erspielte sich ein klares Chancenplus und hätte deutlich früher zum Anschlusstreffer kommen müssen. An Einsatz, Leidenschaft und Kampf mangelte es heute nicht, leider aber an Präzision und Effizienz.

„Für uns fühlt es sich nicht nach einer verdienten Niederlage an. Wir haben die Riesenchance auf die Führung, können das Momentum auf unsere Seite ziehen. Dass Aachen zuhause druckvoll agieren kann, war uns bewusst, tat uns trotzdem richtig weh. Trotzdem hatten wir auch unsere Umschaltaktionen, wo uns noch ein wenig die Präzision fehlte. In der zweiten Halbzeit wollten wir etwas draufpacken, das haben wir auch gemacht und uns viele Torraumszenen erspielt. Das war ein leidenschaftlicher und mutiger Auftritt, der leider nicht belohnt wurde“, sagt Preußencoach Thomas Wörle nach dem Abpfiff.

Mit nur einem Wechsel gegenüber dem Heimsieg gegen Fortuna Köln traten die Adlerträger am Tivoli an. Louis Kolbe rückte für den gelbgesperrten Lucas Zeller in die Startformation. Auf den freien Posten in der Dreierkette rückte Niklas Varelmann. Bereits in der vierten Spielminute zitterte das Aluminium, als Aachens Louis Köster den Ball aus kurzer Distanz ans Lattenkreuz nagelte. Doch auch der SCP meldete sich in der Anfangsviertelstunde an. Einen genialen Steckpass von Joshua Mees nahm Babis Makridis auf, lief seinem Gegenspieler auf und davon, scheiterte aber aus spitzem Winkel am stark parierenden Aachener Schlussmann. Nur eine Zeigerumdrehung später reichte ein einfacher Pass von Mehdi Loune und Mika Schroers war durch. Die Preußen-Hintermannschaft spekulierte da auf Abseits. Der 21-Tore-Mann der Vorsaison blieb vor SCP-Keeper Matthis Harsman cool und versenkte das Leder im Netz.

Geschockt zeigten sich die Münsteraner über den frühen Rückstand nicht, schafften es aber auch nicht, selbst in die gefährlichen Räume vorzustoßen. Leichte Ballverluste nutzte der Gegner in dieser Phase nicht aus. Erst nach einer guten halben Stunde meldete Niko Koulis mit einem Abschluss, der knapp über das Tor ging, wieder Ansprüche an. Die Alemannia tat es gleich, als kurz darauf Lukas Scepanik das Spielgerät per Volleyabnahme nur knapp am langen Pfosten vorbeisetzte. Knapp war auch der ansatzlose Schuss von Felix Higl aus 18 Metern, der nur haarscharf über dem Querbalken ins Aus segelte. Jetzt waren die Möglichkeiten da – auf beiden Seiten.

Nochmal schaffen es die Hausherren, sich mit einem Steckpass durchzusetzen. Georg Ermolaevs Schuss konnte Louis Kolbe blocken, Lukas Scepanik setzte nach, verzog aber aus kurzer Distanz. Noch vor dem Pausenpfiff legte der TSV dann doch noch nach, als sich da Silva Kiala nach einem Ballverlust das Spielgerät schnappte, drei Verteidiger stehenließ und ins lange Eck einschob.

Der zweite Durchgang begann verheißungsvoll als erst Louis Kolbe aus der Distanz abzog und das Tor nur knapp verpasste und kurz darauf Manuel Riemann das Leder nach einem gut getimten Kopfball von Romario Rösch aus kurzer Distanz mit einem starken Reflex von der Linie kratzte. Keine fünf Minuten waren da gespielt. Die Preußen waren deutlich besser in der Partie, arbeiteten gut nach vorne, doch die Alemannia überstand die erste Druckphase schadlos. Eine Viertelstunde vor Schluss dann ein besonderer Moment, als Malik Batmaz und Marvin Schulz Sr. Ihre Comebacks auf dem Platz feierten.

Die Adlerträger waren im zweiten Spielabschnitt das deutlich bessere Team, mit der Mehrzahl an Torchancen, musste die Schlussphase aber nach einer gelbroten Karte gegen Tim Dietrich in Unterzahl bestreiten. Dennoch kamen sie zum Anschlusstreffer in der 90. Minute durch den eingewechselten Montell Ndikom, für den längst verdienten Ausgleich reichte die Zeit aber nicht mehr aus.

Spieldaten

Aufstellung TSV: Riemann – da Silva Kiala, Leonard, Bagkalianis – Scepanik, Loune, Wiebe, Wagner – Köster (Torsiello, 73.), Schroers (Bitumazala, 84.), Ermolaev (von der Hitz, 73.)

Aufstellung SCP: Harsman – Koulis, Dietrich, Varelmann – Kolbe, Adeh (Schulz, 73.), Maier, Rösch (Paetow, 66.) – Makridis, Higl (Batmaz, 73.), Mees (Ndikom, 66.)

Tore: 1:0 Schroers (15.) 2:0 da Silva Kiala (42.) 2:1 Ndikom (90.)

Gelbe Karten: Bagkalianis / Hohenhövel, Makridis, Maier

Gelbrote Karte: Dietrich

Schiedsrichter: Tom Bauer

Zuschauer: 22.313

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